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Ilmenau

"Alles tun, dass Ilmenau zusammenwächst"

Visionen für die Zukunft, aber auch Wachstumsschmerzen bewegen OB Daniel Schultheiß bei seinem ersten Jahresempfang der Stadt Ilmenau. Im Mittelpunkt steht für ihn das Wohl der Menschen.



Knapp 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Einwohner aus allen Ortsteilen Ilmenaus kamen in die Festhalle und folgten OB Daniel Schultheiß‘ Worten.
Knapp 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Einwohner aus allen Ortsteilen Ilmenaus kamen in die Festhalle und folgten OB Daniel Schultheiß‘ Worten.   » zu den Bildern

Ilmenau - In der altehrwürdigen Festhalle kam Donnerstagabend Premierenstimmung auf: 28 Jahre lang war Gerd-Michael Seeber als Oberbürgermeister der Hausherr, nun stand sein Nachfolger Daniel Schultheiß erstmals auf der Bühne des Jahresempfangs. Hatten die Vertreter aus den 16 neuen Stadtteilen im vergangenen Jahr schon mal etwas von Groß-Ilmenau geschnuppert, nun saßen sie nach vollzogener Gebietsreform als Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Saal. Dass man noch im Findungsprozess der gewaltig gewachsenen Stadt ist, zeigte auch der vom Januar in den April verschobene Zeitpunkt des Jahresempfangs.

Die frühere VG-Vorsitzende vom Langen Berg, Beate Misch, ist nun Bürgermeisterin von Ilmenau. Sie übernahm die Begrüßung der knapp 600 Gäste im Saal. Darunter Landtagsabgeordnete, Landrätin Petra Enders, Suhls OB André Knapp, Rektor Peter Scharff, Bürgermeister und Karl-Heinz Kräuter, Partnerschaftsdezernent der Stadt Wetzlar.

Dass Oberbürgermeister Daniel Schultheiß von der Technischen Universität in die Stadtverwaltung wechselte, merkte man seiner kurzen, aber inhaltsreichen Rede an. Im Kontext dazu erschienen Fotos auf einer Projektionswand. Mit ihm habe sich nach 29 Jahren nicht nur der Hauptredner geändert, Ilmenau habe sich strukturell verändert wie nie zuvor. "Von einer vormaligen Fläche von etwa 62 Quadratkilometern haben wir uns mehr als verdreifacht und die Stadt mit ihren nun 16 Ortsteilen nimmt eine Fläche von fast 200 Quadratkilometern ein. Zum Vergleich: Erfurt erstreckt sich auf einer Fläche von 270 Quadratkilometern. Bis 30. Juni 2018 lebten etwa 26 000 Menschen in Ilmenau. Seit dem 1. Januar 2019 sind es fast 39.000." Solch massive strukturelle Veränderungen stecke keine Stadt ohne einen gewissen Wachstumsschmerz weg. Alleine die Anzahl der Mitarbeiter in der Stadtverwaltung habe sich von etwa 250 auf 450 erhöht. "Wir haben statt sechs nun zwölf städtische Kindertagesstätten unter Verwaltung der Stadt und neun Bauhöfe sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Das waren zuvor drei", macht Schultheiß das Wachstum deutlich. Diesen Herausforderungen wolle sich Schultheiß samt Verwaltung stellen. "Wir werden sie zusammen meistern", ist er sicher. Zur Ehrlichkeit gehöre auch zu sagen, dass es "hier oder da mal holpern" wird. Die Verwaltung sei aber nur die eine Seite der Medaille. "Kommunalpolitische Akteure, ob Stadträte oder Ortsteilräte, ehrenamtlich Engagierte, Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft, Kulturschaffende oder anders gesellschaftlich Aktive spielen bei diesem Prozess eine besondere Rolle." Und: "Begleiten Sie mich auf diesem Weg. Lassen Sie uns alles dafür tun, dass das neue Ilmenau zusammenwächst."

