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Ilmenau

Weggeworfene Kippen können teuer werden

Zigarettenstummel die überall in der Stadt verteilt liegen, sorgten bei Kai Hesbacher für Frust. Kurzerhand wurde der Ilmenauer nun selbst aktiv.



Diesen Eimer mit Zigarettenstummeln sammelte Kai Hesbacher innerhalb weniger Stunden. Foto: dss
Diesen Eimer mit Zigarettenstummeln sammelte Kai Hesbacher innerhalb weniger Stunden. Foto: dss  

Ilmenau - Es ist ein Freitagnachmittag im Juli, als der Ilmenauer Kai Hesbacher die Redaktion von Freies Wort betritt. Bei sich hat er einen Eimer - und der stinkt bestialisch. Der Grund wird auch schnell klar: Im Eimer liegen hunderte Zigarettenstummel. "Angelehnt an die Schüler-Demos habe ich meine eigene Fridays-For-Future-Aktion gemacht und die Kippen aufgesammelt", erzählt Hesbacher. Morgens halb elf ist er in Campusnähe losgelaufen, weiter über die Albert-Einstein-Straße ins Wohngebiet "Am Stollen". "Alle zwei Schritte habe ich eine Kippe aufgelesen und das waren nur die, die offensichtlich waren."

Besonders angewidert war er von einem der Spielplätze, die auf seinem Weg lagen. Zwischen 50 und 100 Stummel hat er hier nach eigener Aussage binnen weniger Minuten zusammengesucht. "Da ist mir richtig übel geworden", so Hesbacher.

Dass der 47-Jährige beim Thema so sensibel reagiert, liegt an seiner Kindheit, sagt er. Als Einjähriger hat er in einem unbeobachteten Moment selbst eine aufgerauchte Zigarette im Sandkasten gefunden und daran gelutscht. "Das hat mich offenbar für die Zukunft geprägt", so Hesbacher. "Ich möchte nicht, dass es anderen Kindern auch so geht."

Das Problem, so sagt er, habe sich seit 45 Jahren aber nicht geändert. "Bis heute frage ich mich, weshalb Raucher Sonderrechte genießen und ihren Müll einfach in die Stadt werfen dürfen", sagt er.

Doch da irrt er: "Verschmutzungen im öffentlichen Raum können ordnungsrechtlich verfolgt werden. Das gilt natürlich auch für das Wegwerfen von Zigarettenkippen", erklärte Oberbürgermeister Daniel Schultheiß auf Nachfrage von Freies Wort . In der Ordnugssatzung der Stadt sei das geregelt. Und bisher habe es schon mehr als einen Fall gegeben, bei dem so etwas ordnungsrechtlich verfolgt wurde. Das Strafmaß sei dabei durchaus flexibel meint Schultheiß: Zuwiderhandlungen können mit Ordnungsgeld bis 5000 Euro geahndet werden, je nach Schwere des Verstoßes. Wobei im Fall einer ersten Zuwiderhandlung das Strafmaß sicher zunächst ganz unten angesetzt werde. Grundsätzlich müsse aber zu unterstellen sein, dass derjenige, welcher seine Zigarettenstummel einfach auf den Bürgersteig schnippt, dies willentlich und mit Vorsatz tut. Daher kann das achtlose entsorgen eines Zigarettenstummels auf dem Gehweg in Ilmenau schnell ein Verwarngeld von 20 Euro kosten. Im Wiederholungsfall ist eine Steigerung bis 55 Euro möglich. Wird eine Zigarette gar auf dem Spielplatz oder in der Sandkiste entsorgt, wird grundsätzlich ein Bußgeld ab 60 Euro fällig, welches dann bei unbelehrbaren Wiederholungstätern auch eine Steigerung bis 100 Euro erfahren kann.

Ganz allgemein findet Schultheiß die Aktion von Kai Hesbacher aber gut: Es sei doch schön, wenn sich jemand so für Ordnung und Sauberkeit in seiner Heimatstadt engagiere, meint er.

Kai Hesbacher derweil hofft, mit seiner Aktion zumindest eine Kleinigkeit bewegt zu haben. "Ich wollte die Leute darauf hinweisen, wie achtlos sie mitunter sind. Die Raucher scheinen über die Thematik offenbar gar nicht nachzudenken."

Autor

dss, Uwe Appelfeller
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Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
19:30 Uhr

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Autor

dss, Uwe Appelfeller

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Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
19:30 Uhr



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