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Ilmenau

U-Bahn Linie von Ilmenau nach Allzunah geplant

Beim traditionellen Ilmenauer Heringsessen am Aschermittwoch gab es nicht nur ein Buffet, so mancher musste auch einen deftigen Spruch verdauen. Freies Wort hat die besten Sprüche zum politischen Aschermittwoch gesammelt.



Ilmenau - So groß wie in diesem Jahr fiel das traditionelle Heringsessen an Aschermittwoch in Ilmenau noch nie aus. Nicht nur, dass es durch die Eingemeindungen so viele Gäste wie nie zuvor gab, auch ungewohnt viele Redner gaben im kleinen Festhallen-Saal ihre Sprüche zum Besten.

 

Rolf Frielinghaus , FDP-Stadtrat und Ehrenpräsident des Ilmenauer Karnevalklubs (IKK), trat gleich zweimal ans Rednerpult. In seinem ersten Beitrag blickte er auf den ersten politischen Aschermittwoch 1997 zurück. Thema seiner Rede war damals die Anwesenheitsliste der Stadträte. Hierzu gab Frielinghaus elf Tipps heraus, um erfolgreich im Stadtrat arbeiten zu können. So hieß es unter anderem:

 

"Kommen Sie immer erst, wenn die Sitzung schon begonnen hat. So erzeugen Sie Aufmerksamkeit!"

 

Zur Beratung von überplanmäßigen und außerplanmäßigen Ausgaben sagte er:

 

"Im Bereich von 100 Euro sollte man nochmal nachfragen. Geht es um Summen über eine Million, können Sie sofort abstimmen."

 

So humorvoll Frielingshaus‘ erster Redebeitrag war, in seiner zweiten Wortmeldung schlug der Karnevalist kritische Töne an und beklagte, dass ein Großteil der Stadträte und Verwaltungsangestellten dem Ilmenauer Fasching abgeschworen hätten:

 

"Von 44 Stadträten aus Groß-Ilmenau kamen nur ganze fünf genau. Vier bzw. drei von der FDP/CDU, denn einer von denen gehört selbst dazu. Eine Bockwurst und einmal SPD, ich von den Linken schon lange keinen mehr seh‘. Die Plätze der Freien Wähler blieben frei und eine AfD geht mir am Arsch vorbei."

 

"Der neue Kulturamtsleiter macht wie der Krause einfach weiter. Kommt nicht zum Fasching in die Festhalle. Beginnt Kultur denn erst ab Opernballe?"

 

"Schon die neuen Stadtratskandidaten sind faul. Ja wer schaut denn da noch dem Volk aufs Maul? Wer schaut, was die vielen Ehrenamtlichen ohne Bezahlung zum Fasching verrichten? Nein, man bleibt heute lieber Zuhaus’. Und lenkt die Stadt von der Ofenbank aus."

 

Erstmals stieg mit Daniel Schultheiß auch Ilmenaus Oberbürgermeister in die Bütt. Begleitet wurde er von Bürgermeisterin Beate Misch .

 

"Doch glaubt mir, Narretei im Ort, die gibt’s das ganze Jahr schon fort. Ist nicht auf Fasching eingeschränkt, wenn man an uns’ren Stadtrat denkt."

 

"Die Kasse leer, die Aufgaben steigen, was mag man da besonders leiden? Ideen, die keiner zahlen kann, kommen angeflogen schneller dann."

 

Michael Geiß , SPD-Stadtrat aus Langewiesen, gab in seiner Rede ein Gespräch wieder, das er so - oder so ähnlich - mit Senioren nach der Oberbürgermeisterwahl im Herbst geführt hat.

 

"Nein, Stefan Sandmann ist nicht Oberbürgermeister geworden. Der ist nur so oft in der Zeitung, weil er ein Pferdegestüt leitet und das die Nachbarn nicht so toll finden."

 

Außerdem kam er auf den Wegzug des Bratwurstmuseums in Holzhausen zu sprechen:

 

"Wir haben bald das schönste Hallenbad Thüringens. Und Downhill-Fans kommen auch auf ihre Kosten. Und eine Schlitten- und Erlebniswelt. (kurze Pause; dann schreit er) KEINE SAU GEHT MEHR IN DAS BRATWURSTMUSEUM!"

 

Gehrens CDU-Stadträtin Claudia Nippe kritisierte unter anderem den geplanten Natur-Sport-Park am Lindenberg:

 

"Ein Leuchtturm-Projekt soll es werden für die Region. Ich sag euch, das hatten auch andere schon. Und sind damit nach wenigen Jahren, mächtig an die Wand gefahren."

 

Auch äußerte sie sich zur Zusammenarbeit mit Pro Bockwurst-Oberbürgermeister Daniel Schultheiß:

 

"Daniel, arbeite Du nur in Ruh‘. Wir geben dann unseren Senf dazu."

 

Nicht nur die Stadträte durften in der Festhalle ordentlich vom Leder lassen. Auch IKK-Präsident Michael Gohritz zog es ans Rednerpult. Dort deckte er eine Verschwörung auf, an der Bauamtsleiter und Heydas Ortsteilbürgermeister Thomas Schäfer einen erheblichen Anteil hat:

 

"Die Kernstadt, die wird kurzerhand verlegt. Heyda ist es, wo man sie bald sieht! Ein Barockschloss wie Bellevue soll es sein. Denn dort zieht bald der hauptamtliche Oberbürgermeister von Heyda ein."

