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Ilmenau

Flüchtlingsnetzwerk näht Masken für Diakonie

Einem Aufruf der Ilmenauer Diakonie-Sozialstation zum Masken-Nähen waren hilfsbereite Menschen aus dem Umfeld gefolgt. Unter anderem beteiligten sich auch Frauen aus dem Flüchtlingsnetzwerk.



Eine Diakonie-Mitarbeiterin probiert eine Maske aus, die von den Helferinnen genäht wurde. Foto: T. Fastner
Eine Diakonie-Mitarbeiterin probiert eine Maske aus, die von den Helferinnen genäht wurde. Foto: T. Fastner  

Ilmenau - Die Diakonie-Sozialstation in Ilmenau hatte vergangene Woche einen Aufruf zum Nähen von Masken gestartet. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie-Sozialstation sind auch in diesen Zeiten pausenlos im Einsatz, um die Patienten in der gewohnten Qualität zu versorgen. Um weder die Patienten noch sich selbst zu gefährden, sind unsere Mitarbeiter in der ambulanten Pflege auf Sicherheitsausstattungen angewiesen. All das ist in diesen Zeiten knapp geworden", teilte Wolfgang Bruns, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Kirchengemeinde Ilmenau und Vorsitzender des Beirats der Diakonie-Sozialstation, mit. Benötigt wurden insbesondere Gesichtsmasken, und zwar für die Patienten und die Pflegekräfte.

Waschbare Baumwolle

Eine Anleitung zum Nähen derartiger Masken hatte die Diakonie potenziellen Interessenten mit auf den Weg gegeben. Dabei hoffte man darauf, dass einige freiwillige "Zulieferer" vielleicht schon Gesichtsmasken genäht oder ein eigenes "Schnittmuster" parat hatten. Als geeigneter Stoff wurde Baumwolle empfohlen, mit mindestens 60 Grad waschbar, wie zum Beispiel alte Bettlaken.

Die Lage hat sich nun entspannt, unter anderem durch die tatkräftige Unterstützung einiger Frauen vom Flüchtlingsnetzwerk, die auf diesem Wege etwas zurückgeben und ihre Dankbarkeit ausdrücken wollten. Das berichtete Pastorin Magdalene Franz-Fastner von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Ilmenau, dem Träger der Diakonie. "Es sind vier Frauen, die am Nähen waren: Ruqia Parwani, Nabilla Assadi, Zarah Hashemi und Petra Spieler", teilte sie mit. Die Frauen trafen sich bis vor Kurzem normalerweise im Begegnungszentrum des Flüchtlingsnetzwerkes. Jetzt, mit den Kontaktsperren natürlich nicht mehr - aber von ihren Treffen dort kennen sie sich.

"Aktuell haben sie in Heimarbeit bisher 60 Masken genäht", weiß Magdalene Franz-Fastner. Ruqia Parwani aus Afghanistan zum Beispiel hat eine Bufdi-Stelle über das Flüchtlingsnetzwerk. Sie hat dort die Näh- und Sprachgruppe maßgeblich mit betreut. Petra Spieler betreut ebenfalls eine Gruppe des Frauensprachcafés im Begegnungszentrum und näht jetzt ebenfalls zu Hause.

Der Stoff samt Näh-Zubehör wurde übrigens vom Jugendintegrationsprojekt (jipi-gUG) des Kreisjugendrings gespendet, erklärt die Pastorin Magdalene Franz-Fastner.

Außer den genannten gab es noch Frauen, die über Mitarbeiter der Diakonie-Sozialstation direkt angefragt wurden, ob sie nicht auch nähen würden. "Es sind sozusagen einfach hilfsbereite Frauen aus dem Umfeld der Diakonie, also Verwandte und Freunde, die da mitmachen. Geholfen haben zum Beispiel Ulrike Eschrich, Ingrid Röbisch und Carola Engel-Reh", zählt die Pastorin einige auf. Mitgeholfen habe auch Helga Gröpler von der Kirchgemeinde, von der Magdalene Franz-Fastner sagt: "Sie ist ebenfalls eine äußerst einsatzbereite Frau in der Gemeinde, die gerne und viel hilft." Auch der Lionsclub wurde angefragt und beteiligte sich.

Die Gesamt-Anzahl der fertigen Masken sei noch nicht genau erfasst. Es handelt sich nach Angaben der Pastorin aber um 150 bis 200 Gesichtsmasken, die genäht wurden. Weitere sind noch angekündigt worden. Die Diakonie-Sozialstation Ilmenau hat 60 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie 250 Klienten zu versorgen.

Autor

Uwe Appelfeller
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 04. 2020
00:00 Uhr

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Uwe Appelfeller

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14. 04. 2020
00:00 Uhr



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