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Ilmenau

Was der neue Bahn-Fahrplan für die Region bringt

Viel Licht, etwas Schatten und eine Reihe von Überraschungen: Das bringt der neue Bahn- und Bus-Fahrplan am Sonntag für Fahrgäste unserer Region.



Mit dem Fahrplanwechsel gibt es in Ilmenau ein Kundencenter im Bahnhof. Franziska Leipziger und Juliane Kellner verkaufen Tickets für Regional- und ICE-Verkehr (Zuschlag im ICE nachlösen). Offen ist Montag, Dienstag,Freitag von 8 bis 12 und 13 bis 16.30 Uhr, Mittwoch 8 bis 12, Donnerstag 7 bis 12 und 13 bis 17.30 Uhr und an Samstagen von 8 bis 13 Uhr. Foto: F.B.
Mit dem Fahrplanwechsel gibt es in Ilmenau ein Kundencenter im Bahnhof. Franziska Leipziger und Juliane Kellner verkaufen Tickets für Regional- und ICE-Verkehr (Zuschlag im ICE nachlösen). Offen ist Montag, Dienstag,Freitag von 8 bis 12 und 13 bis 16.30 Uhr, Mittwoch 8 bis 12, Donnerstag 7 bis 12 und 13 bis 17.30 Uhr und an Samstagen von 8 bis 13 Uhr. Foto: F.B.  

Ilmenau - Für den Fernverkehr der Deutschen Bahn ist es der umfangreichste Fahrplanwechsel aller Zeiten. Wenn am 10. Dezember die ICE-Linie Berlin-Erfurt-München durch den Thüringer Wald Premiere feiert, wird aber auch im Verkehr von und nach Ilmenau so einiges anders.

Ilmenau-Erfurt-Ilmenau

STB-Züge ab Ilmenau nach Erfurt

5:58, Mo-Fr auch 4:37, 5:12 Uhr.

7:18 bis 20:18 Uhr stündlich.

21:38, 22:25 Uhr. Nächte Fr/Sa und Sa/So auch 23:57 und 3:46 Uhr.

STX-Züge ab Ilmenau nach Erfurt

Mo-Fr 6:27, 13:49, 15:49, 17:59 Uhr

STB-Züge ab Erfurt nach Ilmenau

5:26 Uhr, Mo-Fr auch 4:31 Uhr.

6.38 bis 20:38 Uhr stündlich.

21:45, 22:47 und 23:450 Uhr.

Nächte Fr/Sa und Sa/So auch 2:45.

STX-Züge ab Erfurt nach Ilmenau

Mo-Fr 7:19, 13:19, 15:19, 17:19 Uhr.

STB-Züge halten in PöHö, Roda, Elgersburg, Geraberg, Martinroda, Plaue. STX-Züge fahren von PöHö bis Arnstadt-Süd ohne Halt durch.

 

Über die künftigen Anschlüsse an den neuen ICE-Knoten Erfurt (und damit unter anderem nach Berlin, Hamburg, Halle, Leipzig, Dresden und Stuttgart) hat Freies Wort bereits zur Veröffentlichung des Jahresfahrplans im Oktober berichtet. Ein tieferer Blick in die neuen Pläne von Bahn und Bus fördert darüber hinaus so manche bemerkenswerte Veränderung im Regionalverkehr zutage.

 

Neu auf der Ilmenau-Linie

Stundentakt

18 und 38. So heißen ab Sonntag die magischen Zahlen für Bahnfahrer mit Start oder Ziel in Ilmenau. Mit dem Fahrplanwechsel fährt die Süd-Thüringen-Bahn (STB) ab Sonntag erstmals einen echten Stunden-Takt auf der Strecke zwischen Ilmenau und Erfurt über Geraberg, Plaue und Arnstadt. Siehe den Info-Kasten auf dieser Seite: Täglich von 7:18 bis 20:18 Uhr fährt künftig jede Stunde ein Zug von Ilmenau nach Erfurt. Umgekehrt verlässt täglich zwischen 6:38 und 20:38 Uhr jede Stunde ein Zug den Erfurter Hauptbahnhof in Richtung Plaue und Ilmenau. Davor und danach sind die Abfahrtzeiten nicht ganz so einprägsam.

Erkauft wird dieser gut zu merkende Stundentakt mit einer leichten Verlängerung der Fahrzeit: 59 Minuten dauert künftig die normale Bahnfahrt zwischen Ilmenau und Erfurt.

Expresszüge

Dafür gibt es ein anderes Bonbon: Montags bis freitags ergänzen jeweils vier Express-Züge pro Richtung das stündliche Grundangebot. Diese "STX"-Züge brauchen zwischen Erfurt und Ilmenau nur 45 Minuten. Sie stoppen nur in PöHö, Arnstadt-Süd, Arnstadt Hauptbahnhof und Neudietendorf.

Nachtschwärmer

Neue Angebote gibt es auch für nächtliche Ausflüge oder Schicht-Pendler von und nach Erfurt: In den Nächten von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag kommt man noch um 2:45 Uhr von Erfurt nach Ilmenau zurück, in der Gegenrichtung sogar noch eine Stunde später. Wer ganz lang in Erfurt feiert oder ganz früh nach Ilmenau will, hat samstags und sonntags nun um halb sechs Uhr früh Gelegenheit.

Unter neuer Flagge

Ab Sonntag fahren alle Züge zwischen Erfurt, Plaue, Ilmenau und Rennsteig unter dem Namen "Süd-Thüringen-Bahn" (STB). Die Marke des STB-Mutter-Unternehmens Erfurter Bahn (EB), unter der die Ilmenau-Züge jahrelang fuhren, ist nun den Linien im Norden Thüringens vorbehalten.

