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Bad Salzungen

Tauchgang in der Kläranlage

Elf Grad Wassertemperatur laden nicht gerade zu einem Tauchgang ein. In Bad Salzungen ist ein Taucher in der Kläranlage dennoch auf Grund gegangen.



Der Taucher steigt in das 11 Grad kalte Wasser vom Belebungsbecken der Kläranlage Bad Salzungen. Fotos (3): WVS
Der Taucher steigt in das 11 Grad kalte Wasser vom Belebungsbecken der Kläranlage Bad Salzungen. Fotos (3): WVS   » zu den Bildern

Bad Salzungen - Anlass für die Tauch-Aktion war eine notwendige Kontrolle der Belebungsbecken, teilte der Wasser- und Abwasserverband Bad Salzungen (WVS) mit. Für speziell ausgebildete Industrietaucher ist das Routine und eine Aufgabe, die während des laufenden Betriebs erledigt werden muss.

Bei dem Einsatz hat eine Tauchfirma, die auf Tauchgänge in Kläranlagen spezialisiert ist, die Rührwerke in einem der zwei Belebungsbecken inspiziert und gleichzeitig das Becken auf Ablagerungen untersucht. In den Belebungsbecken verrichten die im Belebtschlamm enthaltenen Bakterien ihre Arbeit und reinigen die Abwässer von Verschmutzungen, indem sie sich von den Abwasserinhaltsstoffen ernähren. Ein Vorgang, der die Selbstreinigungsprozesse natürlicher Gewässer nachvollzieht. Hierfür benötigen die Bakterien Sauerstoff, der durch eine Druckbelüftung in das Becken geblasen wird. Die Rührwerke im Becken halten dabei das Gemisch aus Belebtschlamm und Wasser ständig in Bewegung, damit es sich nicht absetzt. Lagert sich Schlamm auf den Belüftern ab, kann dadurch das Abwasser nicht mehr ordnungsgemäß gereinigt werden.

Für den Tauchgang wurde das Belebungsbecken außer Betrieb genommen, während die Abwasserreinigung im zweiten Belebungsbecken weiterlief. Der speziell ausgebildete Industrietaucher hatte einen gummierten Tauchanzug an, zurrte einen Bleigürtel fest, um den Auftrieb des Schutzanzuges auszugleichen, trug Schutzhandschuhe und einen Helm. Am Helm war ein Schlauch für die Zufuhr von Frischluft befestigt, der zugleich als Sicherungsleine diente. Eine Sauerstoffflasche auf dem Rücken diente der Notversorgung. Eine optisch eher außergewöhnliche Arbeitsbekleidung - genauso außergewöhnlich wie der Beruf, den der Industrietaucher ausübt. Mit gut 70 Kilo Gewicht zusätzlich stieg er ins Becken, über Sprechfunk wurde permanent Kontakt mit dem Kollegen gehalten, der ihn vom Beckenrand aus sicherte. In fast sechs Metern Tiefe arbeitete der Berufstaucher in völliger Finsternis. Zuvor wurden Fotos und Bauzeichnungen des Beckens studiert, denn in der Dunkelheit muss er sich auf seinen Tastsinn verlassen.

Nach gut vier Stunden war der Einsatz mit mehreren Tauchgängen abgeschlossen. An der Belüftung sowie am Rührwerk waren keine Schäden feststellbar. Ablagerungen waren keine vorhanden, auch am Beton ist alles in Ordnung. "Das ist ein gutes Zeichen, dass unser Belebungsbecken in Schuss und intakt ist", sagt der Abwasser-Fachingenieur des WVS, Wolfgang Mahret. Doch wozu überhaupt der ganze Aufwand? "Man kann das Becken nicht einfach entleeren und dann die Rührwerke kontrollieren", erklärt Mahret. "Das ist im Vergleich zu einem Tauchereinsatz unverhältnismäßig. Es würde allein mehrere Tage dauern, das Becken zu leeren, auf Schäden zu kontrollieren und anschließend den Betrieb des Beckens wieder aufzunehmen. Mit Hilfe des Industrietauchers konnten wir die Abwasserreinigung in diesem Becken direkt nach Abschluss des Taucheinsatzes wieder aufnehmen."

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Veröffentlicht am:
12. 04. 2019
15:20 Uhr

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12. 04. 2019
15:20 Uhr



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