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Ein Unrecht wird gerächt

"Kommissar Dupin - Bretonisches Vermächtnis" - am Donnerstag, 20.15 Uhr, im Ersten gesehen Ein angesehener Arzt fällt vom Balkon direkt vor die Füße des Kommissars Dupin, der gerade seinen Morgenkaffee genießt.



"Kommissar Dupin - Bretonisches Vermächtnis" - am Donnerstag, 20.15 Uhr, im Ersten gesehen

 

Ein angesehener Arzt fällt vom Balkon direkt vor die Füße des Kommissars Dupin, der gerade seinen Morgenkaffee genießt. Der Sohn des Toten ist stinksauer, leidet einfach nur, eine tollpatschige Kellnerin fällt auf, die sich als knallhart entpuppt. Im Hintergrund drei Freunde, groß im Geschäft, die ihre Frauen tauschen und sich sicher fühlen. Nur einer wird übrigbleiben. All diese Fäden verbinden sich in der Vergangenheit zu einem dicken Knäuel Unrecht, das Kommissar Dupin (Pasquale Aleardi) gewohnt kühl, analytisch und clever entwirrt, mit effektiver Hilfe seines Teams, das aus dem schrulligen Kadeg (Jan Georg Schütte) und der gut vernetzten Nolwenn (Annika Blendl) besteht.

Die achte Episode "Bretonisches Vermächtnis" der Reihe nach Romanvorlagen von Jean-Luc Bannalec ist eher ein seichter Wohlfühl-Krimi. Die schöne Kulisse des Hafenstädtchens Concarneau punktet, der Fall ist allerdings sehr routiniert abgearbeitet. Die Spuren in die Vergangenheit sind gerade gelegt und werden ausschließlich per Instinkt gefunden, das Motiv Rache ist ganz nach Schema F eingeflochten. War der Exil-Pariser Dupin am Anfang der Reihe in der Bretagne noch ein Fremdkörper, dessen Eintauchen in die Provinz manch komischen Moment bot, ist er inzwischen in Concarneau angekommen und angesehen. Im Gegenzug gewinnt der Zuschauer nun tiefere Einblicke in Dupins Familienleben - seine Mutter schaut vorbei, sein Vater, ein vor langer Zeit getöteter Polizist, dessen Mörder nie gefunden wurde, wird in Erinnerung gerufen. An sein literarisches Vorbild, den Menschenfreund Maigret, reicht Sympathieträger Dupin nicht heran, dazu fehlt der Figur, wie auch allen anderen, der psychologische Tiefgang.

Autor

Stefanie Grießbach
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Veröffentlicht am:
15. 05. 2020
00:00 Uhr

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Familienleben Frauen Mörder Mütter Pasquale Aleardi Polizistinnen und Polizisten Söhne Väter
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Stefanie Grießbach

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Veröffentlicht am:
15. 05. 2020
00:00 Uhr



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