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Hildburghausen

Alles auf Anfang: Live-Ticker aus dem Gerichtssaal

Nach dem gewaltsamen Tod eines Coburgers stehen drei Männer und eine Frau zum zweiten Mal vor Gericht. Einer der Angeklagten stammt aus Hildburghausen. Zwei der Angeklagten reden vor Gericht, zwei schweigen.



_WU_4672.jpg Coburg
  Foto: Frank Wunderatsch

Coburg - Noch bevor Vorsitzende Richterin Ulrike Barausch am Donnerstagmorgen die Neuauflage des Beiersdorf-Prozesses eröffnet, geht ein leises Raunen durch den Schwurgerichtssaal am Landgericht Coburg. Prozessbeobachter und viele Zuschauer, die fast alle Plätze besetzen, bekommen mit, wie herzlich sich Peter G. und Paul K. mit der besonderen Form eines Handschlags begrüßen, der unter besten Freunden üblich ist. Die beiden Männer, die verschworene Mitglieder eines Motorradclubs waren, haben sich lange nicht gesehen. Vor einem Jahr sind sie schuldig gesprochen worden, den pensionierten Theatermusiker Wolfgang R. in seinem Haus in einer beschaulichen Wohngegend im Coburger Stadtteil Beiersdorf brutal erschlagen haben. Jetzt sitzen sie im Gefängnis: der Ältere, Peter G. aus Coburg, in Bayreuth, der Jüngere, Paul K. aus Hildburghausen, in Kronach.

 

Live-Ticker Revision Coburger Mord-Prozess - Tag 2

War es ein Mord aus Habgier oder Heimtücke? Das versucht auch am zweiten Prozesstag das Coburger Schwurgericht zu klären.

Der Liveticker aktualisiert sich im 30 Sekunden Takt.

15:04 Uhr
Der zweite Verhandlungstag im Beiersdorf-Prozess ist beendet. Die Fortsetzung folgt am Dienstag, 19. April, um 9 Uhr im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Coburg. Wir beenden damit unseren Ticker für heute und wünschen ein schönes Wochenende.

14:59 Uhr
Der letzte Zeuge des zweiten Verhandlungstages hat seinen Auftritt. Er saß in dem Stadtbus, mit dem Wolfgang R. am Abend des 11. Dezember 2013 nach Beiersdorf gefahren war. Dem Zeugen sei aufgefallen, dass Wolfgang R. an der Haltestelle auf und ab ging und hektisch an seiner Zigarette gezogen habe.

14:50 Uhr
Als weitere Zeugen haben ein Coburger Stadtbusfahrer und der Eigentümer des Gebäudes  im Coburger Kanonenwegs ausgesagt, das Wolfgang R. für die Untervermietung von Zimmern an Prostituierte gepachtet hatte. Der Vertrag sollte bis 2015 laufen, „aber dazu kam es ja nicht“, sagt der Immobilienbesitzer. Mit teilweise lautstark vorgetragenen Fragen bringt Joachim Voigt, Verteidiger von Maria S., Schärfe in die Verhandlung. Vorsitzende Richterin Ulrike Barausch ermahnt den Anwalt, sich zurückzunehmen. „Wenn Sie den Zeugen so anbrüllen, werden Sie nichts aus ihm herausbringen“, sagt die Vorsitzende. Inhaltlich geht es darum, wer welchen Anteil an den Pachtzahlungen für die Prostituiertenzimmer im Kanonenweg übernommen hat -  ob Wolfgang R. der alleinige Zahler war oder auch Maria S. mit eingebunden war. Das hatte der Gebäudeeigentümer in seiner Vernehmung vor der Polizei angedeutet. Am Ende der Auseinandersetzung steht die Feststellung von Anwalt Voigt, dass einige der Aussagen des Zeugen Vermutungen sind und einige die Wahrheit. Der Immobilienbesitzer zog sich auf die Position zurück, ihm sei es letztlich egal, von wem er sein Geld bekomme.
 

