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Ilmenau

Schulen und Kindergärten in Vorbereitung auf neuen Modus

In der Landgemeinde bereiten sich die Kinder- und Bildungseinrichtungen auf die schrittweise Öffnung ihrer Häuser vor. Noch ist aber nicht alles klar zu den geänderten Verhältnissen und kleineren Gruppen.



Verwaist ist derzeit nicht nur der Haupteingang der Grund- und Gemeinschaftsschule Großbreitenbach, auch die Fahrradständer bleiben tagsüber leer. Foto: Klämt
Verwaist ist derzeit nicht nur der Haupteingang der Grund- und Gemeinschaftsschule Großbreitenbach, auch die Fahrradständer bleiben tagsüber leer. Foto: Klämt  

Großbreitenbach/Erfurt - Wie und wann genau es in den Schulen und Kindergärten mit dem Betrieb weitergeht, ist momentan noch nicht exakt klar. Doch in den Schlussfolgerungen der Landesregierung zur jüngsten Ministerpräsidentenberatung mit der Kanzlerin heißt es: "Die schrittweise Öffnung der Bildungseinrichtungen behandeln wir mit Priorität. Dabei werden die Schulen, die Schülerinnen und Schüler und die Eltern sich auf neue Bedingungen einstellen müssen. Prägend für den weiteren Ablauf bleibt der Schutz der Gesundheit Aller." Thüringen wird demnach ab 27. April den Präsenzunterricht für einzelne Schülergruppen wieder aufnehmen, beginnend mit den Abiturienten. Ab 4. Mai folgen die Abschlussklassen der Grundschulen und Gemeinschaftsschulen, was dann auch auf Großbreitenbach zutrifft, wo beide ansässig sind. Trotz mehrtägiger Versuche war die Gemeinschaftsschulleiterin Andrea Köhler letzte Tage leider nicht erreichbar. In der Gemeinschaftsschule ist lediglich ein Anrufbeantworter geschaltet. Anders bei Grundschullleiterin Petra Möller, die auf Anfrage von Freies Wort von umfangreichen Vorbereitungen auf den Mai berichtet, in dem es mit den vierten Klassen wieder losgehen soll. "Wir warten dazu noch auf genaue Infos vom Schulträger, insbesondere, was die genauen Hygienebestimmungen betrifft", sagt Möller, doch vieles sei auch schon früher ganz selbstverständlich so durchgeführt worden, Waschen der Hände mit Seife etwa oder Husten und Niesen in die Armbeuge. "Da haben wir aus der Influenza-Zeit viel Vorlauf, denn da haben wir bereits besonders auf solche Umgangsformen geachtet und unsere Kinder setzen das recht vorbildlich um", lobt Möller die Grundschüler. Unklar ist momentan dennoch, wie die Abstandsregel in den Klassen umgesetzt werden kann, ob Schichtbetrieb angedacht ist oder mehr Personal. Denn um die geforderten Abstände unter den Schülern umzusetzen, müssten die etwa 25-köpfigen Grundschulklassen wohl in drei Gruppen geteilt werden. Dafür gebe es derzeit weder genug Personal noch Räume, sagt die Grundschulleiterin. Definitiv aber seien nicht alle Schüler mehr in einem Raum zu unterrichten. Das Abstandsgebot in den ersten Klassen verständlich zu machen, hält Möller für schwierig, die Maßnahme aber für derzeit sinnvoll.

Insgesamt wertet sie die Rückkehr zum Schulunterricht zwar als "eine schwierige Gratwanderung" und bewundert die Politiker, deren Entscheidungen dazu sie nicht treffen wollte, doch insgesamt bezeichnet sie die Herangehensweise als "sehr in Ordnung und nachvollziehbar". Es werde zunächst wohl auch, und da stimmt sie mit den Schlussfolgerungen der Landesregierung überein, einen Mix aus Präsenz- und Distanzunterricht geben, der auch auf Risikogruppen unter den Schülern, Eltern und Lehrern Rücksicht nimmt, sprich, es wird eine Mischung aus Unterricht in der Schule und zu Hause laufen. Denkbar seien da auch ganz neue Angebote.

Engmaschige Kontakte

Die Notwendigkeit solch besonderer Lehrmethoden hält Möller durchaus für berechtigt, um das Gesundheitssystem vor einem Massenansturm zu bewahren, solange es gegen Corona keine Impfung gibt. Auch von den meisten Eltern werde diese Verfahrensweise geteilt, bei allen Schwierigkeiten, die das nach sich zieht. Wie lange es dauern werde, den Stoffverlust durch die verhängte häusliche Unterrichtsform wieder wettzumachen, wagte sie nicht einzuschätzen. "Das ist natürlich kein Lernen wie in der Schule", sagt Möller zu den letzten Wochen, doch seien die Eltern von den Lehrern auch geschult worden, vieles sei in der Sperrzeit gut gelungen, wenn auch nicht überall. Telefonisch sei doch viel möglich gewesen. Der Kontakt sei über Lehrer, auch über die Elternsprecher engmaschig gestaltet worden und es habe Kontrollen der aufgetragenen Schulaufgaben gegeben, um das Mitmachen zu motivieren. Auch hätten die Schüler sogar ein Ostergedicht gelernt und am Telefon vorgetragen. Unklar bleibt derzeit noch, welche weiteren Berufsgruppen von Eltern jetzt unter die Möglichkeit der Nutzung der Notbetreuung fallen. Das komme nächste Tage auf die Schulleitung zu, Auskunft dazu könne aber noch nicht gegeben werden, sagte Möller am Donnerstag. Bisher werde das von zwei bis sechs Schülern in Anspruch genommen.

Auch die Kindertagesbetreuung soll im Mai schrittweise wieder beginnen. Beim Bildungswerk Großbreitenbach war Geschäftsführerin Cornelia Koch trotz mehrtägiger Versuche zur Frage der Situation in den Kindergärten der Landgemeinde nicht zu erreichen. Landgemeindebürgermeister Peter Grimm sagte am Donnerstag, er wisse, dass es bereits erste Elternanfragen zur Erweiterung der Notbetreuung in Kindergärten gebe. Noch sei aber unklar, welche zusätzlichen Berufsgruppen dies betreffe.

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Thomas Klämt
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Veröffentlicht am:
17. 04. 2020
15:16 Uhr

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Thomas Klämt

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Veröffentlicht am:
17. 04. 2020
15:16 Uhr



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