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Meiningen

Anfassen und Erinnern: Kerzen, Umbruch, Euphorie

Geschichte, festgehalten auf Fotos, in Berichten, Plakaten, Transparenten, Zeitungen: Am Samstag wurde die Sonderausstellung "Wende, Wahnsinn, Wiedervereinigung" im Saal des Landratsamtes eröffnet.



"(Inter)Shop, Ex(quisit), Delikat gehören nicht in den Arbeiter- und Bauernstaat" steht auf diesem Transparent als Zeitzeugnis. Gemeint waren gehobene Läden.
"(Inter)Shop, Ex(quisit), Delikat gehören nicht in den Arbeiter- und Bauernstaat" steht auf diesem Transparent als Zeitzeugnis. Gemeint waren gehobene Läden.   » zu den Bildern

Meiningen - "Wahnsinn, Wende, Wiedervereinigung: Treffender hätte man die Ereignisse 1989 auch in unserer Region gar nicht beschreiben können", sagte Landrätin Peggy Greiser zur Eröffnung der Sonderausstellung unter eben jenem Titel am Samstagnachmittag im Saal des Landratsamtes. Rund 100 Menschen hatten sich eingefunden, um die Zeitzeugnisse wie etwa Fotos, Schriftstücke, Plakate und Transparente aus der Zeit zwischen friedlicher Revolution und Wiedervereinigung in Augenschein zu nehmen.

Termine zum Thema

Podiumsdiskussionen mit
Kulturreferent Hanns Friedrich,
Saal des Landratsamtes, Haus 3

Mittwoch, 13. November, 19 Uhr - "Es war einmal die DDR"

Mittwoch, 20. November, 19 Uhr

- "Der Umbruch in der DDR"

Mittwoch, 27. November, 19 Uhr - "Die Grenze ist offen"

Mittwoch, 4. Dezember, 19 Uhr - "Ausreise in die BRD"

 

Den drei "W" müsse sie noch eins hinzufügen, ergänzte Greiser: "W wie wunderbar." Denn kaum ein Kapitel in der deutschen Geschichte lasse sich besser in einem Wort zusammenfassen. Denn: Die Menschen, welche die Veränderungen erzwangen, hätten Mut gezeigt, aber auch Angst gehabt. Die heutige Einheit Deutschlands "ist ein Geschenk, welches nicht vom Himmel gefallen ist, ein Geschenk, welches Menschen sich erkämpft haben." Das 30-jährige Jubiläum sei vielleicht weit emotionaler als die vorangegangenen Jahrestage, meinte Rhön-Grabfeld-Landrat Thomas Habermann in seinem Grußwort. "Geschichte braucht eben seine Zeit." Habermann erzählte emotional aus seinen Erinnerungen in der Vorwendezeit, als die innerdeutsche Grenze zur Normalität wurde. Bis 1989 hätten die Nachbarn in Franken lediglich Beobachterstatus gehabt. "Die Mauer zum Einsturz gebracht haben die Menschen in der DDR." Natürlich sei nach der Wende das Zeitfenster klein gewesen, die Einheit vollziehen zu können. Kohl habe die Chance genutzt, zu den Befürwortern hätten USA und Sowjetunion gezählt. Vorausgegangen aber sei: "Hier wurde Politik mit Kerzen gemacht, dem konnte man nicht mit Waffen gegenübertreten." Nach der Vereinigung habe man schnell Gemeinsames für sich entdeckt - heute sei die Region als ein Lebens- und Wirtschaftsraum zu betrachten.

 

Im Frühjahr 2018 habe man mit den Vorbereitungen für die Ausstellung begonnen, erläuterte Kreisarchivarin Angelika Hoyer. Mehrere Aufrufe an die Bevölkerung folgten, um Material sammeln und aufbereiten zu können. 26 Personen hätten Leihgaben und Schenkungen zur Verfügugn gestellt. Zu sehen seien 15 Text-Bildtafeln rund um die Themen Grenzsicherung, Grenzöffnung und Wiedervereinigung. "Das ist eine Zeitreise der Gedanken und Ereignise." Die Mitglieder der Schauspielkurse der Christophine Kunstschule setzten in einer gestischen Performance "Mauersegler trauern nicht" auf der Bühne, umrahmt von zeitgenössischen Hits aus Ost und West, die Ereignisse zwischen Mauerbau und Mauerfall in Szene. Für die musikalische Einleitung der Sonderausstellung sorgten Mitglieder des Thüringer Polizeimusikkorps. Geöffnet ist die Ausstellung bis 6. Dezember Montag bis Mittwoch von 10 bis 16 Uhr, Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag von 10 bis 15.30 Uhr und Samstag von 14 bis 17 Uhr. Zudem finden in den nächsten Wochen im Ausstellungssaal vier Gesprächsrunden zum Thema statt. tih

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Veröffentlicht am:
10. 11. 2019
18:20 Uhr

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10. 11. 2019
18:20 Uhr



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