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Hildburghausen

"Coburgs Entwicklungspotential liegt im Norden"

Martin Truckenbrodt arbeitet im Kreis Hildburghausen und will Landrat in Coburg werden. Er will die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Regionen deutlich ausbauen.



M. Truckenbrodt.
M. Truckenbrodt.  

Schönbrunn/Coburg - Martin Truckenbrodt, Coburger Landratskandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), arbeitet seit Mai 2015 beim drittgrößten Arbeitgeber im Landkreis Hildburghausen. "Uns fehlen bei Fuchs vor allem Elektriker und Schlosser, aber auch Mitarbeiter in der Produktion. Immer noch gibt es jedoch zwei unterschiedliche Lohntabellen für den Standort in Thüringen und den Hauptsitz in Niedersachsen. Lediglich bei den Azubigehältern hat man kürzlich mit Erfolg deutlich nachgelegt. Mich betrifft das als IT-Spezialisten zwar nicht, aber man macht sich natürlich auch Gedanken über die Zukunft des Unternehmens", erzählt der gebürtige Coburger, der vor seinem Arbeitgeberwechsel 2015 beruflich in Stadt und Landkreis Coburg seinen Lebensmittelpunkt hatte.

Lohngleichheit kommt

"Der Personalmangel ist für viele Unternehmen im heutigen Südthüringen, genauso auch wie in Stadt und Landkreis Coburg, das größte und wichtigste Problem. Und so langsam erkennt man, dass man dieses nur mit einer Angleichung der Löhne an das Niveau im benachbarten Unter- und Oberfranken lösen kann", meint er. Hierin sieht Truckenbrodt wiederum eine Gefahr für die Coburger Wirtschaft. Schon heute pendeln etliche Arbeitnehmer aus dem Landkreis und der Stadt Coburg in die Landkreise Sonneberg und Hildburghausen aus. Diese würden dann noch deutlich mehr werden. "Ich gehe davon aus, dass sich die Löhne in Südthüringen in den nächsten fünf bis maximal zehn Jahren - insbesondere in der Industrie - an das Niveau im benachbarten Nordbayern angepasst haben werden.

Die einzig sinnvolle Reaktion auf diese Entwicklung wäre es schon heute proaktiv die wirtschaftliche Zusammenarbeit länderübergreifend auszubauen. Das Motto müsse lauten: Kooperation zum Wohle aller anstatt unnötiger Konkurrenz."

Als Vorsitzender des überparteilichen Vereins Henneberg-Itzgrund-Franken wirbt Martin Truckenbrodt seit mehr als vier Jahren für einen Beitritt des Landkreises Hildburghausen zum Europäischen Wirtschaftsraum der Metropolregion Nürnberg.

Störfaktor IHK

"Man tut sich im Hildburghäuser Kreistag, anders als im Sonneberger Kreistag, leider sehr schwer mit diesem Thema. Landrat Thomas Müller (CDU) hat zwar einen ersten konkreten Auftrag bekommen in dieser Angelegenheit tätig zu werden, scheint dies jedoch zumindest bis zu den Kommunalwahlen in Thüringen Ende Mai auszusitzen. Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen arbeitet laut unseren Informationen vor allem im Hintergrund massiv dagegen. Für beides haben wir in unserem Verein kein Verständnis und können es nur als verantwortungsloses und rückwärtsgewandtes Verhalten bezeichnen", erklärte er.

Es gäbe noch mehr Themen, bei denen länderübergreifende Kooperationen sinnvoll sind oder wären. In Sachen Tourismus könne da vor allem in Richtung Hildburghausen noch mehr laufen. Dass Coburg und Lichtenfels touristisch innerhalb des Tourismusverbands Franken seit wenigen Jahren wieder getrennte Wege gehen, sei unschön, aber letztendlich nachvollziehbar.

Es wäre dann nur konsequent gewesen, dass die Tourismusregion Coburg.Rennsteig gegründet wurde. Dies zeige auch sehr deutlich, dass die historisch gewachsenen Strukturen und Verbindungen immer noch bedeutend sind. Man müsse diese nicht extra manifestieren, aber man könne diese sinnvoll nutzen.

Wichtig sei es hier, dass man sich im Coburger Land noch stärker vom längst überholten Ost-West-Denken löst. Nur so könne man nachhaltig Zukunft gestalten. Viel Potenzial sieht Truckenbrodt neben dem öffentlicher Nahverkehr und dem Eisenbahnlückenschluss auch noch im kulturellen Bereich, unter anderem bei Museen, Festivitäten, Vereinsaktivitäten und beim Sport im länderübergreifenden itzgründisch-mainfränkischen Kulturraum.

"Sollte man irgendwann mal in Deutschland doch noch eine allgemeine und bundesweite Neugliederung des Bundesgebietes angehen, bieten sich noch ganz andere Möglichkeiten", erklärt der Bewerber um den Landratsposten.

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Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
14:54 Uhr

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