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Ilmenau

Steht VG Langer Berg kurz vor der Auflösung?

Laut einem neuen Entwurf des Innenministeriums zur Gemeindegebietsreform kann Ilmenau auch seine geplanten Fusionen mit Gehren und Pennewitz vollziehen. Zudem soll die VG Langer Berg aufgelöst werden; Ilmenau soll Aufgaben für Herschdorf und Neustadt mit übernehmen.



Langewiesen - Mit den Worten "Die Katze ist aus dem Sack" kommentierte Langewiesens Bürgermeister Horst Brandt (SPD) am Dienstag die Aussagen im ganz aktuellen Referentenentwurf des Eingliederungsgesetzes zur Gebietsreform. "Es sieht ganz danach aus, dass es ein Groß-Ilmenau geben wird", setzte er hinzu.

In dem erst wenige Tage alten Gesetzesentwurf beschäftigt sich der Paragraf 8 ausschließlich mit den Kommunen "Stadt Ilmenau, Stadt Langewiesen und Gemeinde Wolfsberg sowie Stadt Gehren und Gemeinde Pennewitz (Verwaltungsgemeinschaft Langer Berg)". Demnach wird die VG Langer Berg aufgelöst, wie auch die Stadt Langewiesen und die Gemeinde Wolfsberg. Die Gebiete dieser beiden Kommunen sollen in das Gebiet der Stadt Ilmenau eingegliedert werden. Aufgelöst werden sollen auch die Stadt Gehren und die Gemeinde Pennewitz. Die Gebiete dieser beiden dann aufgelösten Kommunen werden ebenso in das Gebiet der Stadt Ilmenau eingegliedert.

Die Stadt Ilmenau soll laut dem Gesetzentwurf als erfüllende Gemeinde für die Gemeinden Neustadt am Rennsteig und Herschdorf die Aufgaben einer Verwaltungsgemeinschaft übernehmen. Die VG Langer Berg "ist abzuwickeln", heißt es abschließend.

Ein wenig überrascht von der schnellen und beinahe lautlosen Eingliederung nach dem zähen, über ein Jahr andauernden Ringen zeigte sich Brandt dennoch. Gleichzeitig ist er nach den Signalen aus Erfurt optimistisch, dass der Gesetzentwurf in dieser Fassung weitgehend im Landtag beschlossen wird und am 1. Januar 2018 in Kraft treten kann.

In Ilmenau dagegen ist der neue Referentenentwurf des Innenministeriums - zumindest offiziell - noch nicht bekannt. "Der Stadtverwaltung Ilmenau liegt kein offizielles Dokument eines Thüringer Gesetzes zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2018 vor", sagte Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber am Dienstag auf Nachfrage von Freies Wort . Seeber hatte sich zunächst beim Innenministerium rückversichert und dort erfahren, dass sich das Kabinett erst am 19. Dezember mit einem Referentenentwurf zum Thema beschäftigen wird. Bis zur Vorlage eines offiziellen Schreibens wolle er aber keine Fragen zu dem Thema beantworten, ergänzte Ilmenaus Oberbürgermeister.

Neustadt will Entscheidung

Neustadts Bürgermeister Dirk Macheleidt hatte ebenso von dem Referentenentwurf gehört und hofft nun darauf, dass sich auch für seine Rennsteig-Gemeinde eine Entscheidung beschleunigt. "Wenn Großbreitenbach sich nicht bis März entscheidet, dann wird Neustadt reagieren müssen", sagte er und kündigte an, dass er sich sogar eine Einwohnerversammlung vorstellen könne. Darin könne man dann möglicherweise eine Tendenz ausmachen, ob die Neustädter Bürger auch gegen ein Zusammengehen mit Großbreitenbach sein würden und mit einer Eingemeindung nach Ilmenau leben könnten. Macheleidt betonte das erneut in Hinblick auf die finanziell schwierige Situation seines Ortes: "Wir pfeifen auf dem letzten Loch, finanziell ist es bei uns schon fünf nach zwölf", meinte er und erklärte, wegen des aktuellen Investitionsstaus sei Neustadt auf Dauer nicht allein überlebensfähig. Daher könne der Ort es sich nicht leisten, auf die Pro-Kopf-Prämie bei freiwilligen Eingliederungen zu verzichten. Dazu prangerte er auch das große Gefälle in den Finanzsituationen der umliegenden Orte und Städte an: "Wenn Großbreitenbach lieber Reichensteuer zurückgibt, statt etwas für die Region zu tun, dann kann einem das nur noch leid tun", sagte er.

Horst Brandt hingegen schwankt in diesen Tagen ohnehin zwischen ein wenig Wehmut und Hoffnung: "Letzter Weihnachtsmarkt als Bürgermeister, letzte Besuche runder Geburtstage in Langewiesen - fast alles, was ich tue, ist ein Abschied, auch der Weihnachtsmarkt."

Für den sprach er wieder großes Lob aus, vor allem den Aktiven in der Tourist-Information und im Bauhof. Brandt ist optimistisch, dass es Langewiesen auch im nächsten Jahr gelingen wird, solch einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen: "Das ist vertraglich vereinbart, denn solch ein Weihnachtsmarkt ist kein Selbstläufer. Die Organisatoren brauchen Motivation, Zeit und Unterstützung." Anerkennung sprach er dabei besonders den Vereinen von Langewiesen aus, die auf dem Weihnachtsmarkt mit eigenen Angeboten vertreten waren. Kritik gab es in diesem Zusammenhang am TSV 1865, der es als größter Verein der Stadt Langewiesen nicht fertiggebracht habe, auf dem Markt vertreten zu sein. "Aber zum Ostermarkt von Langewiesen hat auch der TSV wieder eine Chance, sich zu präsentieren."

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dol, Uwe Appelfeller
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Veröffentlicht am:
12. 12. 2017
17:06 Uhr

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dol, Uwe Appelfeller

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12. 12. 2017
17:06 Uhr



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