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Bad Salzungen

Vorzugstrasse für Südlink ist eingereicht

Die Vorzugsvariante der Gleichstromtrasse Südlink führt durch das Werratal. Stark betroffen sind: Gerstungen, Bad Salzungen, Moorgrund und Barchfeld-Immelborn. Die Infoveranstaltung der Netzbetreiber in Bad Salzungen fand trotzdem kaum Interesse.



Die Südlink-Vorzugstrasse mit einer Breite von einem Kilometer verläuft durch das Werratal. Stimmt die Bundesnetzagentur dieser Trassenvariante zu, wird innerhalb dieses Korridors die Linie der Gleichstromtrassse bestimmt. Dazu will Tennet noch einmal Gespräche mit den betroffenen Gemeinden führen. Repro: Heiko Matz
Die Südlink-Vorzugstrasse mit einer Breite von einem Kilometer verläuft durch das Werratal. Stimmt die Bundesnetzagentur dieser Trassenvariante zu, wird innerhalb dieses Korridors die Linie der Gleichstromtrassse bestimmt. Dazu will Tennet noch einmal Gespräche mit den betroffenen Gemeinden führen. Repro: Heiko Matz  

Bad Salzungen - Die Netzbetreiber Tennet und Transnet haben die Vorzugsvariante für die Erdkabeltrasse "Südlink" erarbeitet und bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Die Vorzugstrasse führt durch das Werratal. Besonders betroffen sind im Wartburgkreis die Gemeinden Gerstungen, Bad Salzungen, Moorgrund, Barchfeld-Immelborn und Bad Liebenstein. Auf großen Tablets konnten Grundstückseigentümer die Vorzugstrasse für Südlink bis ins Detail sehen. Es wäre die Möglichkeit gewesen, innerhalb der ein Kilometer breiten Vorzugstrasse gemeinsam mit dem Netzbetreiber über den genauen Trassen-Verlauf zu diskutieren. Aber leider sei das Interesse in Bad Salzungen auch bei der zweiten Infoveranstaltung der Netzbetreiber gering gewesen, bedauerte Thomas Wagner, Referent für Bürgerbeteiligung bei Tennet und speziell verantwortlich für "Südlink".

Tennet und Transnet hatten im Hotel "Solewerk" in Bad Salzungen erneut viel Aufwand betrieben. Es gab Infomaterial in Mengen. Neben den großen Tablets mit dem Trassenverlauf konnten die Besucher am Modell sehen, wie die Baustelle beim Verlegen der Gleichstromleitung aussehen könnte. Muster der Kabel konnten in die Hand genommen werden, alle technischen Details abgefragt werden. Es war alles da, nur die Bürger fehlten. In Grafenrheinfeld hätten sich vor wenigen Tagen über 200 Bürger informiert, in Bad Salzungen waren es am Donnerstag von 16 bis 19 Uhr nur zirka 40.

Schwerpunkt der Debatte in Bad Salzungen sei gewesen, dass die Notwendigkeit der Trasse insgesamt angezweifelt werde. Erneut seien auch wieder Ängste über die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt laut geworden seien. Sylvia Hartung (SPD), Bürgermeisterin der Gemeinde Gerstungen, deren Gemarkung wohl mit am meisten tangiert wird, informiert sich erneut. Die Gemeinde habe bereits viele Stellungnahmen verfasst und immer wieder nach Argumenten gesucht, um diese Trasse zu verhindern. Aber die Argumentation sei schwierig, weil es auf der Vorzugstrasse kaum ausgewiesene Naturschutzgebiete und auch keine rechtsgültigen Bauleitplanungen gebe. Es brauche starke Argumente, die eine solche Trasse verhindern können, und die gebe es kaum. "Wir haben als Gemeinde alle Register gegen die Trasse gezogen. Aber es gebe eigentlich auch keine Alternative. Dezentrale Energieversorgung wolle niemand, Windräder seien auch nicht gerade beliebt. Das ist wie mit der "Quadratur des Kreises", so Hartung. Viele Bürger wünschen sich die Energiewende und die sei auch notwendig, aber die Leitungen wolle niemand haben. Bürgermeisterin Hartung baut darauf, dass die Angaben der Netzbetreiber richtig sind und die Trasse kaum Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben werde und auch gesundheitliche Schäden für Mensch und Tier ausgeschlossen werden könnten.

Auch der Bad Salzunger Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler) war zum Tennet-Infomarkt gekommen. Ihn interessierte der vorgeschlagene Trassenverlauf durch den Bad Salzunger Ortsteil Ettenhausen/Suhl. Gemeinsam mit den anderen betroffenen Bürgermeistern und den Bad Salzunger Stadträten suche man nach schlagkräftigen Argumenten, um diese Trasse aus der Region zu wegzubekommen. Auch wenn es keine Freileitung mehr sein soll, es bleibe ein "großer Eingriff" in die Natur. Und es sei auch nicht einzusehen, dass Thüringen beim Leitungsbau überproportional belastet werden soll. Aber auch für Bohl ist es ein schwieriges Thema, auf der einen Seite die Energiewende und der wachsende Strombedarf und auf der anderen Seite der allgemeine Widerstand gegen den Netzausbau.

Tennet-Referent Wagner ist davon überzeugt, dass die vorgelegte Vorzugstrasse die geringste Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt erwarten lasse. Ob das die Bundesnetzagentur auch so sieht, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung soll Ende des Jahres fallen. Bis dahin wollen sich die Netzbereiber noch einmal mit den betroffenen Gemeinden in Verbindung setzen, um innerhalb der Vorzugstrasse über konkrete Linien zureden .

Nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur beginnt das Planfeststellungsverfahren mit zwei großen Beteiligungsrunden. Dieses Verfahren werde mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen. Ans Netz gehen soll Südlink 2025. Für die eigentliche Trasse werden zirka 40 Meter in der Breite benötigt. Landwirtschaft soll auf der Trasse möglich sein, Forstwirtschaft nicht. "Wir haben Erfahrungen mit solchen Leitungen. Auf den bisher verlegten 1500 Kilometern gebe es kaum Ertragseinbußen für die Landwirte. In Deutschland seien zirka 400.000 Kilometer Stromkabel verlegt. Jedes dieser Kabel erzeuge mehr Wärme als Südlink. Und auch das eletromagnetische Feld von Südlink sei relativ gering, weil Plus- und Minus-Pol relativ eng aneinander gelegt werden. Natürlich sei es eine große Baustelle und ein Eingriff in die Natur. Aber der Strom werde gebraucht, beispielsweise für die geforderte Elektromobilität, betonte Wagner von Tennet.

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Ute Weilbach

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Veröffentlicht am:
10. 05. 2019
16:34 Uhr

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10. 05. 2019
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