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Hildburghausen

Rechtsterror von Halle: Stilles Gedenken und mahnende Worte

Der rechtsextreme Terrorangriff auf die Synagoge von Halle, bei der am Mittwoch vergangener Woche zwei Unbeteiligte hingerichtet wurden, lässt auch Hildburghausen erschüttern.



Superintendent Johannes Haak (rechts) bei seiner Andacht. Bodo Ramelow (5. von rechts) sowie die beiden Wahlkreiskandidaten der Linken, Tilo Kummer (3. von rechts) und Steffen Harzer (6. v. rechts) in stillem Gedenken. Foto: frankphoto.de
Superintendent Johannes Haak (rechts) bei seiner Andacht. Bodo Ramelow (5. von rechts) sowie die beiden Wahlkreiskandidaten der Linken, Tilo Kummer (3. von rechts) und Steffen Harzer (6. v. rechts) in stillem Gedenken. Foto: frankphoto.de  

Hildburghausen - Rund 40 Menschen, darunter Ministerpräsident Bodo Ramelow gedachten am Dienstagnachmittag vor der jüdischen Gedenktafel am historischen Rathaus in Hildburghausen der beiden Todesopfer des Terrorangriffs in Halle. Dort hatte ein Rechtsextremer am Mittwoch voriger Woche die Synagoge angegriffen und war gescheitert. Er hatte aber zwei Unbeteiligte regelrecht hingerichtet.

Aus dem stillen Gedenken, zu dem der Kreisverband der Linken eingeladen hatte, wurden mahnende Worte. Johannes Haak Superintendent des Kirchenkreises Hildburghausen-Eisfeld, der mit einer Kippa (jüdische Kopfbedeckung) erschienen war, zitierte aus der Predigt von Friedrich Kramer, dem Landesbischof der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands: "Die Tür hat gehalten, das ist das Wunder von Halle. Aber zwei Menschen mussten sterben, das ist die Wunde von Halle., die nichtleicht verheilen wird."

Bodo Ramelow sagte: "Halle ist ein Anschlag auf uns alle und kommt nicht aus dem Nichts, sondern aus den vorhandenen Wurzeln. Wir müssen hinschauen und Verantwortung übernehmen, für das, was geschehen ist." Ramelow erinnerte zugleich an die Euthanasieversuche, die während der Zeit der NS-Herrschaft in den psychiatrischen Kliniken in Hildburghausen und Stadtroda an Juden, Behinderten und Kindern durchgeführt wurden. Da müsse man auch über die Verschleierung von Taten jener Menschen reden, die später zu DDR-Zeiten im Ministerium für Staatssicherheit untergekommen seien und gearbeitet hätten. Man müsse auch über jenen Antisemitismus reden und ihn nicht nur instrumentell, sondern gründlich aufarbeiten so Ramelow.

Wahlkreiskandidat Steffen Harzer hatte zuvor an die Juden in Hildburghausen erinnert, die 1938 verhaftet und in die Konzentrationslager deportiert worden waren. An sie erinnert eine Gedenktafel am historischen Rathaus von Hildburghausen.

Dort legten Harzer und Ramelow sowie Superintendent Johannes Haak und andere Blumengebinde zum Gedenken an die Opfer des rechtsextremen Terroranschlags von Halle nieder. Anschließend ließ sich Bodo Ramelow bei einer Führung die Kreisstadt zeigen. Zur Stunde ist er der Ministerpräsident zu Gast bei einer Wahlkampfveranstaltung der Linken , bei der auch beide Wahlkreiskandidaten auftreten.

Autor

Rolf Dieter Lorenz
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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
19:28 Uhr

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Rolf Dieter Lorenz

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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
19:28 Uhr



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