13:51 Uhr
Die frühere Eigentümerin und Betreiberin der Gaststätte am Rande der Coburger Innenstadt hat diese nach ihrer Aussage ab 1. Juni 2023 für zunächst fünf Jahre an Maria S. verpachtet. Ablöse-, Kaution- und Pachtzahlungen seien jedoch zunächst von Wolfgang R. bar bezahlt worden. Ab Herbst hätten dann Maria und Helmut Erhard S. die Zahlungen übernommen, da Wolfgang R. sich dafür nicht mehr in der Pflicht gesehen habe, wie er der damaligen Eigentümerin der Gastwirtschaft mitgeteilt habe. Weil Maria S. und Wolfgang R. keine Gastwirtschaft hätten führen können, habe Helmut Erhard S. die Geschäfte übernommen. Die Pachtzahlungen für November und Dezember 2013 seien vereinbarungsgerecht eingegangen.
 

13:45 Uhr
Eine Frau, die die Kneipe am Rande der Coburger Innenstadt öfter besucht hat, tritt in den Zeugenstand. Sie hat über der Kneipe gewohnt. Sie bestätigt, dass es Streitereien zwischen Maria und Helmut Erhard S. sowie Wolfgang R. gab.
 

13:40 Uhr
Eine Frau, die Stammgast in der Kneipe von Maria und Helmut Erhard S. war, sagt aus. Sie erläutert, dass Wolfgang R. der Geldgeber für die Gastwirtschaft war. Zudem berichtet sie von Streitereien zwischen Wolfgang R., Maria und Helmut Erhard S. Sie habe auch mitbekommen, dass Maria S. bei Wolfgang R. aus der gemeinsamen Wohnung in Beiersdorf habe ausziehen wollen.  Die Zeugin habe Wolfgang R. als freundlichen, aber manchmal auch aufbrausenden Menschen kennen gelernt.

13:15 Uhr
Die Noch-Ehefrau von Peter G. nimmt ihr Recht wahr, keine Aussagen machen zu müssen. Das Ehepaar lebt in Scheidung.

13:12 Uhr
Die Partnerin von Paul K. machte ebenfalls von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.
 

13:10 Uhr
Die Verhandlung wird fortgesetzt. Der Bruder von Peter G. tritt in den Zeugenstand. Er macht von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Die nächste Zeugin ist die Ehefrau von Peter G.
 

12:25 Uhr
Der Prozess wird bis 13 Uhr unterbrochen.

12:15 Uhr
Dass Paul K. nicht übermäßig Alkohol getrunken habe, erläutert eine junge Frau, in deren Wohnung der Angeklagte festgenommen wurde. Die angehende Krankenschwester bezeichnet ihren früheren Freund auf Nachfrage von Gutachter Cornelis Stadtland als nett, umgänglich und höflich, der auch in Konfliktsituationen nicht aggressiv geworden sei.

11:50 Uhr
Ein Cousin des Getöteten erklärt vor Gericht, dass er Wolfgang R. im Jahr im Mai 2013 6000 Euro geliehen hat. R. habe gesagt, er befinde sich in einer finanziellen Zwickmühle und benötige das Geld dringend, weil er seiner neuen Lebensgefährtin Maria S. in Coburg eine Kneipe mit Biergarten einrichten wolle und die Kaution ablösen müsse. Sonst sei das Projekt zum Scheitern verurteilt. Die Rückzahlung wurde für Oktober des gleichen Jahres vereinbart. Allerdings sei die Gastwirtschaft nach Aussage von Wolfgang R. nicht gut gelaufen. Er habe zwar einen Teilbetrag zurückgezahlt, im Spätsommer 2013 aber für den Rest um eine Stundung gebeten.  Die habe ihm der Cousin eingeräumt. Mittlerweile sei die Schuld beglichen. Maria S. selbst habe er, wie er auf Nachfrage des Gerichts antwortet, nie persönlich kennengelernt. Auch zu Wolfgang R. habe er wenig Kontakt gehabt. Man habe sich nur bei großen Familienfeiern getroffen und ab und an miteinander telefoniert.
 

