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Ilmenau

Zwei Mal Gold für die TU Ilmenau

Zwar stellten sich in diesem Jahr weniger Thüringer Erfinder auf der Messe IENA in Nürnberg aus als im Vorjahr, der Medaillenspiegel für den Freistaat kann sich dennoch sehen lassen. Die wissenschaftlichen Errungenschaften führt die TU Ilmenau an.



Ketten mit optischen Verfahren zu vermessen, ist eine Errungenschaft von Peter Brückner (links) und Rolf Hoffmann von der TU Ilmenau.
Ketten mit optischen Verfahren zu vermessen, ist eine Errungenschaft von Peter Brückner (links) und Rolf Hoffmann von der TU Ilmenau.   » zu den Bildern

Ilmenau - "Ich habe nur ein Stück Holz dabei." Mit diesem Satz machte der Erfinder Harald Bieber aus Müncheberg bei der IENA-Auszeichnungsveranstaltung im Senatssaal der TU Ilmenau deutlich, dass das Innovative oft im Alltäglichen zu finden ist. Als Schreiner erfanden er und seine Frau Simone Bieber das "Paroma", das Parallelrollmaß zur exakten Anpassung von Passleisten für Einbaumöbel. Wer einmal in einem Altbau einen Schrank an die schiefe Wand stellen wollte, wird den Wert dieser Erfindung zu schätzen wissen. Auf der Erfindermesse IENA in Nürnberg wurde die Entwicklung mit Silber gewürdigt.

Das Landespatentzentrum Paton mit Sitz an der TU Ilmenau und als Vertreter der wissenschaftlichen Erfindungen und das Erfindernetzwerk Erinet als Vertretung der Erfindungen im Wirtschaftsbereich präsentierten auf der 69. Erfindermesse wieder Erfindungen aus Thüringen.
23 von ihnen wurden mit Medaillen, Sonderpreisen und Ehrungen ausgezeichnet. Die Preise wurden ihnen am Dienstag im Senatssaal der TU Ilmenau überreicht. 14 Ehrungen kamen aus dem Thüringer Hochschulbereich, wobei sechs an die TU Ilmenau gingen. Das freute besonders den Rektor, Peter Scharff.

Er richtete sich mit einem dringenden Appell an die Erfinder und Wirtschaftsvertreter im Saal. Als Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz macht er sich derzeit in der Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes stark. Mit einem Beschluss im Landtag rechnet er nicht vor Sommer 2018. Bis jetzt sei es ihm noch nicht gelungen, das Paton im Gesetz festzuschreiben. Die Notwendigkeit für diesen Schritt begründete er mit drei Argumenten. So müsse der Leistungsaustausch der Hochschulen unabhängig von der Erhebung diverser Steuern geschehen, zumal er schon durch Steuern finanziert sei. Außerdem seien im Paton langfristige Stellen verankert, die nur durch eine Absicherung im Gesetz eine Perspektive hätten. Schließlich gehe es um die Außenwirkung. Es brauche das Bekenntnis des Landes zum Landespatentzentrum.

Im wissenschaftlichen Bereich untermauerte die TU Ilmenau dies mit ihren Errungenschaften. So erhielten Dr.-Ing. Peter Brückner und Dipl.-Inf. Rolf Hoffmann eine Goldmedaille für ihr entwickeltes Verfahren zur optischen Vermessung von Ketten. Ketten sind alltägliche Gebrauchsgegenstände. Sie finden sich als Absicherungen wie auch am Einkaufswagen. Bisher wurden sie in der Herstellung taktil vermessen, was aufwendig und umständlich ist. Die beiden Wissenschaftler entwickelten eine Vermessung mittels zweier Kameras, die eine permanente Kontrolle der Fertigung ermöglicht und auch die verdeckten Stellen der Kette mitmisst. Die Erfindung leisteten die Ilmenauer in Kooperation mit der Firma Röttgers Ketten GmbH.

Eine Brückentechnologie zwischen Verbrennungsmotor und Elektroantrieb entwickelten Prof. Thomas Hannappel, Dr. Matthias M. May und Prof. Hans Joachim Lewerenz, indem sie Wasserstoff in einer photoelektronischen Zelle durch Wasserspaltung herstellen können. Sie können quasi einen Teil der Photosynthese künstlich nachstellen, indem sie kleine Zellen in Wasser einbringen und mit Licht bestrahlen. Den durch die Wasserspaltung gewonnenen Sauerstoff und Wasserstoff können sie mittels eines Katalysators speichern und in Energie umwandeln. Sie erreichen eine Effizienz von 19 Prozent, was der höchste bisher erreichte Wirkungsgrad einer solchen Technik ist. Der nächste Schritt wird es sein, es mit Hilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in einem Förderformat zur Produktreife zu bringen.

Bronze gab es für ein Vermessungsverfahren teilweise reflektierender Oberflächen und die Überwachung von spritzgegossenen Kunststoffen durch faseroptische Sensoren, Silber für die Bremsregelung von Elektrofahrzeugen. Eine Urkunde gab es für die Kompensation von Reflexionen bei Bildaufnahmen.

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Doreen Huth

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Veröffentlicht am:
13. 12. 2017
09:34 Uhr

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Doreen Huth

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13. 12. 2017
09:34 Uhr



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