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Bad Salzungen

Planer kommen heute nach Merkers

Kritik gibt es an den neuen Kanu-Anlegestellen in Merkers. Es gibt viele Fragen zum Standort und zur Bauausführung. Das Planungsbüro will heute vor Ort sein.



Die Vorzeige-Anlegestelle in Dorndorf mit Kanu-Halterung, breiter Stufe, gepflegt und mit Bänken. Nur die Infotafel muss aktualisiert werden.
Die Vorzeige-Anlegestelle in Dorndorf mit Kanu-Halterung, breiter Stufe, gepflegt und mit Bänken. Nur die Infotafel muss aktualisiert werden.   » zu den Bildern

Merkers - Die Ortsteilräte in Merkers sind nicht zufrieden mit der Bauausführung der neuen Kanu-Anlagestellen an der Werra. Dominik Schulz, Mitglied im Merkerser Angelverein, der den Werraabschnitt von den Angelteichen bis zur Werra-Brücke am ehemaligen Schwimmbad gut kennt, fragte im Ortsteilrat nach, warum an den neuen Anlege- und Ausstiegsstellen keine Halterung zum Festbinden der Kanus vorhanden ist. Außerdem sei die Anlegestelle in Merkers genau an der falschen Stelle gebaut worden. Dort wo der Fluss ausgespült worden sei und sich langsam wieder zusetze.

Die Krayenberggemeinde habe in Dorndorf eine Vorzeige-Anlegestelle. "Warum geht das nicht auch in Merkers?"- fragten die Ortsteilräte. Der gute Zustand der Dorndorfer Anlegestelle sei aber nur dem Engagement der Familien Meyer und Reschke zu verdanken, die die Pflege übernommen haben, informiert die Dorndorfer Ortsteilbürgermeisterin Heidi Richter, die in Merkers als Gast teilnahm. Aber auch in Dorndorf müsste die Hinweistafel erneuert werden, denn sie sei veraltet.

Aufgrund der Kritik trafen sich Manfred Grob (CDU), amtierender Bürgermeister der Krayenberggemeinde, der Vorsitzende des Merkerser Angelvereins Thomas Gehb und Angler Dominik Schulz zu einem Vor-Ort-Termin an der Werra.

Gleich auf den ersten Blick war zu erkennen, dass sich vor der neuen Anlagestelle im Bereich der Angelteiche Faulschlamm angesammelt hat. Deutlich erkennbar waren die Fußabdrücke von Kanuten, die offensichtlich im Schlamm versunken waren. Für Familien mit Kindern sei das richtig gefährlich. Zu dem Fakt, dass es wirklich nirgends etwas zum Anbinden der Kanus gibt, ist die Ausstiegsplattform mit 36 Zentimetern viel zu schmal, sind sich alle einig.

Bei den Anfang der 1990-er Jahre von der Werrataltouristik in Auftrag gegebenen Anlegestellen war diese Plattform 1,36 Meter breit. Da könne man bequem stehen, Gepäck und Kinder ungefährdet ausladen. Außerdem habe die Werra jetzt Flachwasser. Das Wasser stehe nur zehn Zentimeter unter der Stufenoberkante. Schon bei Normalwasser werde die Ausstiegsstufe unter Wasser sein, waren sich Grob, Gehb und Schulz einig. Auch die lose Aufschüttung der großen Steine im mittleren Bereich stieß auf Unverständnis. Die Kanus müssen über diese Steine nach oben gezogen werden. Viele der Steine ragen über die Begrenzungssteine hinaus und werden zum Hindernis. Die Begrenzungssteine sollten mit Hölzern belegt sein, um die Boote besser nach oben ziehen zu können. Zum Vergleich zeigen die Angler die alte Anlegestelle. Dort ist noch genau zu erkennen, wo diese Schiebehölzer befestigt waren. Der mittlere Bereich der alten Anlagestelle ist gepflastert, kein Stein ragt heraus.

Viele der alten Anlegestellen hätten wieder aktiviert werden können. Sie habe nur niemand gepflegt. Sie seien teilweise versandet und zugewachsen, weil sich niemand um sie gekümmert habe. Auch zeigen die Angler,dass beim Bau der neuen Einstiegsstelle nach dem Wehr, ein Entwässerungsgraben einfach zugeschüttet worden ist. Der Vor-Ort-Termin endet an der alten Ausstiegstelle an der Werrabrücke. Das Kanu-Häuschen am ehemaligen Schwimmbad, einst sogar mit abschließbaren Fächern ausgestattet, soll zum Umwelttag der Gemeinde mit der Patenkompanie einen neuen Anstrich erhalten. Dieser Platz sei eine beliebte Raststätte für Kanufahrer und auch Radtouristen, die hier sogar oft über Nacht zelteten.

Einen solchen ausgewiesenen Übernachtungsplatz wünschen sich auch die Angler. Weil es an den Merkerser Angelteichen so schön ist, werde dieses Gelände von den Kanufahrern oft als Übernachtungsplatz gewählt, was auch nicht Sinn der Sache sei, so Thomas Gehb. Zumal einige Gäste auch ihren Müll einfach liegen lassen. Die Angler wünschen sich eine ordentliche Beschilderung und sind sich sicher, dass an den neuen Anlegestellen noch etwas getan werden muss. Das Faulschlammgebiet könnte beispielsweise über einen Gitterrost überwunden werden. Möglichkeiten zum Festbinden der Kanus und das Anbringen von Hölzern, um die Kanus besser hochziehen zu können, wären wichtig. Auch die losen Steine seien wenig praktikabel. Nach dem Vor-Ort-Termin hat der amtierende Bürgermeister Grob den Verein Werra-Wartburgregion, in dessen Auftrag die Ingenieursgesellschaft Erfurt (IPU) die Anlagestellen an der Werra geplant hat, informiert. Die Planer wollen am heutigen Dienstag nach Merkers kommen. Wie auf der Homepage des Vereins Werra-Wartburgregion zu lesen ist, sollen die Baustellen im südlichen Abschnitt der Werra zwischen Barchfeld-Immelborn und Merkers beendet sein. Dazu gehören die neue Anlegestelle in Barchfeld, die Umtragestelle am Wehr Kloster-Allendorf, die Umtragestelle am Wehr Tiefenort und die Anlegestelle in Merkers. Restarbeiten wie Rastplätze, Infotafeln und Beschilderung sollen im Spätsommer folgen. "Die Werra entdecken" ist eines der Leitprojekte des Vereins Werra-Wartburgregion und soll mehr Wasserwanderer in die Region locken.

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Ute Weilbach

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Veröffentlicht am:
28. 07. 2020
00:00 Uhr

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Ute Weilbach

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28. 07. 2020
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