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Hildburghausen

Polizei mit 20 Einsatzwagen vor Asyl-Unterkünften

Großeinsatz vor zwei Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber und andere ausländische Flüchtlinge in Hildburghausen: Die Überprüfung allerdings war laut Polizei geplant und lief ohne große Vorkommnisse ab.



2019-02-28
Kontrolle und Durchsuchung der Polizei sowie des Landratsamtes Hildburghausen in den Unterkuenften der Asylbewerber in der Coburger Strasse.   Foto: frankphoto.de » zu den Bildern

Hildburghausen - Wenn derart viele Fahrzeuge mit der Aufschrift Polizei vor Ort sind, sorgt das in der Regel stets für reichlich Gesprächsstoff. Die vom Amt für Migration des Landkreises anberaumte Überprüfung der Ordnung und Sicherheit in den beiden Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber und andere ausländische Flüchtlinge in der Coburger und der Eisfelder Straße in Hildburghausen am Donnerstag lieferte dafür kaum Nahrung. "Sehr ruhig", schätzte Kerstin Rottenbach, Sachgebietsleiterin im Landratsamt, ein, sei die geplante Maßnahme abgelaufen, mit der Migrationsamt und Polizei auch Erkenntnisse zur Durchführung einer Risikoanalyse gewannen, die zum Schutz vor Brand-Havariegefahren und potenziellen gewalttätigen Übergriffen innerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte dienen soll.

René Schunk, Leiter der Polizeiinspektion Hildburghausen, die das Amt für Migration unterstützte, vermeldete: "Es gab keine großen Vorkommnisse." Die Einsatzkräfte hätten weder Betäubungsmittel noch Waffen gefunden. In der Gemeinschaftsunterkunft Coburger Straße brachten die Beamten zwei Straftaten zur Anzeige: eine Sachbeschädigung in den Räumlichkeiten und eine Manipulation der Rauchmelder. Außerdem nahmen sie 27 Ordnungswidrigkeiten auf wie Missachtung des Rauchverbots und Antreffen von Personen, die der Unterkunft nicht zugewiesen wurden.

In der Gemeinschaftsunterkunft Eisfelder Straße schrieben die Polizisten vier Strafanzeigen, davon drei wegen Beschädigungen des Inventars und eine wegen Manipulation eines Rauchmelders. Außerdem fanden sie ein gestohlenes Fahrrad und ermittelten 20 Ordnungswidrigkeiten.

Bleibt die Frage: Warum rückte die Polizei gleich mit 20 Einsatzwagen an? Die Polizeiinspektion Hildburghausen erhielt sogar Unterstützung von der Polizeiinspektion Suhl. Die Erfahrung lehre, dass die Situation in solchen Unterkünften, in denen mehrere Kulturen aufeinandertreffen, mitunter eskalieren könne - wie im August 2015 in Suhl, wo Flüchtlinge nach einem internen Streit Polizisten und Medienvertreter mit Eisenstangen und Steinen attackiert hatten. Die Unterkunft in der Eisfelder Straße gelte zwar laut Einstufung nicht als "gefährlicher Ort", sagte Schunk, aber im vorigen Jahr habe es dort 65 Einsätze der Polizei gegeben. In der Unterkunft in der Coburger Straße seien es 18 Einsätze gewesen. Die Palette der Ursachen reichte von Fehlalarm bis gefährliche Körperverletzung mit Stichwaffe. "Das ist ein Grund, mal genauer hinzuschauen", sagte Schunk. "Wenn viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammenkommen, ist das Potenzial für Konflikte. Zudem spielt mitunter übermäßiger Alkoholgenuss, der untersagt ist, eine Rolle."

In der Einrichtung in der Coburger Straße sind 83 Asylbewerber untergebracht, darunter auch Familien, in der Unterkunft in der Eisfelder Straße zirka 60, zumeist jüngere. Insgesamt sind im Landkreis Hildburghausen nach Angaben von Kerstin Rottenbach zirka 380 Asylbewerber in sechs Unterkünften in Hildburghausen, Schönbrunn, Römhild und Streufdorf untergebracht. Die Asylbewerber stammen unter anderem aus Afghanistan, Nigeria und nordafrikanischen Staaten.

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Von Jan-Thomas Markert
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Veröffentlicht am:
28. 02. 2019
14:24 Uhr

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Von Jan-Thomas Markert

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28. 02. 2019
14:24 Uhr



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