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Ilmenau

Ab Freitag Maskenpflicht im Bus und in Geschäften

Bereits bevor der Freistaat eine Maskenpflicht in Aussicht stellte, liefen im Ilm-Kreis die Vorbereitungen dafür an. Ab Freitag müssen Mund und Nase unter anderem im ÖPNV und in Geschäften bedeckt werden.



Landrätin Petra Enders zeigt, wie es richtig geht. Den Mund-Nasen-Schutz nur an der Befestigung anfassen, wenn man ihn aufsetzt. Anschließend muss er natürlich auch die Nase bedecken. Foto: Richter
Landrätin Petra Enders zeigt, wie es richtig geht. Den Mund-Nasen-Schutz nur an der Befestigung anfassen, wenn man ihn aufsetzt. Anschließend muss er natürlich auch die Nase bedecken. Foto: Richter  

Arnstadt - Wer ab Freitag im Ilm-Kreis ein Geschäft betritt, mit dem Bus fährt, sich am Imbiss etwas zu Essen holt oder bei der Arbeit den Mindestabstand nicht einhalten kann, braucht einen Mund-Nasen-Schutz. Zum 24. April soll die neue Allgemeinverfügung des Landkreises in Kraft treten. Dann herrscht Maskenpflicht. Landrätin Petra Enders hatte eine solche bereits am Montag angekündigt, noch bevor das Thema auf Landesebene akut wurde.

Allgemeinverfügung (vorerst gültig bis 6. Mai)

Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes besteht ab dem 24. April für

Inanspruchnahme und Erbringung von Dienstleistungen, bei denen es nicht möglich ist, den Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten;

Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs im Kreisgebiet;

Betreten von Verkaufsstellen des Einzelhandels;

Betreten von Orten zur Abgabe von Speisen und Getränken zum Mitnehmen beziehungsweise Ausliefern;

Betreten von Diensträumen von Dienstleistern und Handwerkern.

 

Ab dem 27. April zudem für

Aufenthalt in geschlossenen Räumen mit mindestens einer Person (insbesondere auch Arbeitsstätten). Diese Verpflichtung gilt nicht, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter sichergestellt werden kann und pro Person im Raum mindestens 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen oder ein Hygiene- und Infektionskonzept besteht.

Generell im öffentlichen Raum, wo eine Einhaltung des Mindestabstand von 1,50 Meter nicht dauerhaft sichergestellt ist (dies gilt nicht bei Bewegung unter freiem Himmel, insbesondere Spazierengehen und Sport).

 

Ausgenommen von den vorgenannten Verpflichtungen sind

der Aufenthalt im privaten Wohnbereich;

das Bewegen im öffentlichen Raum unter freiem Himmel von Personen, welche im gleichen Haushalt leben;

Kinder bis zum Schulantritt.

 

Nachzulesen unter

www.ilm-kreis.de

 

"Wo Lockerungen im öffentlichen Leben greifen, müssen wir den Infektionsschutz erhöhen", sagt sie dazu, wohl wissend, "dass es eine unpopuläre Maßnahme ist. Ich denke aber, wir haben eine Lösung gefunden, die es den Bürgerinnen und Bürgern so einfach wie möglich macht." Mit der Bekanntmachung der Allgemeinverfügung am Dienstag und dem Inkrafttreten erst ab Freitag wolle sie "die Möglichkeit geben, sich darauf einzustellen".

 

Während Luxemburg allen Einwohner Masken zur Verfügung stellt und in Deutschland Dresden kostenlose Masken verteilte, muss man sich im Ilm-Kreis selbst behelfen. Es würden Einwegmasken ohne zertifizierte Schutzkategorie, aber auch selbst hergestellte und geschneiderte Modelle, Schals, Tücher und Schlauchtücher aus festgewebten Stoffen reichen, erklärt Enders. Wiederverwendbare Masken müssten in der Kochwäsche waschbar sein, um eine ausreichende Desinfizierung zu gewährleisten. Jeder könne problemlos selbst einen Schutz herstellen.

Auch müsse dieser nicht permanent getragen werden, sondern eben nur zu den festgelegten Gelegenheiten - ab dem 24. April bei der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs im Kreisgebiet, beim Betreten von Verkaufsstellen des Einzelhandels und Orten zur Abholung von Speisen und Getränken beziehungsweise bei deren Lieferung sowie beim Betreten von Diensträumen von Dienstleistern oder Handwerksbetrieben. Problematischer dürften sich die ab 27. April geltenden Regeln erweisen. Dann wird die Maskenpflicht erweitert auf Situationen in geschlossenen Räumen oder an der frischen Luft, wenn ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen nicht eingehalten werden kann. An Arbeitsstätten und Schulen müssen zudem mindestens 20 Quadratmeter pro sich im Raum aufhaltender Person vorhanden sein oder ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept bestehen.

Ob damit ab Montag die Abiturienten mit Maske in der Schule sitzen müssen, konnte Petra Enders aber nicht mit Sicherheit sagen. Dies hänge von den jeweiligen Möglichkeiten ab. Entsprechende Konzepte würden in den Schulen gerade erarbeitet, ebenso arbeite man an Konzepten für die Schülerbeförderung, die ab Montag wieder nach dem alten Fahrplan durchgeführt werden soll. Problematischer, so Enders, werde es, wenn dann im Juni wieder alle Klassenstufen in die Schule gehen sollen. Dann würde der Kreis deutlich mehr Busse als bisher brauchen, wenn die Kinder und Jugendlichen auf Abstand sitzen sollen, zudem stößt auch manche Schule an ihre Kapazitätsgrenzen. "Wir müssen schauen, wie alles wird", so Enders. Es könne auch sein, dass die Schüler zwar in der Klasse ohne Mund-Nasen-Schutz sitzen können, aber zur Pause einen aufsetzen müssen, weil auf dem Schulhof die Abstände nicht einzuhalten sind.

"Wir werden schauen, was das Land anordnet und unsere Verordnung gegebenenfalls anpassen", kündigte Enders zudem an. Sie selbst habe aber mit Blick auf die anstehenden Lockerungen - Öffnung weiterer Geschäfte ab Freitag, Schulbeginn für Abiturienten am Montag - dringenden Handlungsbedarf gesehen. Es gäbe nun mal Situationen im öffentlichen Leben, in denen der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht ausreiche oder nicht eingehalten werden könne, um sich vor Infektionen zu schützen. "Mit einem Schutz, der Mund und Nase bedeckt, verringern wir auch in solchen Situationen das Ansteckungsrisiko. Das empfiehlt auch das Robert-Koch-Institut", so Enders. Sie appelliere an die Bürgerinnen und Bürger sich daran zu halten." Ordnungsämter und Polizei sollen auf Einhaltung achten, würden zunächst aber vor allem Ermahnen und auf die Maskenpflicht hinweisen, ehe dann Bußgelder drohen. Ob man die Maske auch im Auto trägt, sollte man sich aber gut überlegen und zumindest nicht allzu sehr aufs Gaspedal drücken. Denn sich mit Absicht unkenntlich zu machen, bleibe weiterhin strafbar. Wer so geblitzt werde bekomme Probleme, erklärte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage. "Wir raten da zur Abwägung", hieß es. "Wer allein im Fahrzeug ist, braucht auch keine Maske." Wollten hingegen Taxi- oder Busfahrer Mitreisende schützen, habe die Polizei Verständnis.

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Berit Richter
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Veröffentlicht am:
21. 04. 2020
18:28 Uhr

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Berit Richter

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21. 04. 2020
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