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Batterien made in Thüringen

Arnstadt/Ichtershausen - Freitagvormittag strahlten am Erfurter Kreuz die Gesichter mit der Sonne um die Wette.



Nicht bei allen stößt die Investition auf ungeteilte Freude. Tom Scheike protestierte am Rande des Spatenstiches gegen die weitere Zubetonierung von Ackerland. "Täglich werden in Deutschland 60 Hektar Fläche versiegelt", sagte er. Foto: Richter
Nicht bei allen stößt die Investition auf ungeteilte Freude. Tom Scheike protestierte am Rande des Spatenstiches gegen die weitere Zubetonierung von Ackerland. "Täglich werden in Deutschland 60 Hektar Fläche versiegelt", sagte er. Foto: Richter  

Arnstadt/Ichtershausen - Freitagvormittag strahlten am Erfurter Kreuz die Gesichter mit der Sonne um die Wette. Spatenstich für eine der größten Batterie-Zell-Fabriken, wenn nicht gar der größten, das war für Politiker und Wirtschaftförderer vor allem Anlass zu gegenseitigem Dank und Lob. 1,8 Milliarden Euro will das chinesische Unternehmen Contemporary Amperex Technology Co. Limited (CATL) mit Sitz in Ningde (China) in den kommenden Jahren im Amt Wachsenburg und der Stadt Arnstadt investieren.

"Das Vorhaben ist in vielerlei Hinsicht eine Investition der Superlative", sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) . "Für Thüringen ist die Ansiedlung von CATL eine der bedeutendsten Industrieinvestitionen der letzten Jahrzehnte." Wichtig sei dabei aber auch, dass nun erstmals ein Wissens- und Technologie-Transfer von China nach Deutschland stattfinde und dass am Erfurter Kreuz nicht nur der Produktionsstandort entstehen soll, sondern auch ein Wissenschafts- und Forschungszentrum. Thüringen werde damit künftig in der Welt einen weit aus größeren Bekanntheitsgrad erzielen als bisher.

Dabei habe der Freistaat zunächst keine guten Aussichten auf die Ansiedlung gehabt. "Zu hohe Steuern, zu hohe Energiekosten, zu hohe Löhne", habe es geheißen, erinnerte sich Tiefensee. Letztendlich, so machte Matthias Zentgraf, der Europa-Chef von CATL deutlich, habe aber "die gute Lage, gute Infrastruktur und dass wir hier hochmotivierte, gut ausgebildete Fachkräfte finden", den Ausschlag fürs Erfurter Kreuz gegeben. Seit Juni hat CATL dort das Gebäude der insolventen Solarworld übernommen, baut seine Verwaltung auf. Mitte nächsten Jahres, so kündigte Zentgraf an, werde man mit der Montage von Batteriemodulen beginnen. Die Zellen kommen zunächst noch aus China.

Dass man für die eigentliche Batterieherstellung nun weitaus mehr als ursprünglich angekündigten 2240 Millionen Euro investieren will, liegt laut Zentgraf an den Entwicklungen in der Automobilbranche. Geforderte Grenzwerte beim Kohlendioxidausstoß seien nur mit Umstellung auf Elektromobilität erreichbar. Der Schwerpunkt des Werks mit einer Kapazität von zunächst 14, später bis zu 24 Gigawattstunden, liegt auf der automatisierten Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Kraftfahrzeuge. 23 Hektar umfasst die Fläche, welche die Landesentwicklungsgesellschaft erschloss. "Wir haben die Hürden beiseite geräumt, bevor unser Partner überhaupt wusste, dass sie da sind", lobte LEG-Geschäftsführer Andreas Krey sein Team. Man wisse aber, dass man nun auch beim Thema Verkehrsanbindung handeln müsse.

"Die Investition stellt eine hervorragende Bereicherung da", betonte Amt Wachsenburg-Bürgermeister Uwe Möller (CDU). Sie schaffe Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

Den einsamen Protestler gegen weitere Flächenversiegelung am Rande der Feier nahmen Freitag wohl die Wenigsten zur Kenntnis.

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Berit Richter
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Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
17:54 Uhr

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Autor

Berit Richter

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Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
17:54 Uhr



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