Größter Haushalt

M it den Worten "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" schilderte Schultheiß den am Nachmittag vorangegangenen Beschluss des Stadtrates zum Haushalt 2019. Mit einem Volumen von 63,4 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 17,7 Millionen Euro im Vermögenshaushalt wurde das bisher größte Haushaltsvolumen in der Geschichte der Stadt beschlossen." Es gebe viel zu tun, in der Kernstadt wie auch in den Ortsteilen, sagte Schultheiß. Wer Wunder erwarte, werde allerdings enttäuscht. Begonnene Projekte sollen fortgeführt werden, obwohl Spielräume extrem eingeschränkt seien. Die Schwimmhalle soll zur übernächsten Wintersaison in Betrieb gehen; die Sanierung der Festhalle heuer beginnen. Das Mobilitätszentrum am Bahnhof soll nicht nur Parkhaus, sondern Forschungseinrichtung der TU und ein Knotenpunkt für moderne Mobilitätsformen werden. Straßenbau gehöre ebenso dazu. Ehrlich gab der OB zu, dass ihm der Bau und die Erweiterung von Kindereinrichtungen die liebste Pflichtaufgabe ist. (Sein siebeneinhalb Monate alter Sohn Luis war der jüngste Gast im Saal.) In allen Stadtteilen sollen gleich hochwertige infrastrukturelle Verhältnisse geschaffen werden. Im laufenden Jahr beginnen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt des Kindergartens Möhrenbach. Die Planungen für den Kindergarten Gehren schreiten voran. In der Kernstadt soll ein freier Träger für einen Kindergartenneubau gefunden werden. Auf die Bilder blickend sagte Schultheiß: "Der Werkstoff Holz soll bei allen Neu- und Ausbauten eine besondere Rolle spielen." Funktionsfähigkeit und Rückbesinnung auf klassische Werkstoffe stehe im Vordergrund.

Nach vorne schauen gelte es auch bei der Aufstellung der Stadt als Hochschulstandort. Die Digitalisierung sei vordringlich, dabei müsse jedoch immer der Mensch im Mittelpunkt stehen. In Gesprächen mit der TU und dem Umland habe man sich mit der Ausgangslage auseinander- gesetzt, wie die Stadt "smart" weiter entwickelt werden kann. "Dazu gehört selbstverständlich die Stadtverwaltung, die als bürgerorientierter Dienstleister für die Menschen da sein muss und so mit transparentem Handeln, niedrigen Barrieren für Beteiligung und auf aktuellstem Stand der Technik arbeitet. Ein flächendeckender Breitbandausbau oder öffentlich nutzbare WLAN-Hotspots sind dabei eigentlich nur technische Voraussetzung, um auch digitale Angebote für die Bürgerinnen und Bürger bereitstellen zu können, die sich so unter Umständen den Weg ins Rathaus sparen können." Mobilität der Zukunft spiele eine große Rolle, so Schultheiß im Blick auf die 16 Ortsteile. Zu einer "Smart City" gehöre auch, Ressourcen schonender und effizienter zu nutzen. Sei es Energieoptimierung beim Fernwärmenetz oder bei der Straßenbeleuchtung bis hin zur Wasserqualität der neuen Schwimmhalle. "Eine smarte Stadt als Mittelzentrum mit einem starken suburbanen Raum, in denen die Menschen im Mittelpunkt stehen, aber technologische Errungenschaften das Leben erleichtern. Das ist ein Ilmenau, das ich mir wünsche."

Landrätin Petra Enders (Linke) verwies auf die gute Zusammenarbeit. Nannte als Beispiele das Schülerfreizeitzentrum und den geplanten Neubau eines Multifunktionsgebäudes Am Stollen.

Wetzlars Partnerschaftsdezernent Karl-Heinz Kräuter überbrachte Grüße von OB Manfred Wagner und lud Schultheiß in die Partnerstadt ein.

Autor

Volker Pöhl
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 04. 2019
21:28 Uhr

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11. 04. 2019
21:28 Uhr



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