11:36 Uhr
Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Rechtsanwältin Elke Zipperer, die die Tochter vertritt, erläutert, dass ihre Mandantin auch Kosten hatte, zum Beispiel für die Beerdigung von Wolfgang R., ihre Arbeit verloren habe und sich noch immer in ärztlicher Behandlung befinde. Zudem habe sie das Erbe ausgeschlagen und nur ihren Pflichtteil erhalten. Die Anwältin sehe keine Veranlassung, die Frage Stefan Walders zu beantworten, weil diese – entgegen der Meinung des Verteidigers von Peter G. – keinerlei Auswirkungen auf die Bemessung des Strafmaßes habe. Das sehen die Anwälte der Angeklagten anders und schließen sich dem Antrag von Stefan Walder an.

Später wird die Tochter erklären, dass die Ausgaben der Bestattung über Opferausgleichsmaßnahmen finanziert wurden. Daraufhin fordert Rechtsanwalt Joachim Voigt, der Verteidiger von Maria S., seine Kollegin Zipperer auf, vor Gericht bei der Wahrheit zu bleiben, was diese auf das Schärfste zurückweist. Selbstverständlich habe die Tochter Kosten gehabt, die sich aus dem gewaltsamen Tod ihres Vaters ergeben hätten. Diese müssten vom Erbe abgezogen werden, seien aber schwerlich genau zu beziffern.

 Vorsitzende Richterin Ulrike Barausch glättet die hochschlagenden Wellen. Zuvor hat sie den Beschluss des Gerichts verkündigt, die Frage zuzulassen, was die Tochter von ihrem Vater geerbt hat. Diese nennt einen Betrag knapp über der fünfstelligen  Grenze.
 

11:17 Uhr
Anwalt Stefan Walder, der Verteidiger von Peter G., bringt die Tochter aus der Fassung, als er danach fragt, welche wirtschaftlichen Vorteile sie aus dem Ableben ihres Vaters gezogen habe. Die Frau bricht in Tränen aus. Oberstaatsanwalt Martin Dippold beanstandet die Frage des Verteidigers. Er verweist auf die Antwort der Tochter, dass kein Geld der Welt den Tod ihres Vaters ausgleichen könne. Vorsitzende Richterin Ulrika Barausch weist die Frage Walders zurück. Damit gibt sich der Anwalt nicht zufrieden und beantragt einen Beschluss des Gerichts. Dieses zieht sich zur Beratung zurück.

10:51 Uhr
Die Tochter von Wolfgang R. tritt in den Zeugenstand. Sie sei eineinhalb Jahre gewesen, als ihr Stiefvater in ihr Leben trat. Ihren leiblichen Vater habe sie erst später kennen gelernt, als sie im Theater, wo Wolfgang R. als Musiker arbeitete, mit ihm Kontakt aufnahm. Die 46-Jährige erläutert, dass sie mit ihm ein herzliches, liebevolles Verhältnis gepflegt habe. In Beiersdorf habe es oft Treffen der „großen Familie“ gegeben. Die Tochter berichtet, wie sie das Verhältnis ihres Vaters mit Maria S. einschätzt. Sie habe bei Wolfgang R. eine „Wesensveränderung“ festgestellt, was sich an seiner Sprache gezeigt habe. Zudem habe er sich körperlich zum Negativen verändert, „als ob er durch ein Nudelholz gedreht worden ist“.

10:40 Uhr
Die frühere Partnerin von Wolfgang R. sagt aus. Sie hatte ihn 2010 über eine Bekanntschaftsanzeige kennen gelernt. 2011 ist die Eisfelderin zu ihm nach Beiersdorf gezogen. Sie beschreibt den Getöteten als sehr angenehmen, großzügigen Menschen, der sie nie schlecht behandelt habe. Nachdem er ihr seine Liebe zur Maria S. gebeichtet habe, habe man sich 2013 im gegenseitigen Einvernehmen getrennt, und sie sei  wieder zurück nach Eisfeld gezogen. Sie habe nicht verstanden, dass sie Wolfgang R. wegen einer Prostituierten verlässt. „Das hat mir nicht gefallen.“ Sie selbst habe nie etwas mit Prostitution zu tun gehabt. Über seine finanziellen Verhältnisse habe er ihr nie Auskunft gegeben; sie habe aber gewusst, dass Wolfgang R. ein Testament verfasst hatte.

