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Ilmenau

Quarantäne für Heimkehrer

Zur Einschränkung der Ausbreitung des Corvid-19-Virus im Ilm-Kreis wurde am Donnerstag eine Allgemeinverfügung erlassen, die weitreichender ist als bisher alles andere in Südthüringen. Sie bedeutet Quarantäne für Rückkehrer aus dem Ausland.



Nicht nur Händeschütteln ist für Menschen verboten, die sich in Quarantäne befinden. Foto: dpa
Nicht nur Händeschütteln ist für Menschen verboten, die sich in Quarantäne befinden. Foto: dpa  

Ilm-Kreis - Am Donnerstagnachmittag hat das Landratsamt des Ilm-Kreises eine Allgemeinverfügung erlassen, wonach sich Einwohner des Ilm-Kreises, die sich innerhalb der letzten 14 Tage im Ausland aufgehalten haben, verpflichtet sind, sich für einen Zeitraum von 14 Tage nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland ausschließlich in ihrer Wohnung, inbegriffen das von ihnen selbst genutzte Wohngrundstück, aufzuhalten.

Außerdem sind die Personen verpflichtet, sich unverzüglich telefonisch im Gesundheitsamt des Ilm-Kreises ( 03628/738888) zu melden oder über das Kontaktformular "Covid-19" auf der Homepage des Ilm-Kreises. Die Umstände des Aufenthaltes (Gebiet, Datum, Ort, Kontakte) sind mitzuteilen. Diese Personen sind zudem verpflichtet, den direkten Kontakt mit anderen Personen einzustellen. Es ist ihnen untersagt, den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen.

Wer Erkältungssymptome aufweist (Husten, Schnupfen, Fieber, Kraftlosigkeit, Atemprobleme) ist verpflichtet, sich unverzüglich bei ihrem Hausarzt telefonisch zu melden oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst 116117 zu kontaktieren. Nur im Falle einer notwendigen medizinischen Behandlung dürfen die medizinischen Einrichtungen aufgesucht werden, wobei vorab telefonisch über die angeordnete Quarantäne und deren Anlass zu informieren ist.

Die Allgemeinverfügung gilt ab sofort bis einschließlich 21. April 2020.

Das Gesundheitsamt des Ilm-Kreises weitet seine Schutzmaßnahmen aus, indem alle Auslands-Rückkehrer von der Allgemeinverfügung betroffen sind und nicht nur jene, die aus einem Risikogebiet kommen, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) benannt wurden. Begründet wurde die umfassende Maßnahme damit, dass in kurzen Abständen neue Risikogebiete festgelegt werden. "Angesichts der zu befürchtenden Dunkelziffern an Infektionsfällen weltweit und der weiterhin rasant ansteigenden Fallzahlen, aber auch im Hinblick auf die Einreisebeschränkungen in Europa und an den Grenzen mehrerer Bundesländer wird im pflichtgemäßen Ermessen eingeschätzt, dass eine Beschränkung nur auf die als Risikogebiete angegebenen Regionen nicht mehr geeignet ist, das Pandemierisiko wirkungsvoll zu verringern", heißt es in der Verfügung. Hinzu kommt, dass das RKI seine Risikoeinschätzung von "mäßig" auf "hoch" angehoben hat.

Der Ilm-Kreis gehört zu den Regionen mit einem hohen Bevölkerungsanteil an älteren Menschen. Diese sowie vorerkrankte Menschen gehören zum Personenkreis, die von einem ernsthaften Krankheitsverlauf betroffen sein können. "Die zunehmend auch im Ilm-Kreis aufgetretenen Krankheits- und Verdachtsfälle erhärten die Einschätzung, dass die bisherigen Schutzmaßnahmen nicht ausreichen", veranlasst den Ilm-Kreis zu dieser Handlung. Außerdem weist er darauf hin: "Eine Vielzahl der nachgewiesenen Erkrankungen in Deutschland ist auf Rückkehrer von Destinationen im Ausland zurückzuführen." Das Gesundheitsamt schätzt die Ansteckungsgefahr für Personen, die sich im Ausland aufgehalten haben, als sehr hoch ein. "Aus präventiven Gesichtspunkten ist es zum Schutz von Gesundheit, Leib und Leben der gesamten Bevölkerung notwendig, dass diese Personen sich in häusliche Quarantäne begeben. Eine Person kann bereits Träger des Virus sein, ohne selbst Krankheitssymptome zu entwickeln oder aufgrund recht milder Symptome begibt sich die Person nicht in ärztliche Abklärung. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass erkrankte oder ansteckende Personen im regulären Alltagsgeschehen auf diese Weise den Virus weiterverbreiten. Des Weiteren soll das medizinische Versorgungssystem im Ilm-Kreis vor einer Überlastung geschützt werden." Kontakte in häuslicher Gemeinschaft sind auf ein Minimum zu reduzieren.

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2020
17:08 Uhr

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20. 03. 2020
17:08 Uhr



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