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Hildburghausen

Mittelstand zeigt Verständnis für die Bauern

Die Mittelstandsvereinigung pro Südthüringen stellt sich hinter die Bauernproteste. Auf ihrer Jahreshauptversammlung wurde außerdem ein neuer Vorstand gewählt: mit zwei Vertretern aus dem Landkreis an der Spitze.



Martin Berk (links) und Matthias Abt von der Pflege-Agrar-Genossenschaft Bettenhausen bei Meiningen nahmen am Dienstag an der Großdemonstration der Bauern in Berlin teil. Foto: Paul-Philipp Braun
Martin Berk (links) und Matthias Abt von der Pflege-Agrar-Genossenschaft Bettenhausen bei Meiningen nahmen am Dienstag an der Großdemonstration der Bauern in Berlin teil. Foto: Paul-Philipp Braun   » zu den Bildern

Rohr/Schleusingen - "Wir bündeln Interessen" ist der Leitsatz der Mittelstandsvereinigung pro Südthüringen, und das bereits seit dem Jahr 1993. Was nicht heißen soll, dass sich deren Mitglieder in den 26 Jahren nicht immer wieder neu aufstellen mussten, um den sich schnell verändernden Bedingungen in der Wirtschaft stets gerecht zu werden. "Unternehmen, die sich nicht mit der Digitalisierung, ihren Anforderungen und Möglichkeiten befassen, werden abgehängt", unter dieses Motto hatte der Verein seine diesjährige Mitgliederversammlung gestellt, die am Mittwoch in Rohr bei Meiningen stattfand.

Neuer Vorstand

Die Mittelstandsvereinigung pro Südthüringen hat am Mittwoch auch einen neuen Vorstand für die kommenden drei Jahre gewählt. In offener Abstimmung erhielten Ernst Haberland, Pierre Döring, Dagmar Dähne, Roland Weidner, Sabine Weiß, Uwe Rettner, Matthias Kaiser, Florian Thomae, Annette Theil-Deininger und Ulrike Steinmetz das Vertrauen der Mitglieder. Roland Weidner (Seniorberater bei der Wegra Anlagenbau in Westenfeld) bleibt weiterhin Vorstandsvorsitzender, auch Uwe Rettner (Senior Gebietsmanager bei Vodafone Kabel Deutschland aus Schleusinger-Neundorf) wurde erneut zu seinem Stellvertreter gewählt.

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www.mvpro-suedthueringen.de

 

Vielleicht für einige überraschend - zu Beginn seines Rechenschaftsberichtes ging Vorstandsvorsitzender Roland Weidner auf die gerade stattgefundene Demonstration der Bauern in Berlin ein. Überraschend, weil Landwirte ja nicht zur Mittelstandsvereinigung gehören. Doch in einem ländlich geprägten Raum sei es legitim, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und auch deren Probleme zur Kenntnis zu nehmen.

 

"Wie verzweifelt müssen unsere Landwirte sein, wenn sie zu solch drastischen Mitteln greifen müssen", zeigte Weidner Verständnis für den Protest der Bauern. Sie, die die Klimaveränderung nicht verschuldet hätten, würden nun dafür an den Pranger gestellt und einige von ihnen an den Rand ihrer Existenz gedrängt. "Und eine Ministerin stellt sich hin, macht ein paar dumme Sprüche und geht wieder", so Weidner. Schon zu DDR-Zeiten hätten es die Landwirte geschafft, dass niemand hungrig zur Demo gehen musste, dass alle satt geworden seien.

Die Ursachen für die gegenwärtige Fehlentwicklung sieht Weidner woanders. "Wenn man sieht, wie heute mit den Sorgen der Menschen umgegangen wird! Da sieht man in manchen Sitzungen des Bundestages oft nur zwanzig Abgeordnete, im Landtag sieht es nicht viel anders aus. Meist beschäftigen sie sich nur mit sich selbst", meinte der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung.

