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Ilmenau

Energie auf dem Prüfstand: Glashütte will Elektro-Wannen

Wiegand-Glas prüft den Einsatz von Elektroenergie statt Gas. Dabei geht es um CO2-Ausstoß und Energieeffizienz.



Rot glühend wie heiße Tropfen fallen die Glasflaschen aus dem teils automatisch laufenden Produktionsprozess. Gelingen die Pläne, wird der Rohstoff Glas dafür künftig mit Elektroenergie geschmolzen. Foto: Klämt
Rot glühend wie heiße Tropfen fallen die Glasflaschen aus dem teils automatisch laufenden Produktionsprozess. Gelingen die Pläne, wird der Rohstoff Glas dafür künftig mit Elektroenergie geschmolzen. Foto: Klämt  

Großbreitenbach - Die Wiegand-Glashüttenwerke GmbH in Großbreitenbach prüft einen Wechsel der Energie-Art bei den Glasschmelz-Wannen, dem Herzstück und energieintensivsten Bereich des Unternehmens. Zwei Wannen sind dort in Betrieb. Bisher werden sie mit Gas beheizt und müssen rund um die Uhr laufen. Es werde nun eine Umstellung auf Elektrowannen geprüft, sagte Alexander Höland, einer der Bereichsleiter der Glasverarbeitung, kürzlich während des Besuchs einer Schülergruppe. Eine solche Wanne fasse nahezu 350 Tonnen Glas. 600 Tonnen sei derzeit die Obergrenze der täglichen Schmelzleistung im Unternehmen.

In Fragen Klimaschutz sei das Unternehmen unter den Top Zehn der europäischen Behälterglasindustrie, sagte Personalreferentin Cornelia Ehrsam. Es werde schon sehr viel zur CO2-Reduzierung getan, doch würden natürlich stets weitere Wege gesucht, dies zu verbessern. Energieintensiv werde das technische Verfahren des Glasschmelzens jedoch immer bleiben, sagte sie.

Derzeit nutzt das Unternehmen in Großbreitenbach Restwärme aus den Abgasen im Produktionsprozess, um das Schmelzgut vorzuwärmen und dafür keine zusätzliche Energie einsetzen zu müssen. Es werde dabei zu 80 bis 90 Prozent mit Glasscherben, also recyceltem Material, gearbeitet, sagte Höland, dieser Anteil solle noch weiter gesteigert werden. "Für uns ist Recycling ein ganz wichtiger Punkt. Wir brauchen die Scherben, weil sie Rohstoffe sparen", so Ehrsam.

Während dem Unternehmen Energieeinsparung und Kreislaufwirtschaft auch Kosten minimiert, sichert es am Markt parallel zu besserer Umweltverträglichkeit auch die nötigen wettbewerbsfähigen Preise und damit Arbeitsplätze für die Region.

42 Prozent der Flaschen aus Großbreitenbach gehen in den Export, 58 Prozent bleiben im Inland, wurde ausgeführt. Hauptanteil der Produktion seien mit 35 Prozent Bierflaschen. Flaschen für Wein machen demnach 22 Prozent der Fertigung aus, Spirituosen 19 Prozent, Nahrungsmittelflaschen zehn Prozent. Je sieben Prozent der Flaschen werden von Schaumweinproduzenten bestellt und Herstellern alkoholfreier Getränke.

Großbreitenbachs Glasflaschenangebot soll dabei möglichst flexibel bleiben und Kundenwünsche berücksichtigen. So gebe es derzeit über 2000 verschiedene Flaschenarten in der Größenordnung zwischen zehn Millilitern und drei Litern, die in Großbreitenbachs Glaswerk hergestellt werden können. Dabei seien etwa 350 verschiedene Mündungen möglich für Bügelverschlüsse, Kronkorken, Schraubverschlüsse oder anderes.

Die Wiegand-Glas GmbH betreibt auch das große Glaswerk in Schleusingen. tom

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Veröffentlicht am:
23. 10. 2019
15:49 Uhr

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23. 10. 2019
15:49 Uhr



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