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Ilmenau

TU-Orientierungslauf: Medaillenspuren im Schnee

Es gibt doch tatsächlich noch Wintersport-Events auf normalem Schnee! Etwa die Senioren-Weltmeisterschaft im Ski-Orientierungslauf in Innsbruck und Seefeld - mit vier erfolgreichen Startern des SV TU Ilmenau.



Der Traum jedes Thüringer Wintersportlers nach solchen Schneebedingungen geht für vier Ilmenauer Orientierungsläufer bei den WWMG im österreichischen Seefeld in Erfüllung. Foto: Markus Bianchi
Der Traum jedes Thüringer Wintersportlers nach solchen Schneebedingungen geht für vier Ilmenauer Orientierungsläufer bei den WWMG im österreichischen Seefeld in Erfüllung. Foto: Markus Bianchi  

Ilmenau - WWMG - diese Buchstabenkombination steht für Winter World Masters Games, eine Großveranstaltung analog der Olympischen Winterspiele, jedoch nur für Starter ab 30 Jahre aufwärts. Nach Bled (Slowenien) 2010 und Quebec (Kanada) 2015 fanden sie nun an den Olympiaschauplätzen von 1964 und 1976, in Innsbruck bzw. Seefeld, statt. In zwölf Disziplinen nahmen über 3000 Sportler aus 56 Nationen teil, das waren mehr als bei Olympischen Winterspielen. Zu diesen zwölf Disziplinen gehörte neben den "klassischen" auch der Ski-Orientierungslauf, der - wie in einigen anderen Wintersportarten auch - zugleich als Senioren-WM gewertet wurde.

Vom SV TU Ilmenau hatten sich vier Sportlerinnen und Sportler für den Ski-Orientierungslauf angemeldet: Renate und Lutz Tröße, Anke Ritter sowie Ute Schönfeld. Bis dahin war in Thüringen kaum "Schneekontakt" möglich gewesen und so musste ein kleiner Wettkampf im nahe gelegenen Kaltenbrunn, kurz vor der Grenze nach Österreich, als Vorbereitung genügen. Da ahnte noch keiner des Quartetts, dass in Seefeld fünf Medaillen herausspringen würden - so viel wie für keinen anderen dort vertretenen deutschen OL-Verein.

Schon bei der Anreise war die Freude über winterliche Bedingungen riesig. Hier gab es noch richtigen Winter mit genug Schnee für die Rennen und dadurch sehr guten Wintersportbedingungen!

Vieles, aber nicht alles läuft bei den WWMG ähnlich ab wie bei Olympischen Spielen. So gab es auch hier ein "Masters Village" analog zum Olympischen Dorf, es gab feierliche Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen sowie allerhand kulturelle Highlights. Es gab aber auch ein "Genuss-Skilaufen" in den Seefelder und Leutascher Loipen und ein sogenanntes Model Event: Dabei wird in einem kleinen Gebiet ein einfacher Probelauf durchgeführt - der Orientierungsläufer kann sich so mit den Bedingungen vor Ort sowie dem technischen Ablauf für den eigentlichen Wettkampf vertraut machen.

Als erstes stand dann ein Sprint auf dem Programm, mit Top-Laufzeiten von etwa 20 bis 30 Minuten - je jünger die Altersklasse, desto länger dann die Strecke. Gestartet wurde nur ein paar Hundert Meter von den Seefelder Sprungschanzen entfernt, am Hang über den Loipen der WM-Arena. Um dahin zu kommen, musste man u. a. parallel den steilen Anstieg der Langlauf-Sprintstrecke von der Ski-WM von 2019 rauf.

Renate Tröße hatte einen sie selbst überraschenden optimalen Einstieg und gewann ihre Altersklasse D 65 vor einer Schwedin und einer Finnin. Sie verteidigte damit ihren im Vorjahr im schwedischen Pitea errungenen Senioren-WM-Titel. In der D 55 erkämpfte sich Anke Ritter Silber hinter einer Landsfrau und vor einer Läuferin aus den USA. Ute Schönfeld (D 50), die schon 2015 in Lenzerheide (Schweiz) und 2016 in Oberwiesenthal Medaillen gewann, hatte an diesem Tag Pech und erwischte einen falschen Posten, was sie leider aus der Wertung warf.

Es war für alle Läufer nicht leicht, sich stets richtig zwischen eigens dafür angelegten schmalen Lauf-Spuren - häufig bucklig und teils extrem steil, also langsam bzw. abenteuerlich zu bewältigen - und langen Umwegen auf einer der breiten Super-Loipen zu entscheiden, zumal man gerade dort auch leicht mal einen Abzweig übersehen konnte. Lutz Tröße - seinerzeit ebenfalls Medaillengewinner in Lenzerheide - haderte als 15. in der H 70 auch damit, zumal er nach einem Sturz im Langlaufrennen zwei Tage zuvor noch dessen Folgen spürte.

Das Lang-Rennen wurde dann auf der Wildmoos-Alm, einem Hochplateau zwischen Seefeld und Leutasch, ausgetragen - bei Sonnenschein, Pulverschnee und Idylle pur.

Aber das täuschte, denn das Rennen wurde sehr anspruchsvoll: Ski-Orientierungslauf ist komplex und das Laufen allein ist nicht alles. Es gab hier nur relativ wenig breite Loipen - der Rest bestand aus gewalzten Fußwegen und den schon erwähnten engen Spuren, schwierig zu befahren, weil teils vereist oder im Wald nicht mehr vollständig mit Schnee bedeckt. So war das Abschnallen der Ski mitunter eine Alternative im gefährlich steilen Gelände.

Bronze und Silber

Ute Schönfeld und Lutz Tröße steigerten sich auf die Ränge sechs und zehn, während Anke Ritter und Renate Tröße Bronze bzw. Silber holten.

Zum abschließenden Mitteldistanz-Rennen bekam man es dann auch noch mit Neuschnee zu tun. Der hatte die engen, steilen Abschnitte etwas entschärft, aber das Loipennetz war oft fein verzweigt, u. a. mit einer Straßen-Unter- und Überquerung, sodass jeder Konzentrationsfehler bestraft wurde. Trotzdem steigerten sich Ute Schönfeld und Lutz Tröße jeweils auf Rang fünf. Anke Ritter verpasste als Vierte knapp Bronze und Renate Tröße errang nochmals eine Silbermedaille.

Mit fünf Medaillen und wunderbaren Eindrücken traten die vier Ilmenauer die Heimreise an. Aber auch mit etwas Wehmut - angesichts der Schneesituation zu Hause ... trß

—————

www.innsbruck2020.com

Autor

Lutz Tröße
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Veröffentlicht am:
13. 03. 2020
00:00 Uhr

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Autor

Lutz Tröße

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Veröffentlicht am:
13. 03. 2020
00:00 Uhr



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