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Ilmenau

Corona kostet Ilm-Kreis mindestens drei Millionen

Die Corona-Krise kommt dem Kreis teuer zu stehen. Knapp drei Millionen Euro Mehrausgaben und Mindereinnahmen sind schon jetzt entstanden.



Arnstadt - Dem Verwaltungshaushalt des Ilm-Kreises werden auf Grund der Corona-Pandemie mindestes drei Millionen Euro fehlen, machte Landrätin Petra Enders Dienstagnachmittag im Finanzausschuss des Kreistages deutlich. Das sind einerseits Mindereinnahmen wegen der geschlossen Verwaltung, vor allem aber Mehrausgaben. So mussten unter anderem im Bereich Gebäude und Liegenschaften 200 000 Euro mehr ausgegeben werden, um zum Beispiel die Bürgerbüros mit Schutzkleidung und Desinfektionsmittel auszurüsten. Auch die Miete für die Abstrichstellen in Ilmenau und Arnstadt schlägt hier zu Buche. Zudem habe man den Wachschutz in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber verstärken müssen, damit dort die Hygienevorschriften eingehalten wurden, erklärte Enders.

Ebenfalls 200.000 Euro mehr mussten für die Schulen zur Verfügung gestellt werden, um unter anderem die Klassenräume mit Seifen- und Papierhandtuchspendern sowie zusätzlichen Papierkörben auszurüsten. Die doppelte Reinigung in den Schulen würde, wenn sie bis zum Jahresende anhalten muss, laut Kämmerin Heike Kerntopf 480.000 Euro kosten.

800.000 Euro sind im Bereich der Grundsicherung und Kosten der Unterkunft hinzugekommen. Hier sieht Kerntopf noch nicht Corona in der Schuld. "Wir hatten im Haushalt gerade im sozialen Bereich die Kosten stark reduziert, damit wir die Kreisumlage niedrig halten können", erklärte sie. Die Ausgaben könnten sich im Laufe des Jahres aber noch weiter erhöhen, wenn aufgrund der aktuellen Krise mehr Menschen in Sozialhilfe abrutschen.

Teurer kommt den Kreis auch der Öffentliche Personennahverkehr. So muss der Zuschuss an die IOV erhöht werden, da diese aktuell pro Monat rund 200.000 Euro weniger Einnahmen erzielt. Seit Mitte März ist da nun schon eine halbe Million zusammengekommen.

Ausgaben eingespart hat das Landratsamt hingegen nur marginal, so 20.000 Euro für Schulveranstaltungen, die nun nicht stattfinden konnten. Einnahmen gingen unter anderem verloren, weil zum Beispiel der Pflichtumtausch der Führerscheine nicht stattfindet, was schon mal ein Minus von 50 000 Euro ist. Kursausfälle in der Volkshochschule bringen Mindereinnahmen von 110.000 Euro, ersparen aber auch 60 000 Euro Honorarausgaben.

Auch im Gesundheitsamt gibt es nicht nur Mehrausgaben, unter andrem durch zwei Mitarbeiter, die neu eingestellt werden mussten, um den gewachsenen Aufgaben gerecht zu werden, sondern auch 90.000 Euro Mindereinnahmen, da Nicht-Corona-Aufgaben liegen bleiben mussten.

Gedeckt werden können die Ausgaben im Moment nur durch Entnahme aus der Rücklage. Noch ist sie ausreichend dafür. Zum Jahresanfang waren noch rund 5,15 Millionen Euro vorhanden, 500.000 sollten bereits planmäßig für den Haushalt entnommen werden. 2,6 Millionen müssen aber eigentlich als Mindestrücklage verbleiben.

"Wir müssen über Haushaltssperren nachdenken", forderte Andreas Beyersdorf (CDU) angesichts dieser Zahlen. Petra Enders sieht dies eher skeptisch. Die Beendigung begonnener Maßnahmen, so forderte sie, sollte höchste Priorität haben, aber auch danach sollte der Kreis weiter investieren, allein schon, um die Wirtschaft zu stützen. "Wir merken, dass es sich umkehrt", sagte sie. "Bisher hatten wir mitunter Schwierigkeiten, eine Baufirma zu finden, jetzt rufen sie bei uns an und Fragen nach Ausschreibungen." Uneinigkeit herrschte darüber, ob man einen Nachtragshaushalt angehen sollte oder nicht. Einig war man sich hingegen in der Botschaft an Bund und Land: Auch der Kreis braucht finanzielle Hilfe, nicht nur die Kommunen.

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Berit Richter
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Veröffentlicht am:
19. 05. 2020
19:28 Uhr

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Berit Richter

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19. 05. 2020
19:28 Uhr



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