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Hildburghausen

Floßmanns Stuhl wackelt gewaltig

Die Kritik aus dem CDU-Kreisverband Hildburghausen-Henneberger Land an seiner Vorsitzenden wächst.



Hildburghausen - Sind Kristin Floßmanns Tage als Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Hildburghausen-Henneberger Land gezählt? Es hat den Anschein. In den vergangenen Tagen schoss Floßmann verbal zurück gegen die öffentliche Kritik und Rücktrittsforderungen ihrer CDU-Kreistagskollegen Alexander Brodführer und Christopher Other und bekundete öffentlich, sich breiter Rückendeckung in Partei und Fraktion im Kreis sicher zu sein. Das aber will nun beinahe die gesamte Kreistagsfraktion der CDU so nicht stehen lassen und reagiert geballt und teils heftig:

"Für mich als CDU-Fraktionsmitglied im 7. Kreistag Hildburghausen ist es unfassbar und völlig unverständlich, mit welchen Scheinargumenten, Worthülsen und Unwahrheiten von Seiten der Kreisvorsitzenden in der Öffentlichkeit agiert wird", empört sich beispielsweise CDU-Kreistagsmitglied Reinhard Jacob über seine Vorsitzende: "Desaströse Fehler und Unzulänglichkeiten in der eigenen Führungsarbeit werden bagatellisiert, verneint und immer anderen Einflüssen zugeschrieben. Selbstkritik oder nur ein schwacher Hauch von Demut wird erst auf Nachfrage geäußert." Jacob teilt seine Freude über die gewonnen CDU-Direktmandate in Thüringens Süden mit, Floßmanns Niederlage hingegen schmerze, schreibt er. Und er fährt deutlich fort: "Wer noch am Wahlabend mit Neuwahlen öffentlich Scherze macht, agiert höchst unprofessionell und hat in meinen Augen alle Qualifikation für ein politisches Amt oder eine Wahlposition verloren." An Kristin Floßmann direkt adressiert der CDU-Kreisrat: "Es ist längst überfällig, verehrte Frau Floßmann, dass Sie mit Wahrhaftigkeit und Sorgfalt die eigene Position analysieren, um die Kreis-CDU vor noch größerem Schaden zu bewahren."

Die Mehrheit der Kreistagsfraktion stimmt - wenn auch etwas weicher im Wortlaut - in diesen Tenor mit ein. Fraktionsvorsitzender und Mitglied im CDU-Kreisvorstand Burkhard Werner beispielsweise empfiehlt, nach dem schlechten Wahlergebnis innezuhalten und gründlich zu analysieren, schließlich sei das schlechte Abschneiden in der Stadt Hildburghausen nicht alleine auf Bundes- oder Landespolitik zurückzuführen. Und auch er wird konkret: "Nach einem solchen Ergebnis müssen auf einem Kreisparteitag die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden. Auch vom Führungspersonal."

Kreisvize gibt Amt ab

Dies tut indes Floßmanns Stellvertreter im Kreisverband Heiko Bartholomäus und geht mit dem sprichwörtlichen guten Beispiel voran: "Zur ehrlichen Auswertung einer Wahl gehört für mich auch ein selbstkritischer Umgang. Dies vermisse ich derzeit völlig. Ich persönlich habe für mich und meine Funktion innerhalb des Kreisvorstandes unter der derzeitigen Führung meine Konsequenzen gezogen und mein Amt zur Verfügung gestellt."

CDU-Kreisrat René Pfötsch zeigt sich ernüchtert von den Ergebnissen seiner Partei sowohl bei der Kommunalwahl im Mai, als auch bei der Landtagswahl. Ganz normal sei in der Politik dann auch, dass personelle Veränderungen in der Führung gefordert werden, schreibt Pfötsch. Dies sei legitim und nötig. Schließlich sei man als Kreisvorsitzende für das hiesige Ergebnis verantwortlich. Konkret kritisiert Pfötsch: "Der Wahlkampf war nicht optimal. Kostengünstige Angebote von gemeinsamen Presseveröffentlichungen (MDB Hauptmann) wurden einfach ignoriert, und der Vorstand hatte keine Kenntnis. Das geht so nicht. Der Vorstand ist das Organ - nicht die Vorsitzende." Des Weiteren zweifelt Pfötsch an, dass Floßmann uneingeschränkte Rückendeckung in den Ortsverbänden hat, er selbst stehe einer Neuausrichtung des Kreisverbands positiv gegenüber.

"Traurig über die Differenzen in den eigenen Reihen" zeigt sich CDU-Urgestein und ehemaliger Landesminister Hans-Henning Axthelm. Er könne nicht nachvollziehen, dass die CDU - und auch Floßmann - angesichts der krachenden Wahlniederlage auf andere zeigt: "Wichtig wäre es, schnellstmöglich einen Kreisparteitag einzuberufen und gemeinsam nachzudenken, wie es weiter gehen soll." Zumindest über Letzteres dürfte in der Kreis-CDU Einigkeit herrschen.

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
18:36 Uhr

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08. 11. 2019
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