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Jüdisches Leben: Abraham-Geiger Kolleg wird 20

Anita Kantor hält eine Thorarolle in den Händen und träumt. In den nächsten Monaten soll die Ungarin als Rabbinerin ordiniert werden. Dann will sie in Budapest ein Lehrhaus für jüdisches Wissen und Religion gründen. "Das ist mehr als ein Traum", sagt Kantor.



Walter Homolka Foto: Kumm/dpa
Walter Homolka Foto: Kumm/dpa  

Anita Kantor hält eine Thorarolle in den Händen und träumt. In den nächsten Monaten soll die Ungarin als Rabbinerin ordiniert werden. Dann will sie in Budapest ein Lehrhaus für jüdisches Wissen und Religion gründen. "Das ist mehr als ein Traum", sagt Kantor. Das Abraham Geiger Kolleg (AGK) in Potsdam, wo Kantor seit 2014 studiert, hat Unterstützung zugesagt.

Seit 20 Jahren bildet das AGK Rabbiner und Rabbinerinnen aus. Er könne es kaum glauben, dass aus der Idee, in Deutschland erstmals ein Ausbildungsstätte für liberale Geistliche zu gründen, mittlerweile ein Zentrum des europäischen Judentums entstanden sei, sagt der Gründer und Direktor Walter Homolka. Das Kolleg sei Teil der Renaissance des Judentums in Mitteleuropa. Demnächst steht ein Umzug an. In denkmalgeschützten Gebäuden am Neuen Palais in Potsdam entsteht ein Ausbildungszentrum für jüdische Theologie der Universität Potsdam. Bis zur Gründung des AGK wurden Rabbiner vor allem in den USA oder Großbritannien ausgebilde Heute kommen Bewerber aus Russland, Israel, Brasilien oder den USA.

Inzwischen haben 35 Absolventen - 8 Frauen und 27 Männer - ihre Ausbildung am Kolleg abgeschlossen. Das Kolleg verdankt seine Existenz auch der Zuwanderung Zehntausender Juden aus der ehemaligen Sowjetunion. Rund 25 000 Juden lebten bis 1989 in Deutschland. Mit dem Zuzug nahm der Bedarf an Fachkräften in Gemeinden und Synagogen zu. Vor allem Seelsorger sind seitdem gefragt. Mittlerweile leben mehr als 100 000 Juden wieder in Deutschland.

Mit dem Kolleg schloss sich auch eine historische Lücke. Das AGK, das heute zur Universität Potsdam gehört, steht in der Tradition der 1872 vom Theologen und Rabbiner Abraham Geiger (1810-1874) gegründeten Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. 1942 wurde das Institut von den Nazis geschlossen. dpa

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Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
09:17 Uhr

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05. 09. 2019
09:17 Uhr



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