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Klassik-Streaming mit Suchtfaktor

Opernhäuser und Konzertsäle sind geschlossen. Wir kommen Musikfreunde an ihren "Stoff"? Die Lösung findet sich online: Die Naxos Music Library ist der größte Klassik-Streaming-Dienst der Welt.



Matthias Lutzweiler Foto: Archiv
Matthias Lutzweiler Foto: Archiv  

Musik spendet Trost und Kraft - gerade in schwierigen und unsicheren Zeiten. Kein Zufall, dass die Menschen in den isolierten Ortschaften Italiens auf ihren Balkonen singen. Auch hierzulande brauchen Musikfreunde nicht auf Sinfonien und Opern, Kammermusik oder Chorgesang zu verzichten. Die Naxos Music Library (NML), der weltweit größte und wichtigste Klassik-Streaming-Dienst, hat ein Angebot, das 150 000 CDs entspricht.

Ins Leben gerufen wurde die NML von Klaus Heymann, dem Gründer des Labels Naxos, das in den Achtzigern durchstartete, indem es mit osteuropäischen Sinfonieorchestern und eher unbekannten Dirigenten preisgünstig produzierte. Bereits in den Neunzigern erkannte Heymann die Möglichkeiten des Internets für den Verkauf von Musik. Während die Branche über schrumpfende Verkäufe im Ladenhandel jammert, eröffnet Naxos einen eigenen Online-Shop. Seit 2002 bietet das Label sämtliche Veröffentlichungen digital an - ein Jahr bevor Apple mit iTunes loslegte.

Über 100.000 Werke

Bis vor kurzen erinnerte der Online-Auftritt der Naxos Music Library noch ein wenig an die Anfänge. Doch nun ist eine überarbeitete Fassung an den Start gegangen, von ihren Machern "NML 3" genannt. "Wir haben ein neues, übersichtlicheres Design eingeführt und bieten eine schnellere Navigation", resümiert René Zühlke, Leiter der Online-Bibliotheken von Naxos. "Es gibt neue Funktionen wie das Speichern von Lieblingstracks." Von den Vorteilen kann man sich mit einem einmonatigen Gratis-Testzugang überzeugen. Möglich ist die Nutzung über die Browser-Version oder eine App.

Das Register dieses Online-Archivs umfasst 80 000 Interpreten und 42 000 Komponisten. Unterm Strich sind rund 100 000 Werke aus allen denkbaren Bereichen der Musikgeschichte erfasst: Standard- ebenso wie Nischenrepertoire; vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Für die verfeinerte Recherche gibt es eine erweiterte Suchfunktion.

Was einst mit den hauseigenen Aufnahmen des Labels Naxos begann, ist inzwischen eine Sammlung der Kataloge von mehr als 870 Klassik-Labeln. Die Bandbreite reicht von der Deutschen Grammophon über Hänssler und Harmonia Mundi bis zu Sony Classical. Daneben gibt es reichhaltige Zusatzangebote: Infotexte, Werkanalysen, Biografien und CD-Booklets.Ein Team von mehr als 40 Musikwissenschaftlern prüft und erfasst die Aufnahmen, fügt Neues hinzu und verknüpft es mit den bestehenden Einträgen. Technik-Teams in Hongkong und Manila sorgen für den Schutz vor Hackern und technischen Pannen.

"Wir bieten uns als verlässlicher Dienstleister und Partner im Bildungssektor an", sagt der Naxos-Mitarbeiter René Zühlke. "Wenn wir an die Digitalisierung in den Schulen denken, wird klar, dass sich hier noch einiges bewegen muss, damit Deutschland international betrachtet nicht den Anschluss verliert." Während der Schulschließungen ließe sich doch mit der NML prima der Musikunterricht zu Hause gestalten.

Mit Suchtfaktor

Gelegenheitshörer sind bei der Naxos Music Library ebenso gut aufgehoben wie Klassik-Enthusiasten. "Jeder, der mit klassischer Musik zu tun hat, sollte die NML zumindest mal testen", ist Matthias Lutzweiler überzeugt, der Deutschland-Geschäftsführer von Naxos. "Aber ich warne vor dem Suchtfaktor, zumal quasi alle Klassiklabels in der NML zu finden sind..."

Lutzweilers Tipp für diese Zeiten: "Hören Sie mit Kindern oder Partner daheim Musik - bewusst, konzentriert, ohne Ablenkung. Lassen Sie sich durch Musik inspirieren, ermutigen und trösten."

 

www.nml3.naxosmusiclibrary.com

Autor

Antje Rößler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 05. 2020
00:00 Uhr

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Antje Rößler

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Veröffentlicht am:
20. 05. 2020
00:00 Uhr



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