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Ilmenau

Produktionsstart bei CATL Mitte nächsten Jahres

2020 will der chinesische Autobatteriehersteller CATL am Erfurter Kreuz mit der Produktion beginnen. Perspektivisch sollen dort 2000 Arbeitsplätze entstehen.



Arnstadt - „Wer an den Bau einer Batteriefirma denkt, denkt sicher nicht zu erst an Arnstadt“, räumte Matthias Zentgraf, Geschäftsführer von CATL Europe am Mittwochnachmittag ein, als er auf Einladung des Vereins „Wirtschaftsforum der Sozialdemokratie Thüringen“ die Ansiedlungspläne fürs Erfurter Kreuz vorstellte. CATL, das steht für Contemporary Amperex Technology Co. Limited. Dahinter verbirgt sich der größte chinesische Hersteller von Lithium-Ionen-Akkumulatoren für die Autoindustrie. Dass sich CATL in Thüringen niederlässt, sorgte in den letzten Monaten für weltweite Schlagzeilen. Sogar die New York Times berichtete darüber.

Mehr als ein Dutzend mögliche Europa-Standorte hatte das Unternehmen geprüft, bevor die Wahl schließlich aufs Industriegebiet Erfurter Kreuz fiel. Den Ausschlag, so Zentgraf, habe neben der zentralen Lage auch die vorhandene Infrastruktur, die politische Stabilität und die Chance, gute Fachkräfte zu gewinnen, gegeben. Das hätte zum Beispiel Ungarn, das lange als Favorit der Chinesen galt, nicht bieten können, so Zentgraf. Dass Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hartnäckig für den heimischen Standort warb, schadete da auch nicht.

Seit Juni gehört CATL das ehemalige Gebäude des insolventen Solarworld. Mittlerweile sind die Schriftzüge am Eingang ausgetauscht. „Mitte bis Ende nächsten Jahres wollen wir hier mit dem Bau von Modulen beginnen“, kündigte Matthias Zentgraf an. Dafür soll in der bestehenden Halle eine Produktionsstrecke aufgebaut werden. Rund 200 Arbeitsplätze werden so zunächst entstehen.

Noch kommen die Batterien für den Zusammenbau aus China. Das eigentliche Batteriewerk, das auf der noch grünen Wiese gebaut wird, soll Ende 2021/Anfang 2022 an den Start gehen. Mittlerweile so Zentgraf, hätte man die Baugenehmigung. Perspektivisch sollen dort 2000 Arbeitsplätze bestehen.

Rund 1,8 Milliarden Euro sollen auf dem 82 Hektar großen Gelände investiert werden. In der Endausbaustufe soll die Fabrik 14 Gigawattstunden Produktionskapazität für Batterien aufweisen. CATL produziert dabei sowohl für den Personenkraftwagen- wie für den Nutzfahrzeugmarkt. Das 2011 in Ningde in der Provinz Fujian gegründete Unternehmen, das seit 2017 an der chinesischen Börse gelistet ist, hat weltweit mittlerweile 25 000 Mitarbeiter und Niederlassungen unter anderem in Kanada, den USA, Japan, Frankreich und Schweden. Man arbeite mit allen großen europäischen Autoherstellern zusammen, sagte Zentgraf.

„Die ersten Jahre werden wir nicht ohne Importe auskommen, aber unser Ziel ist es, dass sich Zulieferer in der Nähe ansiedeln“, machte Matthias Zentgraf Hoffnung auf weiteren Arbeitsplätzezuwachs in der Region. Auch Forschung und Entwicklung schreibe das Unternehmen groß, betonte Zentgraf. So soll künftig das Batterie-Recycling eine große Rolle spielen, sollen bis zu 90 Prozent der seltenen Metalle wieder verwendet werden.

In der Anfangsphase soll etwa ein Drittel der CATL-Arbeitskräfte aus China kommen. „Aber den Anteil wollen wir perspektivisch dann wieder reduzieren“, kündigte Zentgraf an. Die nötigen Fachkräfte zu gewinnen war dann auch das wichtigste Thema der Diskussionsrunde mit Wolfgang Tiefensee, Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südthüringen, und Kay Senius, Regionaldirektion Sachsen-Anhalt /Thüringen der Bundesagentur für Arbeit. Ohne Zuwanderung aus dem In- und Ausland, so der Tenor, gehe es nicht.

Eine Entwicklung, von der man auch in Arnstadt hofft zu profitieren. „Bisher haben wir nicht viel vom Erfurter Kreuz, meinte Detlef Möller, Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Da CATL, anders als in China, die Wohnungen für seine Mitarbeiter nicht gleich selber baut, hoffe er, die WBG könne vom Zuzug profitieren. „Wir sind für Gespräche offen, wenn man uns sagt, was man braucht.“

Autor

Berit Richter
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
10. 10. 2019
13:13 Uhr

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Autor

Berit Richter

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Veröffentlicht am:
10. 10. 2019
13:13 Uhr



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