So könne es jedenfalls nicht weitergehen, wenn man im Land nicht immer wieder wichtige Entwicklungen verschlafen wolle. Wie vor einigen Jahren bei der Breitbandversorgung. Erst als die Mittelstandsvereinigung einen dringenden Brief an die Landesregierung geschrieben hatte, sei das Thema ernst genommen worden. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Uwe Rettner, der beruflich in Sachen Telekommunikation auch in Bayern unterwegs ist, bestätigte, dass man in Thüringen heute noch etwa zehn Jahre hinterherhinke. Doch inzwischen nehme auch die Politik das Thema ernst, und man sei dabei, aufzuholen.

Im Jahr 2016 hatte die Mittelstandsvereinigung begonnen, blickte Weidner in seinem Rechenschaftsbericht zurück, für ihre Mitglieder Weiterbildungsveranstaltungen in Sachen Digitalisierung zu organisieren, und das in Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Schmalkalden, Ilmenau und Jena. 80 Mitarbeiter aus den mittelständischen Betrieben konnten bereits weitergebildet werden, für nächstes Jahr haben sich bereits wieder fünfzehn weitere beworben. Noch bis 2021 läuft das Programm Wirtschaft 4.0, und es soll bis 2024 verlängert werden.

Auch auf aktuelle Probleme ging Weidner ein. So stünden derzeit Zulieferbetriebe der Autoindustrie besonders unter Druck, seien schon von Kurzarbeit bedroht.

Das Oberzentrum

Mit Blick auf die Doppel-WM im Jahr 2023 in Oberhof, sprach Ronny Knoll, der Pressesprecher vom Wintersportzentrum Oberhof, über den Fortgang der Arbeiten. "Die Planungsphase geht aufs Ende zu, erste Maßnahmen haben bereits begonnen. Im Jahr 2020 wird sich vieles verändern", schilderte Knoll den gegenwärtigen Stand. Mit 26,2 Millionen Euro Gesamtkosten sei das für die Region ein enormes Vorhaben. Am 17. September diesen Jahres ist mit dem symbolischen Spatenstich der erste Bauabschnitt gestartet worden. Die Modernisierung der Arena und der Tribünen, der Neubau einer Buswendeschleife für sechs Busse, eines neuen Rettungsweges und einer 2300 Meter langen Fahrstraße, die künftig Fahrzeuge und Fußgänger trennt, sind vorgesehen. Dabei bleibt - nach einem Baukastenprinzip - der Bestand bestehen und wird mit Erweiterungsbauten ergänzt.

Zum Thema "Wie weit ist es bis zum Oberzentrum Südthüringen?" sprach der Bürgermeister von Zella-Mehlis, Richard Rossel, der auch Sprecher der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG). "Beim olympischen Marathon weiß man, wie lang die Strecke ist", so Rossel, "bei uns nicht. Und es dürfte ein richtiger Hindernislauf werden." Am 30. November 2018 hatte sich die KAG gegründet, vertreten darin die Städte Oberhof, Schleusingen, Suhl und Zella-Mehlis.

Das Ziel ist in einem Regionalen Entwicklungskonzept festgeschrieben. Doch kaum einer kenne das Papier, beklagt Rossel, obwohl es wichtig wäre für die Entwicklung der Region. "Wir vier haben uns auf den Weg gemacht, wollen der starken Entwicklung im angrenzenden Bayern etwas dagegensetzen", so Rossel, Was sie jedoch durch die Schaffung eines Oberzentrums keinesfalls wollten - auch solche Gerüchte gebe es - sei die Schwächung der Mittelzentren Meiningen und Schmalkalden. "Diese Ängste sind völlig unbegründet", versichert Richard Rossel. "Das Oberzentrum ist von der Landesregierung gewollt, die uns auch bei Investitionen unterstützen will."

Sein Fazit: "Wenn wir es nicht tun, dann tun es andere, zum Beispiel Eisenach. Wer Oberhof Neid entgegenbringt, der hat nichts verstanden. Wir können nur was bewegen, wenn wir gemeinsam handeln."

Autor

Wolfgang Swietek
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
15:34 Uhr

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Wolfgang Swietek

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Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
15:34 Uhr



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