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Hildburghausen

1000 Euro Belohnung für Hinweis auf Lichtkunst-Zerstörer

Unbekannte hatten Sonntagfrüh die Lichtkunst im Otto-Ludwig-Garten zerstört. Doch sie wurden beobachtet. Die Lichtkunst ist wieder intakt, die Stadt schützt sie nun mit einer Nachtwache.



Simon Müller vom Coburger Designforum Oberfranken und der Eisfelder Museumsleiter, Heiko Haine, begutachten die Schäden an der Treppe. Im Vordergrund: herausgerissene LED-Strahler und Natursteine. Fotos: Rolf Dieter Lorenz
Simon Müller vom Coburger Designforum Oberfranken und der Eisfelder Museumsleiter, Heiko Haine, begutachten die Schäden an der Treppe. Im Vordergrund: herausgerissene LED-Strahler und Natursteine. Fotos: Rolf Dieter Lorenz   » zu den Bildern

Eisfeld - Montagabend, kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Danilo Hedwig macht sich auf den Weg zum Otto-Ludwig-Garten. Der 42 Jahre alte Brandschutzmitarbeiter der Stadt bezieht dort Position. Bis in die frühen Morgenstunden am heutigen Dienstag patrouilliert er als Nachtwache durch den Park und sieht nach dem Rechten. Das ist eine der Reaktionen der Stadtverwaltung auf das, was in der Nacht zum Sonntag im Otto-Ludwig-Garten geschehen ist.

Unbekannte Täter hatten dort einen Großteil der Lichtinstallation - bestehend aus etwa 50 Scheinwerfern, LED-Strahlern und Halterungen - mutwillig kaputtgeschlagen und kaputtgetreten. Aus der Einfassung einer Blumenrabatte war ein Naturstein herausgerissen sowie Stufen einer historischen Steintreppe zum Otto-Ludwig-Gartenhaus zerstört worden. Insgesamt entstand dabei ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro.

Als Hauptamtsleiter Mike Donner am frühen Sonntagmorgen in den Park kommt, entdeckt er die Spuren der Zerstörungswut. Am Weg zum Gartenhaus überall herunterhängende oder abgerissene LED-Strahler, zertretene und gesplitterte Holzhalterungen, die aus ihrer Verankerung gerissen worden sind. Donner war bereits von Bürgermeister Sven Gregor per WhatsApp vorgewarnt worden. Der Stadtchef, der an diesem Wochenende in Österreich Urlaub macht, war von der Polizei am frühmorgens telefonisch vom Vandalismus im Park unterrichtet worden. Donners erste Reaktion: "Ich bin maßlos traurig und enttäuscht". Die Lichtdesigner um den Coburger Hochschuldozenten Michael Müller und die drei Mitglieder des Coburger Designforum Oberfranken hätten sich so große Mühe gegebene, den Otto-Ludwig-Garten in ein phantastisches Lichtbild zu verwandeln.

Müller und sein Team hatten in der vergangenen Woche zum bevorstehenden Denkmaltag am Sonntag von Donnerstagabend bis Samstagabend an der Lichtinstallation gearbeitet, dabei vieles ausprobiert, teilweise verworfen oder korrigiert, bis die Illumination endlich ihren professionellen Ansprüchen entsprach. Bäume, Wege, die Otto-Ludwig-Skulptur, das Gartenhaus, die Blumenrabatte und die historische Treppe im Park waren in ein phantastisches Lichtbild verwandelt worden. Müllers erste Reaktion, als er Sonntagmittag zur Reparatur mit seinem Team erscheint: "Ich finde es zum Kotzen." Ähnlich äußern sich die Mitglieder des Coburger Designforums. Student Simon Müller: "Ich bin sprachlos, einfach nur sinnlose Gewalt." Sein Kommilitone Jan-Lukas Otto ergänzt: "Ich find’s schade, dass so etwas zerstört wird, was von allen Anwohnern positiv aufgenommen wurde."

Viele Einwohner aus Eisfeld und Umgebung, die am Samstagabend den Garten besucht hatten, waren begeistert gewesen von der Lichtkunst. "Schön", "wunderbar", "märchenhaft" und "geheimnisvoll", so lauteten die Reaktionen unterschiedlicher Besucher.

Hinweis auf zwei Täter

Inzwischen gibt es auch erste Hinweise auf den Zeitpunkt und auf die mutmaßlichen Täter. Nach Recherchen von Freies Wort soll es sich um zwei Personen handeln, die bei ihrer Tat offenbar beobachtet und gestört wurden. Polizeiangaben zufolge hatte ein aufmerksamer Bürger am Sonntagmorgen gegen halb vier verdächtige Geräusche im Otto-Ludwig-Garten gehört, nachdem sein Bewegungsmelder ausgelöst worden war. Der Zeuge habe zwei Personen in Richtung Innenstadt flüchten sehen und den Vorfall gegen Viertel vor Vier der Polizei gemeldet. Die sucht jetzt nach weiteren Zeugen.

Die Illumination des Parks, die in den Nachtstunden noch bis Mittwochfrüh geplant ist, dient auch als Vorgeschmack auf die am nächsten Samstag startende Ideenwerkstatt, mit der die Stadt das Areal vom Brauhaus, übers Volkshaus bis zum Otto-Ludwig-Garten zu einer Kulturmeile ausbauen will. Wer sehen möchte, wie öffentliche Räume ästhetisch
beleuchtet werden können, morgen, am Dienstagabend, um 21 Uhr, laden die Lichtdesigner zu einer Führung ein.

Autor

Rolf-Dieter Lorenz
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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
15:48 Uhr

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Rolf-Dieter Lorenz

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
15:48 Uhr



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