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Ilmenau

Der Paketflut im Ilm-Kreis besser gerüstet

Seit Ende Oktober werden Paket- und Briefsendungen der Deutschen Post in einem neuen Verteilzentrum sortiert und von dort ausgeliefert. Am Dienstag wurde das Zustellzentrum feierlich übergeben. Die Post hat im nächsten Jahr E-Mobilität im Blick.



Dieter Hepp, Marcus Wulf, OB Daniel Schultheiß und MdB Tankred Schipanski (von links) schneiden eine Torte zur Eröffnung des Zustellstützpunktes an.
Dieter Hepp, Marcus Wulf, OB Daniel Schultheiß und MdB Tankred Schipanski (von links) schneiden eine Torte zur Eröffnung des Zustellstützpunktes an.   Foto: Marina Hube » zu den Bildern

Ilmenau - Mit dem neuen Zustellzentrum in Ilmenau hat die Deutsche Post auf die steigende Anzahl vor allem von Paketsendungen reagiert. Nach fast zehn Jahren als Übergangslösung im Schorn-Tower stationiert, lautet die neue Postanschrift für dieses Brief- und Paketverteilzentrum "Am Vogelherd 44". Auf 8500 Quadratmetern Grundfläche und 1400 Quadratmetern Gebäudefläche finden die 60 Mitarbeiter viel bessere Arbeitsbedingungen als noch vor drei Wochen. Denn bis zum 26. Oktober wurden am Standort "Am Vogelherd 10" die Zustellungen vorbereitet. "Zu klein, zu unhandlich, zu alt - es war nur eine Übergangslösung", sagt Stützpunktleiterin Petra Reif, in deren Verantwortung 13 Zustellstützpunkte in Südthüringen gemanagt werden.

Niederlassungsleiter Marcus Wulf freut sich, dass mit dem neuen Stützpunkt auf die Anforderungen reagiert wurde und noch reagiert wird, denn neben einem modernen und großzügigen Arbeitsplatz sollen ab kommendem Jahr elektrische Streetscooter zum Einsatz kommen, mit denen (zumindest vor Ort) emissionsfrei Briefe und Pakete zugestellt werden können. Noch fehlen die 31 postgelben Fahrzeuge aus eigener Produktion, die die jetzigen Dieselfahrzeuge ersetzen sollen. Die dann benötigte Ladeinfrastruktur sei vorbereitet. "Sobald die Fahrzeuge da sind, stehen die geplanten 41 Ladeeinheiten bereit", versichert Marcus Wulf. "Für uns ist es gut, dass sich die Menschen in Deutschland alles im Internet bestellen, was sie wollen", sagt er, den Blick auf die zur Eröffnung der neuen Arbeitsstätte fast vollständig versammelte Mannschaft gerichtet. 60 Mitarbeiter sind für 30 Zustellbezirke im Radius von 30 Kilometern zuständig. Täglich müssen sie etwa 20 000 Briefe und 2500 Pakete zustellen. Eine zweistellige Zuwachsrate im Paketbereich sei aktuell zu verzeichnen. Deshalb ist die Fläche des Gebäudes so aufgeteilt, dass etwa ein Viertel der Brief- und drei Viertel der Paketsortierung vorbehalten ist. Das neue Objekt hat ein Potenzial für 38 Zustellbezirke, sagt Wulf. Nicht nur die Gebäudefläche gibt diese Erweiterung her, sondern auch die Stellflächen der Fahrzeuge.

Dieter und Anette Hepp aus Coburg und Rathenow sind die Investoren, die einen Teil des früheren Glaswerkes gekauft haben, als es schon beräumt und von Altlasten befreit war. Seit dem Jahr 2014 sind sie Partner der Deutschen Post und entwickeln seitdem moderne Zustellstützpunkte.

Mit der Zeit gehen

"Die alten Stützpunkte in den Innenstädten sind nicht mehr zeitgemäß", sagt Dieter Hepp. Er weiß, worauf es der Deutschen Post heute ankommt. Am Standort in Ilmenau habe man 1,8 Millionen Euro investiert. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre mit der Option der Mietverlängerung. Die Infrastruktur für die Elektrofahrzeuge bringe der Mieter, also die Deutsche Post, mit. In Ilmenau verfügten die Investoren noch über eine weitere Fläche mit 7000 Quadratmetern, die entwickelt werden könne. Für die Deutsche Post wird der Investor im kommenden Jahr in Schmalkalden einen Zustellstützpunkt bauen. Neben jenem in Ilmenau sind in jüngster Vergangenheit solche in Bad Langensalza und Kronach in Betrieb genommen worden.

Heidrun Hartleb ist froh, dass sie den Umzug mitmachen konnte. Sie geht am heutigen Mittwoch nach 42 Jahren im Zustelldienst in den Ruhestand. "Wir haben hier viel mehr Platz, es ist alles übersichtlicher, wenn auch die Wege länger sind", sagt sie. "Es ist ein hartes Geschäft, vor allem im Winter, wenn man Eiskratzen muss und Schneeketten aufziehen." Das Eiskratzen kann in Zukunft den Zustellern erspart bleiben, wenn sie mit den Streetscootern unterwegs sind. Unter anderem können Scheiben vorgeheizt werden.

Die technischen Voraussetzungen und die Ausstattung am Arbeitsplatz für einen guten Dienst sind die eine Seite. Die andere Seite ist der Kunde. Er kann mit wenigen Mitteln etwas tun, damit die Arbeit der Zusteller leichter wird. Das fängt damit an, dass auf Grundstücken keine Hunde frei herumlaufen, dass die Briefkästen gut zugänglich und ausreichend groß sind und die Zuwegung keine Gefahren bilden, zählen Zusteller auf, wenn man sie nach ihren Wünschen fragt.

Zur Inbetriebnahme des neuen Zustellstützpunktes konnten Oberbürgermeister Daniel Schultheiß und der CDU-Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski begrüßt werden. Für Investor Dieter Hepp war es selbstverständlich, der Übergabe beizuwohnen und nicht nur mit den Verantwortlichen der Deutschen Post ins Gespräch zu kommen, sondern auch mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Vor allem Letztere haben beigetragen, dass sich alle nach den offiziellen Worten bei einem Imbiss mit Selbstgemachtem und Getränken stärken konnten.

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Marina Hube

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Veröffentlicht am:
19. 11. 2019
15:14 Uhr

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19. 11. 2019
15:14 Uhr



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