10:10 Uhr
Die Verhandlung wird fortgesetzt. Rechtsanwalt Norman Jacob fordert im Namen seines Mandanten Paul K., die Vorsitzende Richterin Ulrike Barausch abzuberufen. Begründet wird der Vorstoß damit, dass Paul K. im März beantragt hatte, neben seiner Verteidigerin Kerstin Rieger Anwalt Norman Jacob als zweiten Rechtsbeistand in der Revisionsverhandlung zuzulassen. Dies sei, so K.,  notwendig aufgrund der umfangreichen Zeugen- und Sachverständigenliste sowie der Länge des Verfahrens, für das insgesamt zehn Verhandlungstage angesetzt sind. Dies stelle hohe Anforderungen an die Verteidigung. Zudem könne sich auch der Mitangeklagte Peter G. auf zwei Verteidiger stützen.

Vorsitzende Richterin Barausch habe, so Jacob weiter,  Paul K.s Antrag zurückgewiesen. Dagegen habe der Angeklagte Beschwerde eingelegt, die mit Beginn der Hauptverhandlung am 7. April abgelehnt worden sei. Dies sei, so Rechtsanwalt Jacob, aus Sicht seines Mandanten eine willkürliche Entscheidung der Vorsitzenden Richterin und „eine bloße Demonstration der Macht“.

Ulrike Barausch teilt daraufhin die Entscheidung des Gerichts mit, dass der Antrag von Rechtsanwalt Jacob jetzt geprüft wird. Bis ein Beschluss über die mögliche Abberufung ergangen ist, wird die Hauptverhandlung fortgesetzt; die für Freitag geladenen Zeugen werden gehört. Sollte der Antrag von Paul K. Erfolg haben, hätte dies eine längere Unterbrechung der Revisionsverhandlung zur Folge, bis ein neuer Vorsitzender Richter benannt ist.
 

09:09 Uhr
Richterin Ulrike Barausch eröffnet den zweiten Verhandlungstag. Norman Jacob, Verteidiger von Paul K., überrascht das Gericht mit einem Antrag auf Sitzungsunterbrechung für eine Stunde. Es geht um die Zulassung eines weiteren Pflichtverteidigers. Begründet wird dies mit dem Umfang des Verfahrens. Das Gericht stimmt der Sitzungsunterbrechung zu.

09:00 Uhr
Das Medien- und Zuschauerinteresse am Beiersdorf-Prozess hat nachgelassen. Nur zwei Journalisten sind im Saal, die allermeisten Zuhörerplätze sind leer. Heute stehen weitere Zeugenaussagen auf dem Programm. Es soll auch Einblicke in das familiäre Umfeld der vier Angeklagten geben.

08:13 Uhr
Heute um 9 Uhr wird die Hauptverhandlung im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Coburg fortgesetzt. Live dabei ist Wolfgang Braunschmidt.

 

Dass sie sich nun an dem Ort treffen, an dem sich ihre Wege eigentlich für 13 Jahre und sechs Monate Haft trennen sollten, liegt daran, dass die Staatsanwaltschaft Coburg und die Tochter des Opfers diese Strafe für zu milde halten. Sie fordern eine Verurteilung wegen Mordes. Der Bundesgerichtshof hat der Revision statt gegeben. Deshalb muss der Prozess neu aufgerollt werden.

Ebenfalls wieder mit dabei: Helmut Erhard und Maria S. Das Ehepaar soll den Tod von Wolfgang R. geplant und die beiden Männer angestiftet haben, den Beiersdorfer umzubringen. Habgier könnte dabei ein zutreffendes Mordmerkmal sein. Denn laut Anklage sollen Helmut Erhard und Maria S. auf das lukrative Geschäft aus gewesen sein, das Wolfgang R. mit der Vermietung von Zimmern an Prostituierte in Coburg betrieb. Zudem hätten es beide auf 20 000 Euro aus dem Vermögen des Pensionärs abgesehen. Dafür sollen sie wegen Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung sieben Jahre in Haft, lautet das Urteil aus der ersten Instanz. Damit ist Helmut Erhard S. nicht einverstanden. Deshalb hat auch er Revision eingelegt. Also alles auf Anfang im Beiersdorf-Prozess.

