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Ilmenau

Seniorenbeirat kritisiert Verwaltung und Räte

Bittere Worte von der scheidenden Vorsitzenden des Seniorenbeirats: Johanna Kielholz hat im Stadtrat mangelnde Wertschätzung für die Arbeit des Gremiums beklagt.



Johanna Kielholz. Foto: Archiv
Johanna Kielholz. Foto: Archiv  

Ilmenau - Mit bitteren Worten hat am Donnerstag die Vorsitzende des Ilmenauer Seniorenbeirats, Johanna Kielholz, Bilanz über ihre fünfjährige Arbeit gezogen und dabei Stadtverwaltung und Stadträte vor die Frage gestellt, ob es überhaupt noch einen Seniorenbeirat benötige. "Es hat kaum jemanden interessiert, was wir machen", so Kielholz. "Es wurden keine Stellungnahmen von uns eingefordert, kein Vertreter aus der Stadt hat an einer unserer Sitzungen teilgenommen." Einzige Ausnahme sei Ilmenaus Bürgermeisterin Beate Misch gewesen, die gemeinsam mit dem Beirat über eine neue Satzung beraten habe.

Doch auch unabhängig von Verwaltung und Räten sei das Interesse sehr gering gewesen. "Die Bevölkerung hat uns wohl nur für eine Art Eventagentur gehalten. Der Andrang war nur zu den durch uns organisierten Seniorenveranstaltungen groß. Zu unseren wöchentlichen Sprechzeiten, die wir über fünf Jahre lang an jedem Donnerstag angeboten haben, haben sich nur 20 Gäste verirrt", sagte Kielholz.

Größtes Hindernis für den Seniorenbeirat sei die mangelnde Kooperation mit der Stadtverwaltung - vor allem unter Ex-Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber - gewesen. "Einen persönlichen Ansprechpartner für uns hat er nicht für nötig gehalten. Er selbst hat uns aber auch nie persönlich eingeladen", so Kielholz. Dass es auch anders geht, habe ihr ein Besuch in der Partnerstadt Wetzlar gezeigt. "Dort habe ich gesehen, wie effektiv und befriedigend eine mit der Stadt vernetzte Arbeit sein kann", sagte sie.

Doch auch mit Selbstkritik hielt Kielholz nicht zurück. Sich selbst warf sie vor, eine zu abwartende Haltung bei den von ihr angesprochenen Problemen gehabt zu haben. "Dafür bin ich von den Beiratsmitgliedern auch sehr kritisiert worden", sagte sie.

Dass die Arbeit des Seniorenbeirats aber durchaus wichtig für Ilmenau ist, machte Kielholz an einigen Zahlen deutlich. So sind bereits jetzt 33,7 Prozent der Ilmenauer Bevölkerung Senioren - also über 60 Jahre alt. "Wir haben die Situation vor Ort gut im Blick", so Kielholz.

In einer der nächsten Stadtratssitzungen soll nun ein neuer Seniorenbeirat gewählt werden. Bereits 18 Bewerbungen liegen vor. "Traurig stimmt mich, dass es keine einzige Bewerbung aus den größeren Ortsteilen wie Langewiesen und Gehren gibt", so Kielholz.

Der neue Seniorenbeirat wird sich dann auch eine neue Vorsitzende suchen müssen. Johanna Kielholz selbst hatte bereits angekündigt, sich nicht mehr um den Vorsitz bewerben zu wollen.

Stadtratsvorsitzender Wolf-Rüdiger Maier (CDU) dankte der Beiratsvorsitzenden für ihre Arbeit. "Ich hoffe, die kritischen Dinge, die Sie angesprochen haben, sind auf offene Ohren gestoßen", sagte er. "Jeder von uns kann sich ein wenig an die eigene Nase fassen."

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Danny Scheler-Stöhr

Danny Scheler-Stöhr

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Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
12:18 Uhr

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Danny Scheler-Stöhr

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Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
12:18 Uhr



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