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Hildburghausen

Zwischen Paraden, Shopping und Vokabeltraining

Zehntklässler aus Hildburghausen haben sich auf die 2000 Kilometer lange Reise nach Kursk gemacht. Hier konnten sie ihre Russisch-Kenntnisse testen. Mit tollen Erinnerungen und neuen Vokabeln kehrten sie zurück.



Hildburghäuser Zehntklässler unterwegs in Russland: Die Jugendlichen stehen auf dem Platz beim Triumphbogen in Kursk. Eine Kirche leuchtet im Hintergrund. Fotos: privat
Hildburghäuser Zehntklässler unterwegs in Russland: Die Jugendlichen stehen auf dem Platz beim Triumphbogen in Kursk. Eine Kirche leuchtet im Hintergrund. Fotos: privat   » zu den Bildern

Hildburghausen - Vom 18. bis 26. August besuchten elf Zehntklässler, zwei Lehrerinnen des Gymnasium Georgianum und Mitglieder des Fördervereins Kinderheime der Region Kursk e.V. Kursk. Betreut wurden die Deutschen von Studenten der Südwestlichen Staatlichen Universität.

Kurze Kursker Geschichte

Kursk ist Hauptstadt des Oblast Kursk und liegt rund 500 Kilometer südlich von Moskau unweit der Grenze zur Ukraine.

Die Stadt, die vom Fluss Seim durchflossen wird, hat 415 159 Einwohner und damit sechs Mal mehr als der gesamte Landkreis Hildburghausen.

Die Stadt hat eine sehr lange Geschichte. Kursk wurde etwa 980 als Festung der Kiewer Rus gegründet, Ausgrabungen deuten jedoch auf eine Besiedlung zumindest seit dem 5. Jahrhundert vor Christus hin.

In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde Kursk zu einem Knotenpunkt im neu geschaffenen Eisenbahnnetz, was einen Industrialisierungsschub zur Folge hatte.

Im Zweiten Weltkrieg war Kursk von 1941 bis 1943 von der Wehrmacht besetzt. Bekannt ist die Schlacht bei Kursk 1943, die größte Panzerschlacht in der Geschichte der Kriegsführung.

Heute ist Kursk eine Verwaltungs- und Industriestadt. Eisenverarbeitung, chemische und Lebensmittelindustrie sind am wichtigsten.

 

Direkt nach den Sommerferien ging es für die Zehntklässler und ihre Lehrerinnen Angelika Nembach und Andrea Probst los. Die Stadt liegt rund 500 Kilometer südlich von Moskau. Dabei gewesen sind auch der Stadtrat Thomas Müller und weitere Vereinsmitglieder des 2001 gegründeten Fördervereins Kinderheime der Region Kursk. Zuvor sind im Mai vier russische Studentinnen des Studiengangs "internationale Beziehungen" sowie Detlef Bethge mit seinem Sohn Erik in Hildburghausen gewesen. Detlef Bethge betreut und unterrichtet Studenten an der Südwestlichen Staatlichen Universität (SWSU).

 

Das Programm für Schüler des Gymnasium Georgianums gibt es nun schon seit drei Jahren. Alle Schüler, die mitfuhren, haben seit der fünften Klasse russisch gelernt und konnten nun ihre Russisch-Kenntnisse unter Beweis stellen. Ziel des Programms ist es, deutsche Jugendliche mit dem Land und den Leuten Russlands bekanntzumachen.

Moskau war der Hammer

Neu im Programm dieses Jahr war die Besichtigung der Stadt Moskau. "Die Schüler konnten einen Spaziergang im Zentrum Moskaus machen, den Roten Platz, den Alexandrijski Garten und das Warenhaus GUM kennenlernen", informiert Sozialkunde- und Russischlehrerin Angelika Nembach. Und das kam gut an: "Moskau war wirklich der Hammer. Überhaupt nicht vergleichbar mit Großstädten wie hier in Deutschland", sagt Zehntklässlerin Valerie Netzel über die Luxusgeschäfte und Sehenswürdigkeiten in der Zwölf-Millionen-Metropole.