Fast auf die Minute pünktlich eröffnet Vorsitzende Richterin Ulrike Barausch den ersten Verhandlungstag, dem bis zum 20. Mai neun weitere folgen sollen. Gleich zu Beginn erklären die Anwälte von Paul K. und Peter G., dass beide vorerst keinerlei Angaben machen werden, weder zu ihrer Person, noch zu ihrem Lebenslauf, geschweige denn zum Tathergang. Dafür redet Helmut Erhard S. um so mehr. Fast eine Stunde gibt er einen Abriss seines Lebens, das schon mit Beginn der beruflichen Lehrzeit aus dem Ruder läuft. Bei der Bahn wirft er hin, in einer Autowerkstatt auch. Er versucht sich als Fahrer, Transportunternehmer und Gastronom, mal in Deutschland, mal in Luxemburg, mal in der Schweiz, mal in Portugal. Dann leistet er sich einen Urlaub in Brasilien. Dabei lernt er Maria S. kennen, heiratet sie und betreibt mit ihr eine Strandbar. Aber auch das geht nicht lange gut. Man will nach Deutschland. Nächste Stationen sind Aachen und das oberfränkische Naila. Hier betreibt Helmut Erhard S. mit seiner Maria eine Gaststätte. Sie muss gut gelaufen sein. Jedenfalls hat das der heute 59-jährige Angeklagte dem späteren Opfer Wolfgang R. berichtet, der das wiederum seinem Nachbarn erzählte, wie dieser am Donnerstag vor Gericht als Zeuge erläutert.

Dann kommt Coburg. Hier habe Maria S. auf Drängen ihres Mannes, wie sie aussagt, als Prostituierte gearbeitet. Wolfgang R. wird ihr Kunde. Er verliebt sich in sie, will sie aus dem Rotlichtmilieu heraus- und von ihrem alkoholkranken Mann wegholen. Das Paar schmiedet Hochzeitspläne. Gleichzeitig finanziert der Pensionär der Brasilianerin eine Gaststätte am Rande der Coburger Innenstadt, die allerdings nicht aus den roten Zahlen herauskommt. Hier soll das Ehepaar S., das die Kneipe betreibt, aber mittlerweile getrennt lebt, im Herbst 2013 den Plan geschmiedet haben, Wolfgang R. aus dem Weg zu räumen, hier soll es seine Stammkunden Paul K. und Peter G. mit diesem Auftrag betraut haben. Ob es wirklich so war, soll die neuerliche Gerichtsverhandlung klären.

Am Donnerstagnachmittag kommen Polizeibeamte, ein Arzt und ein Rettungssanitäter als Zeugen zu Wort. Sie beschreiben den Tatort, wie er sich auch bei einer Ortsbegehung des Gerichts im erstinstanzlichen Verfahren dargestellt hat: mit Blutspritzern am Boden und am Heizkörper, mit Schuhsohlenabdrücken auf dem hellen Teppich, die den Tätern zugeordnet werden, mit brennendem Licht im Flur, mit einem durchwühlten Kellerraum, um offenbar einen Einbruch vorzutäuschen, mit der leicht geöffneten Terrassentür, mit dem im Wohnzimmer liegenden, erschlagenen Wolfgang R.

 
Ich habe am Tag zehn Flaschen Bier und eine Flasche Schnaps getrunken.

Helmut Erhard S., Angeklagter

 
Es war die Idee meines Mannes, dass ich als Prostituierte arbeite.

Maria S., Angeklagte

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Von Wolfgang Braunschmidt
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Veröffentlicht am:
08. 04. 2016
09:34 Uhr

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Von Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
08. 04. 2016
09:34 Uhr



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