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Ilmenau

"Der KI-Markt ist hart umkämpft"

Ein neues Transferzentrum für Künstliche Intelligenz könnte in Zukunft in Ilmenau entstehen, so der Wunsch von Bundespolitiker Tankred Schipanski. Gemeinsam mit dem Bundesbeauftragten für die neuen Bundesländer, Christian Hirte, warb er für diese Idee beim Fraunhofer IOSB-AST am Vogelherd.



Peter Bretschneider (l.) im Gespräch mit Tankred Schipanski und Christian Hirte.
Peter Bretschneider (l.) im Gespräch mit Tankred Schipanski und Christian Hirte.  

Ilmenau - Nach der Jubiläumsfeier im ITZBund am Ehrenberg hat der Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski (CDU) gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Bundesbeauftragten für die neuen Bundesländer, Christian Hirte (CDU), das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung und Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST) am Vogelherd besucht. Die Politiker informierten sich über aktuelle Forschungsprojekte zur Künstlichen Intelligenz (KI) am Institut und warben für die Ansiedlung eines KI-Transferzentrums in Ilmenau.

Projekte des IOSB-AST

Autonomie-KIT (AKIT)

Damit Menschen sich nicht in Gefahr begeben müssen, sollen autonom fahrende, unbemannte Fahrzeuge und Roboter Bergungsarbeiten in Katastrophengebieten verrichten und Gefahrenquellen beseitigen. Auch herkömmliche, weltweit verfügbare Bau- und Arbeitsmaschinen wie beispielsweise Bagger und Traktoren, können durch Sensoren und andere Komponenten umgerüstet werden.

UV-LED-Technologie

Keimfreies Wasser durch UV-Strahlung: Die umweltfreundliche und effiziente Technologie zerstört die DNA der Bakterien und eignet sich unter anderem zur Desinfektion von Brauwasser. Auch die Kronkorken der Flaschen werden desinfiziert. Die Mitarbeiter des Fraunhofer IOSB-AST erforschen aktuell weitere Einsatzgebiete.

Bauhaus Moblity Lab

Mithilfe Künstlicher Intelligenz sollen ab Frühjahr 2020 innovative Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Mobilität, Logistik und Energie entwickelt und unter realen Bedingungen in Erfurt erprobt werden. Freies Wort berichtete am 11. November.

Remotely Operated Vehicles

Die Unterwasserroboter liefern hochauflösende Aufnahmen und kommen aktuell im Arendsee in Sachsen-Anhalt für die Untersuchung archäologischer Artefakte zum Einsatz.

Automatisierte, sichere Stromnetze

Erneuerbare Energien führen zu einer höheren Belastung der Stromnetze. Ihr Betrieb wird zunehmend komplexer und dynamischer. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz werden Anomalien und Fehler automatisch früh erkannt, sodass der Netzbetrieb sichergestellt wird. eh

"Das Ziel der Bundesregierung ist, weitere Institute und Behörden in den neuen Bundesländern anzusiedeln. Mit der TU Ilmenau, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der umliegenden Industrie bietet der Standort Ilmenau sehr gute Voraussetzungen für ein KI-Transferzentrum", erklärte Tankred Schipanski. In Thüringen ist Ilmenau auf dem Forschungsfeld der KI sehr gut aufgestellt. Die Online-Plattform "Lernende Systeme" zählt aus 33 aktuellen KI-Projekten in Thüringen insgesamt 21 Projekte in Ilmenau auf, darunter "Automatisierte Netzverlustprognosen für Höchstspannungsnetze" oder "Energie- und Energiedatenmanagement" auf.

Peter Bretschneider, stellvertretender Leiter des Institutsteils Angewandte Systemtechnik, begrüßte den Vorschlag eines Transferzentrums für Künstliche Intelligenz in Ilmenau, bezeichnete die Idee jedoch als eine umfassende Aufgabe, die man mit allen Akteuren am Standort Ilmenau angehen müsse. "Der KI-Markt ist hart umkämpft, wir haben deutschlandweit viele Wettbewerber. Um eine Chance zu haben, müssen wir den Antrag mit allen relevanten Stakeholdern einreichen", sagte er mit Blick auf die Zukunft. Auch Tankred Schipanski sprach sich für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aus. Bretschneider freute sich sehr, dass Christian Hirte und Tankred Schipanski sich die Zeit für den Austausch nahmen. Als Impuls aus dem Gespräch nahm er mit, den USP (Unique Selling Point) des Instituts stärker herauszuarbeiten.

Die Fraunhofer Gesellschaft betreibt deutschlandweit anwendungsorientierte Forschung, die in die Wirtschaft transferiert wird. Auch am Fraunhofer IOSB-AST arbeiten die Forscher zusammen mit Partnern aus der Industrie erfolgreich an Projekten zusammen. (siehe Infokasten) Auch mit internationalen Partnern in China, Kanada oder den USA kooperiere man, teilte Peter Bretschneider mit.

Im Jahr 2020 soll der Neubau des Instituts abgeschlossen sein. Aktuell seien die Mitarbeiter der IOSB- und AST-Institutsteile bereits umgezogen, die Mitarbeiter des Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) werden folgen. Einen Teil des Gebäudes könne man derzeit nicht nutzen, da gebaut wird, wie Marketingverantwortlicher Martin Käßler mitteilte. "Der Umzug braucht seine Zeit. Von der ersten Idee bis zum Umzug sind zehn Jahre vergangen", so Käßler.

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Eleonore Hamburg
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Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
12:34 Uhr

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Eleonore Hamburg

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Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
12:34 Uhr



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