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Hildburghausen

Höchste Waldbrandstufe um Heldburg

Es ist salztrocken und die Sonne treibt die Temperaturen über 30 Grad Celsius. Die Prognosen sehen nicht anders aus. Im Alt-Forstamtsbereich Heldburg gilt die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Vorsicht ist geboten.



Heldburg - In sieben von insgesamt zwölf Revieren des Thüringer Forstamts Heldburg ist seit dem gestrigen Mittwoch die Waldbrandgefahrenstufe 5 ausgerufen. Die höchste Stufe. Betroffen sind davon 13 000 Hektar der insgesamt knapp 23 000 Hektar des Forstamtsbereichs. Die 5 gilt im Heldburger Unterland und angrenzenden Bereichen: in den Revieren Ummerstadt, Heldburg, Hellingen, Rieth, Straufhain, Gleichamberg und Römhild. "Das betroffene Gebiet gehört zu den Ausläufern des Schweinfurter Trockenbeckens", erklärt der zuständige Forstamtsleiter Lars Wollschläger. Das bedeute, dass im Regelfall hier auch weniger Niederschläge fallen. Und in dieser Saison ist's extrem.

Waldbrandstufe 5

Waldbrandstufe 5 bedeutet im Klartext: Sehr hohe Gefahr .

Forstbehörde und Waldeigentümer dürfen den Wald sperren.

Der Wald sollte weder betreten noch befahren werden.

Ausnahmen gelten nur zu Kontrolltätigkeiten (Forstbehörde, Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutzes).

Wer einen Brand bemerkt, ist verpflichtet, ihn sofort unter der Notrufnummer 112 zu melden.

 

Wollschläger appelliert an die Vernunft aller. "Auch in den Bereichen, in denen die höchste Waldbrand-Warnstufe gilt, werden wir vorerst keine Waldareale für die Öffentlichkeit sperren", sagt er und fügt an, dass das durchaus eine Maßnahme sein könnte, um sämtliche Gefahrenquellen auszuschalten. "Ja, theoretisch könnten wir's tun, doch praktisch ist es eigentlich nicht umzusetzen", sagt er. Der Aufwand, der damit verbunden sei, sei nicht zu rechtfertigen. "Auch Straßen führen durch die betroffenen Waldstücke. Die müssten dann auch gesperrt werden", sagt er. Es wäre das letzte Mittel, zu dem man greifen würde . . .

 

Er gehe davon aus, dass gerade die ländliche Bevölkerung solche Situationen auch sehr gut einschätzen kann. "Die Menschen hier wissen, wie man sich bei der gerade vorherrschenden Witterung im Wald benimmt", sagt der Forstamtsleiter.

Eine lange Dürreperiode hat das Heldburger Land hinter sich - und noch immer sind keine Regengüsse angekündigt. Er klopft auf Holz: Bisher sei zum Glück noch nichts passiert. Dennoch: "Wir nehmen die Warnstufe ernst", versichert der Amtsleiter. Er bittet alle, einige wichtige Regeln unbedingt einzuhalten. Beispielsweise weist er noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass Feuer und offenes Licht im Wald verboten sind. Ein Funke könnte genügen, um einen Brand beispielsweise in einem trockenen Kiefern- oder Fichtenbestand auszulösen. "Auch am Waldrand bitte keinerlei Feuer entzünden", fügt er hinzu. Das bedeutet für Waldnutzer, dass derzeit definitiv kein Borkenkäferreisig verbrannt werden darf.

Auch bittet Wollschläger, keine Flaschen im Wald liegenzulassen . . . Autos, die am Waldrand abgestellt werden, sollten nicht gerade im höheren, trockenen Gras geparkt werden. Und ganz wichtig: "Keine Zigarettenkippen aus dem Autofenster werfen. Auch nicht im Vorbeifahren. Es gibt in jedem Fahrzeug einen Aschenbecher", sagt der Forstamtsleiter deutlich.

Trotz der Trockenheit wird im Wald weiter gearbeitet. Momentan ziehe noch niemand in Betracht, Einschläge zu stoppen. Doch viel laufe derzeit im Wald nicht. "Und Privatleute, die vernünftig sind, gehen bei diesem Wetter sowieso nicht in Holz."

Wie es weiter geht? Das hängt natürlich vom Wetter ab. Doch die Forstleute haben darauf einen wachsamen Blick. "Wir beobachten die Situation weiter. Und falls wir uns entscheiden sollten, Waldgebiete zu sperren, werden wir öffentlich informieren", versichert Wollschläger.

In den Bereichen, die an der Werra liegen, sei die Situation eine andere. Dort sei unter anderem die Luftfeuchte höher. In Trostadt, Veilsdorf aber auch in Jüchsen, Neubrunn und Henneberg, den drei Revieren des Forstamts Heldburg, die im Nachbarlandkreis Schmalkalden-Meiningen liegen, sei die Stufe drei ausgerufen. Auch in Teilen des Forstamts Schönbrunn gilt die Warnstufe 3 - mittlere (erhöhte) Gefahr, in Bereichen des Thüringer Walds gilt derzeit sogar lediglich die Stufe 2 - geringe Waldbrandgefahr.

Autor

Katja Wollschläger
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Veröffentlicht am:
26. 07. 2018
12:25 Uhr

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Katja Wollschläger

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Veröffentlicht am:
26. 07. 2018
12:25 Uhr



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