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Hildburghausen

Tierarzt stellt Strafanzeige: "Strafrechtliche Verstöße"

Anwohner klagen seit Längerem über eine Fliegenplage und eine massive Geruchsbelästigung. Nun sind in einer Mastanlage in Käßlitz (Kreis Hildburghausen) Hunderte Schweine verendet.



Schweine
Schweine drängeln sich in einem Stall (Symbolfoto).   Foto: Archiv/dpa

Käßlitz - Die Probleme mit den beiden Schweineställen der Bäuerlichen Produktionsgenossenschaft (BPAG) Hellingen in Käßlitz werden nicht weniger: Weil nach Angaben des ansässigen Tierarztes Jens Werner offenbar die Lüftungsanlage des oberen Stalls ausgefallen war, sind Hunderte von Tieren verendet.

Das Unglück soll sich bereits am Montag zugetragen haben. Wie am Mittwoch vom Landratsamt Hildburghausen bestätigt wurde, seien rund 500 Tiere gestorben. Die Veterinärbehörde ermittle.

"Ohne Sauerstoff gehen die Tiere innerhalb weniger Stunden qualvoll zugrunde", erklärte Tierarzt Werner, "sie ersticken jämmerlich". Er habe beobachtet, wie die toten Tiere mit dem Radlader aus dem Stall gefahren und abtransportiert worden seien. Außerdem sei Amtstierarzt Adrian Abele zugegen gewesen. "Wir sind unmittelbar über das Ereignis informiert worden und waren vor Ort", bestätigt Abele. Der Sachverhalt werde "geprüft und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Mehr ist vom Leiter des Veterinäramts des Landkreises zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu erfahren. Auch Ralf Röder, Vorstand der BPAG Hellingen, zeigt sich schockiert über den Vorfall und will sich dazu noch nicht äußern.

"Strafrechtliche Verstöße"

Jens Werner wird Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Meiningen stellen: "Das sind strafrechtliche Verstöße gegen den Tierschutz", sagt Werner, "und eine Verletzung der Sorgfaltspflicht." Es sei zudem nicht der erste Vorfall dieser Art gewesen. "Man kann nicht einfach Tiere in den Stall stellen und dann nach Hause fahren", empört sich der Käßlitzer Tierarzt, "da sterben Hunderte von Tieren, nur weil die Technik nicht in Ordnung ist."

Eigentlich hätte ein Notstromaggregat anspringen sollen, wenn die Lüftung ausfalle. "Das muss funktionieren!", findet Werner, und verweist auf elektronische Systeme, die sogar registrieren und melden, wenn eine Kuh kalbt. Neben einer Strafanzeige, will Jens Werner außerdem die Tierschutzorganisation Peta informieren sowie das Thüringer Ministerium für Gesundheit, dem das Veterinärwesen und der Tierschutz unterstellt sind. bst

Lesen Sie dazu auch: Fliegenplage durch Schweinstall? Käßlitzern stinkt es gewaltig

 

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
11. 09. 2018
22:24 Uhr

Aktualisiert am:
12. 09. 2018
15:36 Uhr

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11. 09. 2018
22:24 Uhr

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12. 09. 2018
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