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Ein Herz für Kröten, für ganz viele

So viele Amphibien wie selten haben sich in diesem Jahr im Krötenschutzzaun am Leichelberg bei Kaltensundheim verfangen: über 2100. Naturschützer und Schüler retteten ihnen das Leben.



Ein Herz für Kröten - im wahrsten Wortsinne. Schüler haben dieses originelle Bildmotiv geformt. Fotos: privat
Ein Herz für Kröten - im wahrsten Wortsinne. Schüler haben dieses originelle Bildmotiv geformt. Fotos: privat   » zu den Bildern

Kaltensundheim - Schon viele Jahre gibt es die Krötenschutzaktion, die Naturschützer und Schüler des Thüringischen Rhön-Gymnasiums immer wieder zusammenführt. Diesmal waren es Jungen und Mädchen aus den zwölften Klassen, die wochenlang den Zaun mit betreut haben. Und das, obwohl mancher skeptisch war, ob man denn solch eine Erdkröte überhaupt anfassen könnte, sagt Biolehrerin Elke Dietzel. "Für mich war es aber nichts Besonderes", sagt Celine Langner aus Hümpfershausen. Sie komme vom Dorf und habe nicht zum ersten Mal eine Kröte in der Hand gehabt. Und auch die Skeptiker wurden überzeugt: "Man muss ja nicht mit ihnen kuscheln, und giftig sind sie auch nicht", lacht Celine. Dass zum Schluss sogar wie im Märchen ein Frosch geküsst wurde, zeigt, wie sich das Verhältnis zur Kröte im Laufe der Aktion in ein richtig herzliches gewandelt hat, sagt Biologielehrerin Elke Dietzel. Auch wenn ja doch kein Prinz herauskam ...

Gold wert war die Aktion aber für die Amphibien selbst: 2100 Erdkröten, die vom Leichelberg in ihr Laichgewässer strebten und Gefahr liefen, auf der Straße überfahren zu werden, sind am Zaun gerettet worden. Auch Berg- und Teichmolche waren darunter, etwa 30, heißt es vom Landschaftspflegeverband BR Thüringische Rhön, dessen Mitarbeiterinnen Kerstin Döll und Petra Ludwig an den nächtlichen Aktionen beteiligt waren: Bei diesen werden die Eimer ausgeleert, in die die Kröten entlang des Zaunes fallen. Aufgebaut worden war der Zaun bereits am 27. Februar, abgebaut wurde er vergangene Woche. Es gab Tage, berichtete Elke Dietzel, an denen sich wegen zu großer Kälte gar kein Frosch sehen ließ, "und dann gab es wieder welche mit Wettrennen zum Teich." Die Zaunstrecke war diesmal länger: Statt 400 Metern wie in den vergangenen Jahren waren nun 500 Meter Zaun errichtet worden und im Laufe der Aktion in Richtung Aschenhausen um weitere 100 Meter ergänzt worden. Man habe gesehen, dass immer noch zu viele Kröten überfahren wurden, sagt Elke Dietzel.

Es sei erfreulich, erklärt sie, dass sich Schüler - alle aus dem Biologie-Leistungskurs - an der Aktion beteiligt haben. Schließlich seien es Nachteinsätze zwischen 22 und 24 Uhr gewesen. "Hat aber Spaß gemacht, man trifft sich ja nicht alle Tage mit Lehrern und Mitschülern im Finsteren an einer Straße", lacht Celine. Dass auch das Biosphärenreservat Rhön, der LPV, der Hausmeister der Schule, der Kaltensundheimer Gemeindearbeiter und Politesse Nadine Arnrich die Aktion unterstützt hätten, war eine feine Sache für die engagierten Lehrer, von denen sich auch die neue Fachschaftsleiterin Kristin Kirchner sehr reinkniete. Bernd Baumann, der frühere Biolehrer und Krötenexperte, ließ es sich natürlich auch nicht nehmen, bei der Krötenrettung dabei zu sein.

Autor

Iris Friedrich
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Veröffentlicht am:
15. 04. 2019
17:16 Uhr

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Iris Friedrich

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Veröffentlicht am:
15. 04. 2019
17:16 Uhr



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