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Feuilleton

"Warm ums Herz"

Was lesen, wenn man zu Hause bleiben muss? Wir rufen Leserinnen und Leser, Buchhändler und Bibliothekare dazu auf, anderen ihre Lieblings-Bücher zu empfehlen. Hier sind die ersten Zuschriften.



Was lesen in der Krise? Leserinnen und Leser blicken in ihr Bücherregal. Foto: Lauterbach
Was lesen in der Krise? Leserinnen und Leser blicken in ihr Bücherregal. Foto: Lauterbach  

Sehr geehrtes Kulturteam, oh, das ist eine gut Idee, andere Menschen in dieser Zeit auf gute Bücher aufmerksam zu machen", schreibt Heidemarie Günzel aus Masserberg: "Ich bin 78 Jahre alt und lese leidenschaftlich gern! Daran haben wir nicht den leisesten Zweifel, angesichts ihrer vielen Buchtipps. Im Moment hat sich Frau Günzel den Roman "Still Alice - mein Leben ohne gestern" von Lisa Genova vorgenommen (Lübbe-Verlag). Eine 50-jährige Frau erfährt, dass sie an Alzheimer erkrankt ist. "Äußerst interessant", findet die Masserbergerin. Davor las sie zwei Bücher von Iris Krumbiegel - einer Autorin aus der Rhön: "Hure unterm Hakenkreuz" und "Hure hinter Stacheldraht" (beide erschienen im Eigen-Verlag). "Ich verschlang diese Bücher in kurzer Zeit", so Günzel. "Faszinierend" fand sie auch "Das fünfte Kind" von Doris Lessing (btb), "Das Orchideenhaus" von Lucinda Riley (Goldmann) und "Die fernen Stunden" von Kate Morton (Diana Verlag).

Lesetipps gesucht

Was lesen, wenn einem zu Hause die Decke auf den Kopf zu fallen droht? Vielleicht das, was andere auch spannend oder unterhaltsam finden! Sie sind ein begeisterter Bücher-Leser und finden: Da sollten sich andere auch mal reinschmökern. Sie sind Buchhändler und glauben: Genau das Buch wäre etwas für langweilige Stunden. Oder Sie sind Bibliothekar und haben eine Idee... Egal ob Kinder- oder Jugendbuch, ob Roman, Erzählung oder Novelle, ob Sachbuch oder Lyrik-Band - schreiben Sie Ihrer Heimatzeitung Ihre Lese-Tipps: Gerne mit kurzer Begründung, warum Sie gerade dieses Buch empfehlen. Wir geben Ihre Tipps an die Leserinnen und Leser weiter!

 

Unsere Adresse: kultur@freies-wort.de

 

"Hallo liebe Redaktion, ich habe ‚Die Pest‘ vor einigen Jahren gelesen - aber leider nicht mehr im Bestand", schreibt uns Petra Hardt. Da das im Rowohlt-Verlag erschienene Buch ausverkauft ist, hat sie noch einen anderen heißen Tipp: "Der Fall" von Albert Camus (gleichfalls Rowohlt) sei ebenso spannend, "wenn auch nicht so aktuell zum jetzigen Geschehen". Mit ihren Lesetipps möchte Frau Hardt "ausgetretene Wege", wie sie schreibt, verlassen. Und empfiehlt, zum Beispiel bei Milan Kundera "vorbei zu schauen". Der habe nämlich nicht nur "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" (Fischer Taschenbuch) verfasst, auf die er nach ihrer Meinung zu Unrecht und dann noch auf die Hollywood-Verfilmung reduziert wird, sondern so interessante Titel wie "Die Identität" (Fischer Taschenbuch) in der er das Thema der "Traumnovelle" von Schnitzler aufgreift und interessant interpretiert oder "Die Unwissenheit" (Hanser-Verlag) die die Themen Emigration und Mauerfall im Fall einer Liebesgeschichte auseinandersetzt.

 

"Dr. Siri und seine Toten" von Colin Cotterill (Goldmann-Verlag) spielt in Laos, "liest sich gut, ist spannend erzählt und unterhaltsam", schreibt Petra Hardt. Dass ihr demnächst der Lesestoff ausgeht, glaubt sie übrigens nicht: "Ich habe noch das Bücherregal voll und Kundera kann man mehrfach lesen".,

Renate Börner aus Dönges bei Bad Salzungen schreibt uns: "Über Ihren Beitrag ("‚Die Pest‘ ist ausverkauft") habe ich sehr gestaunt. Mir selbst wäre es unmöglich, in dieser heutigen, überaus aufregenden Zeit Katastrophen-Romane zu lesen. Eigentlich fehlt mir im Moment überhaupt die innere Ruhe um in ein Buch einzusteigen." Das können wir nachvollziehen - und waren in der Tag auch erstaunt über die Lust vieler an der "Pest". Deshalb geben wir den Tipp von Frau Börner gerne weiter,

Empfehlen möchte sie zwei kleine Bücher - als Abendlektüre für Kinder oder auch zwischendurch: "Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab" von Sam McBratney (Sauerländer-Verlag) und "Ich freu mich so, dass es dich gibt" von Jan Fearnley (Brunnen). Tiere erzählen zum Beispiel über die innige, tiefe Liebe zwischen Mutter und Kind. "Dabei", schreibt Renate Börner, "wird einem doch richtig warm ums Herz".

Matthias Rolfs aus Suhl schreibt uns: "Ich habe Albert Camus schon 1991 gekauft" - und schickt zum Beweis auch ein Foto des schon etwas abgegriffenen Buchs. Seine Leseempfehlung: "Das Dekameron" von Boccaccio (Insel-Verlag). "Auch da geht es um eine Seuche und eine schöne Variante der Quarantäne und einen noch schöneren Zeitvertreib."

Wer eines der Bücher kaufen möchte, der kann dies momentan nur in den Buchhandlungen tun, die geöffnet sind - etwa, weil sie Tageszeitungen verkaufen. Und natürlich im Internet. Eine kleine Bitte: Denken sie dabei auch an die kleinen, heimischen Buchhandlungen in der Krise. Viele sind per Mail oder Telefon erreichbar und senden Ihnen die Bücher auch nach Hause.

Autor

Peter Lauterbach
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Veröffentlicht am:
26. 03. 2020
00:00 Uhr

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Peter Lauterbach

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26. 03. 2020
00:00 Uhr



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