Nach einer siebenstündigen Zugfahrt kam man in Kursk an. Dort wurden die Gymnasiasten zur Unterkunft gebracht und später aufgeteilt, denn "sie sollen ja aktiv russisch sprechen und nicht nur mit dem Wörterbuch herumlaufen", sagt Nembach. In Kursk wohnten sie in einem Wohnheim und wurden von den Studenten betreut, die im Studium Deutsch als Schwerpunkt haben. Vor Ort lernten die Gymnasiasten die russische Universität kennen, konnten das Landeskunde-Museum besichtigen und an verschiedenen Tagesexkursionen teilnehmen wie einer Führung durch ein Erzbergwerk, dem Besuch einer Pralinenfabrik und eines Klosters.

Eine besonders interessante und sehenswerte Erfahrung für die deutschen Schüler war die Generalprobe der Parade "Schlacht am Kursker Bogen" zum 75. Jahrestag des Sieges über die deutschen Truppen am Kursker Bogen. "Die Parade war sehr cool, aber leider konnten wir nur zu der Generalprobe, weil es an dem eigentlichen Tag zu voll gewesen wäre", erklärt Zehntklässler Michael Rottenbacher. Die Parade war auch für Valerie Netzel ein Programm Highlight: "Ich habe noch nie so etwas gesehen. Die Parade wurde durch Jagdflieger eröffnet, Militär marschierte die Straße entlang, Panzer fuhren und beendet wurde die Parade wieder durch Jagdflieger", berichtet Valerie. Immer dabei auch Guide Detlef Bethge, der einige Infos zu der Schlacht im Kursker Bogen erklärte und mit Nembach zusammen auch andere Vorträge in russischer Sprache übersetzte.

Unterwegs in dem fremden Land, fielen den deutschen Schülern einige Unterschied zur Heimat auf. So sind die Städte in Russland jünger als in Deutschland, viele haben dort keine Altstadt. "Meine Mitschüler und ich haben auch festgestellt, dass die Einkaufshäuser viel schöner und kreativer gestaltet sind als in Deutschland. Im Kaufhaus "Central Park" ist sogar eine Etage mit einer Achterbahn und anderen Spielgeräten für Groß und Klein ausgestattet", sagt Zehntklässlerin Stine Wiener.

Handy-Wörterbuch

Die Jugendlichen haben versucht, viel Russisch zu reden, aber das sei manchmal an mangelndem Vokabular gescheitert. "Meine Sprachkenntnisse haben nicht ausgereicht, um mich mit den russischen Studenten ausführlich zu unterhalten, aber ich habe bei Fragen oder auch beim Bestellen von Essen meine Kenntnisse unter Beweis stellen können", sagt Stine. Michael sah es lässig: "Falls wir das eine oder andere Wort nicht wussten, hatten wir immer Frau Nembach oder auch einen Übersetzer auf dem Handy."

"Wir haben viel über Politik gesprochen, einen deutschen Soldatenfriedhof besucht, waren im Kino und einer Eishalle. Am besten gefiel mir der Besuch des Schlosses Marino", erinnert sich Erik Meyer, der 2016 als erster Jahrgang Kursk besuchte und noch in Kontakt zu den russischen Studenten steht. "Die Reise nach Kursk war sehr interessant und erlebnisreich. Die Stadt Kursk ist wunderschön und man hat viel Neues sehen und entdecken können, beispielsweise wie die Bevölkerung dort lebt", meint Valerie und fügt hinzu: "Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte und auch genutzt habe das Land zu besuchen." Auch Stine hat die Reise nicht bereut: "Der Abend im Kaufhaus "Central Park" und das anschließende Abendessen mit Thomas Müller und den russischen Studenten war ein Erlebnis, das mir sehr gut gefallen hat", so Stine. "Es war eine sehr schöne Reise. Wir haben sehr viel Neues gelernt", fasst es Michael zusammen.

Autor

Sofie Flurschütz
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Veröffentlicht am:
31. 08. 2018
18:03 Uhr

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Sofie Flurschütz

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Veröffentlicht am:
31. 08. 2018
18:03 Uhr



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