Linie Erfurt-Plaue-Suhl

Der reine Stundentakt auf der Ilmenau-Erfurt-Linie wurde auch deshalb möglich, weil die Fahrpläne von STB und Regionalexpress zwischen Erfurt und Meiningen/Würzburg über Plaue und Gräfenroda entrümpelt und gestrafft wurden.

So entfällt auf der Linie Richtung Suhl künftig der Halt in Oberhof, dessen Stadtzentrum nun von Zella-Mehlis per Bus angesteuert wird. Somit muss man von Norden aus nun eine Station weiter fahren, erhält dafür aber an fast alle in Zella-Mehlis stoppenden Züge Bus-Anschluss ins Oberhofer Stadtzentrum. Im Bus (teils bis zum Grenzadler) gelten Bahntickets - ab Ilmenau kann man also beispielsweise mit dem Hopper-Ticket für 7,90 zum Biathlon-Stadion und wieder zurück fahren.

Die Ilmenauer Züge fahren künftig ab Erfurt gekoppelt mit denen mit Ziel Saalfeld; geflügelt wird nun nicht mehr in Plaue, sondern in Arnstadt. In Plaue besteht nach wie vor Anschluss zwischen den STB-Zügen aus Ilmenau und denen nach Meiningen (und umgekehrt).

5 Kilometer in 70 Minuten

Ilmenau bleibt eine Bahn-Sackgasse: Nach wie vor gibt es Bahnverbindungen (abgesehen vom Rennsteig-Shuttle an den Wochenenden) nur nach Norden. Die ICE-Neubautrasse die bei Langewiesen, also wenige Kilometer östlich an Ilmenau vorbeiführt, hat in der Region keinen Haltepunkt, Regionalverkehr zwischen den ICE-Halten Coburg und Erfurt oder ein neuer Regional-Bahnhof bei Langewiesen war weder vom Land noch von der Stadt Ilmenau gewollt.

Da die neue ICE-Trasse aber nun erstmals Erfurt und Bamberg/Nürnberg auf direktem Wege verbindet, verbessert sich die bisher katastrophale Anbindung Ilmenaus nach Süden enorm. Wenn auch mit einem recht absurden Begleitumstand: Die künftig nur noch 3:45 Stunden dauernde Reise von Ilmenau nach München startet mit einer einstündigen STB-Fahrt nach Erfurt - und geht eigentlich erst los, wenn man dann im ICE auf der Neubaustrecke ab Erfurt nach wenigen Minuten auf der Ilmtalbrücke an Langewiesen vorbeisaust - nur fünf Kilometer Luftlinie vom Ausgangspunkt der Reise, dem Bahnhof Ilmenau, entfernt.

Anschluss an den ICE

Trotzdem: Die Anbindung der Ilmenauer Linie an die Abfahrten und Ankünfte am ICE-Knoten Erfurt sind ziemlich perfekt gelöst. Die ICE-Linien treffen sich dort meistens zur halben Stunde, einige auch zur vollen Stunde. Darauf sind die Regionalfahrpläne ausgerichtet.

Zur halben Stunde besteht in Erfurt Anschluss von der und zur STB nach Ilmenau sowie dem Regionalexpress aus/nach Würzburg/Suhl mit Stopp in Plaue und Gräfenroda. Zur vollen Stunde hat man in Erfurt Übergang von der und zur STB Richtung Meiningen mit Halt an allen Stationen (auch Dörrberg und Gehlberg).

Großstädte: Als Knotenpunkt der ICE-Magistralen Stuttgart-Frankfurt- Leipzig-Dresden und Hamburg-Berlin-Halle-Nürnberg-München sind für Erfurt Fernziele ganz nah: 1:40 Stunden bis Berlin, 2:17 bis München, 2:06 bis Frankfurt, 1:56 bis Dresden heißen die neuen Top-Fahrzeiten ab der Landeshauptstadt.

Für Reisende aus Ilmenau oder Gräfenr oda bedeutet das: Besonders schnell ist man an Fernzielen, zu denen die ICE-Linien in Erfurt zur Minute 30 starten. Das trifft auf die stündlichen ICEs nach Nürnberg und München sowie nach Halle/Leipzig und Berlin zu - so kommt man auf die genannten 3:45 Stunden in die Bayern-Metropole und auf kaum mehr als drei Stunden in die Hauptstadt. Auch nach Frankfurt sind die Anschlüsse so günstig: Man schafft es in dreieinhalb staufreien Stunden bis zum Flughafen, muss allerdings je nach Tageszeit in Neudietendorf und Gotha umsteigen.

Ostsee: Nach Rostock kommt man nun alle zwei Stunden in sechs Stunden mit Umstieg in Erfurt und Berlin - 90 Minuten schneller als bisher. Stralsund dauert 30 Minuten länger, im gleichen Takt. Samstags zweimal und sonntags einmal pro Richtung ein durchgehender ICE, der Erfurt-Rostock und umgekehrt in etwas mehr als vier Stunden schafft.

Österreich/Südtirol: Von Ilmenau nach Wien dauert es nur noch siebeneinhalb Stunden. Auch Bozen in Südtirol rückt mit acht Stunden in den Bereich akzeptabler Fahrzeiten.

Tschechien: Prag rückt mit rund sechs Stunden Fahrzeit so nah heran wie nie zuvor. Wer um 7:18 Uhr in Ilmenau losfährt und in Leipzig in einen IC-Expressbus der Bahn umsteigt, schafft die Strecke sogar in rekordverdächtigen fünf Stunden. er

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Veröffentlicht am:
09. 12. 2017
08:59 Uhr

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09. 12. 2017
08:59 Uhr



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