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Bad Salzungen

Nach Großbrand in Kupfersuhl: Brandursache ermittelt

Nach dem verheerenden Großbrand in Kupfersuhl, bei dem am Sonntagabend zwei Wohnhäuser und mehrere Nebengebäude zerstört wurden, ist die Hilfe für die Betroffenen angelaufen. Und inzwischen steht auch die Brandursache fest: Die Ermittler gehen von fahrlässiger Brandstiftung aus.



Brand in Kupfersuhl Kupfersuhl
  Foto: Marie-Luise Otto

Kupfersuhl - Die Ermittlungen zur Ursache der Brände zweier Wohnhäuser und einer Scheune in Kupfersuhl sind abgeschlossen. Diese ergaben, dass das Feuer durch fahrlässige Brandstiftung verursacht wurde. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, ist der unsachgemäße Umgang mit nachglühenden Stoffen oder offenem Feuer als ursächlich anzusehen.

Eine vierköpfige Familie und ein alleinstehender Mann haben alles verloren.  Die Flammen haben ihre Häuser „An der Suhl“ am Sonntagabend im Moorgrund-Ortsteil Kupfersuhl unbewohnbar gemacht. Auch die Nebengebäude sind abgebrannt. Gegen 18 Uhr war der Notruf bei der Leitstelle eingegangen. „Ich war kurz vorher noch draußen, da war gar nichts“, erzählte ein Nachbar. Als er noch einmal auf den Hof ging, habe er gesehen, dass im hinteren Bereich die Scheune brenne. „Und dann ging alles ganz schnell.“ Er habe vergeblich versucht, mit einem Gartenschlauch zu löschen.

Als die vier zeitgleich alarmierten Feuerwehren aus Kupfersuhl, Möhra, Etterwinden und Waldfisch eintrafen, hatten die Flammen bereits auf den Dachstuhl des Wohnhauses und auch auf das danebenstehende Gebäude, ein mehrere hundert Jahre altes Fachwerkhaus, übergegriffen. Trotz der Hilfe der Drehleiterfahrzeuge aus Ruhla und Bad Salzungen konnten die Häuser nicht mehr gerettet, jedoch ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude in dem eng bebauten Ortskern verhindert werden.  Mit im Einsatz waren zudem die Wehren aus Marksuhl und Tiefenort und ein Löschfahrzeug aus dem feuerwehrtechnischen Zentrum in Immelborn. Ein Tankwagen eines Unternehmens aus Oberellen versorgte die Fahrzeuge mit Diesel. Gegen 20 Uhr war das Feuer unter Kontrolle.

Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams kümmerten sich um die Betroffenen. Vor Ort waren auch die schnellen Eingreifgruppen des DRK Kreisverbandes aus Tiefenort und Immelborn sowie der leitende Notarzt Dr. Roland Schneider. „Insgesamt rund 100 Einsatzkräfte“, berichtete der sichtlich betroffene Moorgrund-Bürgermeister Hannes Knott (CDU), der noch am Abend begann, Hilfe für die Betroffenen zu organisieren.  Die Helfer wurden von Anwohner mit heißen Getränken und Essen versorgt. „Es war gut zu sehen, wie sich die Dorfgemeinschaft gegenseitig unterstützt“, befindet Hannes Knott. Er lobte das Engagement der Einsatzkräfte um den Einsatzleiter und Kupfersuhler Wehrleiter Sören Andres.

So einen großen Brand hat es seit Jahrzehnten nicht in unserer Gemeinde gegeben“, sagte der Bürgermeister. Das habe ihm der langjährige Ortsbrandmeister Wolfgang Bader bestätigt. Die Höhe des Schadens ist bislang laut Polizei unklar. Nach Aussagen von Anwohnern ist aber mit mehreren Hunderttausend Euro zu rechnen.  Auf der Scheune, die vermutlich zuerst brannte, war eine Photovoltaikanlage installiert.  Verletzte gab es laut Polizei keine.

Die Brandwache übernahmen am späten Sonntagabend die freiwilligen Feuerwehren aus Witzelroda und Gumpelstadt. Die Ortsdurchfahrt Kupfersuhl war auch am Montag voll gesperrt.

Die Familie sei nun erst einmal in einer voll möblierten Ferienwohnung in Gräfen-Nitzendorf untergekommen, informierte der Bürgermeister am Montag. „Vor allem für die Kinder ist so wieder ein Stück Normalität möglich.“ Der alleinstehende Mann könne bei Verwandten ein Obdach finden. Die Moorgrund-Gemeinde zahlt an beide Hauseigentümer 5.000 Euro Soforthilfe, informierte der Bürgermeister. Zudem wurde ein Spendenkonto eingerichtet.

Spenden:

Geldspenden können auf das Konto der Gemeinde Moorgrund, IBAN DE DE30 8409 4754 0002 2949 23, Volks- u. Raiffeisenbank Bad Salzungen Schmalkalden, unter dem Stichwort – GEBÄUDEBRAND KUPFERSUHL – überwiesen werden.
Für Sachspenden steht Annelie Kost (An der Suhl 23, 36433 Kupfersuhl) unter der Telefonnummer 036925/90868 als Koordinatorin zur Verfügung

 

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
05. 11. 2018
15:41 Uhr

Aktualisiert am:
08. 11. 2018
11:10 Uhr

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05. 11. 2018
15:41 Uhr

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08. 11. 2018
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