 

"Der Stausee wird zum Weltmeer ernannt. Der Eiffelturm in die Ortsmitte verbannt. Die Freiheitsstatue wird mit seinem Gesicht versehen. Kickelhahnturm und Goethehäuschen auf dem neuen Schäfer-Platz stehen. Jeder Ortsteil bekommt trotz Dopplung seine Schäfer-Straße und auch Fürst Karl-Günther auf dem Langen Berg kriegt seine Nase. Ja, dann ist es endlich geschehen und Thomas Schäfer wird die Macht übernehmen!"

 

Zu Beate Misch sagte er: Sie kann in ihrer kurzen Zeit in der Ilmenauer Verwaltung gleich auf zwei Ämter zurückblicken:

 

"Zunächst war sie Groß-Ilmenaus Beauftragte für Randgebiete und Neuversklavte."

 

Und auch Kulturamtsleiter Nico Debertshäuser bekam sein Fett weg:

 

"Diese faire Bewerberauswahl war schon die Beste. Zumindest wenn man nimmt von der Rampe die Reste."

 

Nicht einmal IKK-Ehrenpräsident Rolf Frielinghaus - bekannt in seiner Paraderolle als Straßenkehrer - war nicht sicher. Er hatte sich für Andreas Bühl als Oberbürgermeister ausgesprochen. Doch was hat er dafür bekommen?

 

"Ich hab‘ gesucht und was gefunden, hab‘ recherchiert ganz unumwunden. Und dann konnt‘ ich’s im Haushaltsplan sehen, steht dort doch eine Aufsitz-Kehrmaschine mit Automatik drin."

 

Zur bevorstehenden Kommunalwahl sagte Gohritz:

"Drum, Stadträte, an Euch mein Aufruf. Arbeitet mit Schultheiß zusammen, der Rest wär doch doof. Groß-Ilmenaus Zukunft wird dann rosig ausseh’n, rechte Parteien bleiben vor der Stadtgrenze stehen."

 

Frank "Fussel" Härtel und Bernd Rocktäschel vom IKK meldeten sich schließlich als Cordula Krause und Dunja Halali mit einer Sondersendung aus Ilmenau und berichteten über die Abdankung von Gerd-Michael Seeber und die Folgen:

 

"Am 21. Oktober wurde in einer konspirativen Nacht- und Nebelaktion unter Zuhilfenahme eines rumänischen Hütchenspielers der Oberbürgermeister ausgewürfelt."

 

Auch bei den beiden Karnevalisten spielten das Lindenberg-Konzept und weitere Großprojekte eine Rolle:

 

"Neben dem bereits begonnenen Millionengrab an der Eishalle, will man nun wohl auch den Lindenberg komplett betonieren, um einer Randsportgruppe die Ausrichtung ihrer einmal jährlich stattfindenden Veranstaltung zu ermöglichen. Darauf hin haben sich auch andere Randsportarten gemeldet. Die Golf-Union Ilmenau fordert einen 18-Loch-Golfplatz auf der Südseite des Berges. Der studentische Pferde-Polo-Club erwartet eine neue Spielfläche auf der Nordseite. Die Frauenvereinigung für rhythmische Sportgymnastik möchte eine neue Mehrzweckhalle zur Ausrichtung städtischer Meisterschaften im Schortetal."

 

"In Neu-Ilmenau, ehemals Langewiesen, plant man den Bau einer Festhalle 2.0, um damit die einfachen, normalen Bürger aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen, so dass der künftige Tanzpalast in der Naumannstraße für gutbetuchte, zahlende Touristen vorbehalten bleiben wird."

 

"Nach einer Sondersitzung im Regierungsgremium sind folgende Geheimpläne durchgedrungen: Der Bau eines Container-Terminals am Ilm-Ufer in Gräfinau-Angstedt. Der Ausbau des Landeplatzes Pennewitz zum Internationalen Airport ‚Gerd-Michael Seeber‘. Der Bau einer U-Bahn Linie von Ilmenau nach Allzunah. Die Errichtung einer öffentlichen Toilette in der Kernstadt ist dabei natürlich aus Kostengründen nicht vorgesehen."

 

Gunther Kreuzberger erzählte zum Abschluss Kobold-Geschichten aus dem Schortetal und nahm dabei Bezug auf Stadtrat Dietmar Kersten, der für Pro Bockwurst zur Stadtratswahl 2014 antrat, dann aber zu den Freien Wählern wechselte:

 

"So lud ich einmal ein den Wicht zu Kaffee und zu Kuchen, es mit der Bockwurst zu versuchen. Geschmeichelt war er, keine Frage. Ach waren das noch schöne Tage. Nur bald zeigte er sein wahres Gesicht. ‚Bockwurst, nein, das will ich nicht!‘"

Autor
Danny Scheler-Stöhr

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Veröffentlicht am:
07. 03. 2019
14:59 Uhr

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Autor
Danny Scheler-Stöhr

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Veröffentlicht am:
07. 03. 2019
14:59 Uhr



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