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Geisa bei „längstem Gespräch Deutschlands“ dabei

Geisa - Mehr als vier Stunden dauerte das „längste Gespräch Deutschlands“, eine interaktive Talksendung, die im Internet live übertragen wurde. Ein Viertel der Sendung, die von der Bundesregierung initiiert wurde, kam aus Geisa.



Längstes Gespräch Geisa
  Foto: Stefan Sachs

10.11.2019 - Längstes Gespräch Geisa - Foto: Stefan Sachs

Längstes Gespräch Geisa
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Längstes Gespräch Geisa

 

 

Reichlich vier Stunden vergingen am 9. November 1989 von der Verkündung der Reisefreiheit für DDR-Bürger durch Günter Schabowksi (Mitglied des Zentralkomitees der SED) bis zur Öffnung des Grenzüberganges an der Bornholmer Straße in Berlin. Genau in dieser historischen Zeitspanne – von 18.53 Uhr bis 23.30 Uhr – fanden 30 Jahre später die Feierlichkeiten der Bundesregierung auf Empfehlung der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ statt.
 
Das „längste Gespräch“, ein interaktives Talk-Format entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, brachte knapp 3000 Menschen an vier Orten zusammen, um über das wichtigste Ereignis der neueren deutschen Geschichte zu sprechen – den Mauerfall 1989. Zudem verfolgten mehr als 10 000 das Ereignis im Livestream. Vom bayerischen Hof, das zusammen mit dem sächsischen Plauen eine gemeinsame Festveranstaltung umsetzte, über Geisa und dem ehemals geteilten Doppeldorf Zicherie/Böckwitz bis nach Ratzeburg in Schleswig-Holstein fanden interessante und offene Gespräche rund um den Mauerfall statt. Zwischenzeitlich wurde auch nach Berlin geschaltet, wo Zehntausende Gäste den zentralen Festakt am Brandenburger Tor verfolgten.
 
Der Geisaer Kulturhaus-Saal war am Samstag kaum wiederzuerkennen. In mehrtägiger Fleißarbeit hatten ihn die Mitarbeiter des Produktionsteams in ein Fernsehstudio mit Wohnzimmercharakter verwandelt. Auf den Sesseln, Sofas, Bänken und Stühlen hatten viele Zuschauer aus der Region Platz genommen. Mit einer großen Abordnung vertreten war der Geisaer-Hinkelshagener-Carneval-Club (GHCC), welcher auch im Programm mitwirkte. Nach der Sendung überreichten die Präsidenten Stefan Günther und Heribert Mohr an die Moderatoren Susan Link und Jan Köppen den Orden der neuen Saison.
 
Projektchor trat auf
 
Für Moderator Jan Kunath, der aus Stadtlengsfeld kommt, war es fast ein Heimspiel. Er moderierte das Programm im Saal und fungierte zugleich als „Anheizer“ für die Publikumsstimmung vor der Livesendung. Für Geisas Bürgermeister Martin Henkel (CDU) ist es eigenen Worten zufolge ein Ehre, dass die Ulsterstadt ein Teil der Feier der Bundesregierung anlässlich 30 Jahre Mauerfall geworden ist, und dass Christin Hirte (CDU), Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Ost-Beauftragter der Regierung, nicht in Berlin sondern in Geisa mitfeiert.
 
14 Jahre alt war Henkel im Herbst 1989, doch erinnert er sich noch sehr gut an das SED-Regime und die Situation im Grenzgebiet. „Mutige Menschen wie Rainer Rothe, Klaus Tiller und Hubert Kritsch waren es, die den Widerstand und die Demonstrationen in diesen Tagen organisierten. Wir durften das Wunder der friedlichen Revolution erleben und wurden Teil der Geschichte“, sagte er und mahnte, die Werte von Frieden, Freiheit und Demokratie zu schützen und gegen jede Art von Extremismus zu verteidigen.
Der Borscher Projektchor unter Leitung von Steffen Bernhardt hatte den Song „Hoch“ von Tim Bendzko einstudiert, sang ihn zunächst auf der Bühne und dann für die Sendung gemeinsam mit dem Publikum. Das GHCC-Prinzenpaar – Prinz David I. vom Ulsterstrand zur grünen Au (David Hausdörfer) und Prinzessin Luise II. vom Ulsterstrand (Luise Wagner) – tanzte dazu in der Mitte des Studios.
 
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), fasste sich kurz: „Das längste Gespräch Deutschlands ist hiermit eröffnet“, sagte er pünktlich um 18.53 Uhr, und die Sendung begann. Der 9. November 1989 sei für ihn „ein Gänsehauterlebnis“ gewesen, gestand er. Den Studio-Talk in Geisa moderierten Susan Link und Jan Köppen. In einer ersten Live-Schaltung interviewten sie Christian Hirte, der am Tag des Mauerfalls 13 Jahre alt war. „Wir aßen zusammen am Abendbrottisch. Der Fernseher war nicht an, und ich bin irgendwann ins Bett gegangen“, erinnerte er sich. So bekam er erst am nächsten Tag mit, dass die Welt eine andere geworden war. Hirtes Großeltern hatten einen Bauernhof in Apfelbach, heute Stadtteil von Geisa. „Hier war quasi das Ende der Welt. Heute sind wir die Mitte Europas, und kaum eine Region steht so gut da wie das Geisaer Amt. Hier sieht manches besser aus als in weiten Teilen des Westens“, schätzte der Staatssekretär ein.
 
Neben Hirte gehörten zur Geisaer Talkrunde der Comedian und Schauspieler Thomas Nicolai, Britta Steffen (ehemalige Schwimmerin und Olympiasiegerin) sowie der Historiker Professor Martin Sabrow. Britta Steffen, damals sechs Jahre alt, feierte mit der Familie den 34. Geburtstag der Mutter. Der Fernseher lief, und plötzlich sei Stimmung gewesen. Thomas Nicolai, der damals Schauspiel studierte, saß mit Kommilitonen im Studentenwohnheim in Berlin-Karlshorst. Auf einem Kofferfernseher sahen sie die Ereignisse, rannten alle los und fuhren mit der S-Bahn zur Bornholmer Straße. Anderthalb Stunden später stiegen sie am Kudamm in West-Berlin aus. „Ich zähle zu der Minderheit, die den Abend verschlafen hat“, erzählte Martin Sabrow. Als Lehrer in Westberlin und Vater von zwei Kindern sei er zeitig ins Bett gegangen und erfuhr erst am nächsten Tag vom Fall der Mauer.
 
Comedian Nicolai gab eine Kostprobe seiner Kunst, indem er auf der Bühne einen Film nachspielte, den die „DEFA“ als Kino-Vorfilm an einer DDR-Schule gedreht habe. Neben einem Fahnenappell imitierte er auch eine Rede des DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker.
 
Teil der Sendung waren Film-Einspielungen über Geschichten rund um den 9. November. Zum Beispiel über den ehemaligen DDR-Grenzer Paul Küch – der heute offen darüber spricht, dass es einen Schießbefehl gegeben hat, und als Wanderführer auf dem „Grünen Band“ über diesen Teil der Geschichte berichtet – und über Gundula Bach, die sich um die Synagoge in Berkach kümmert und für die der 9. November stets ein sehr schwieriger Tag ist, weil sie sich der jüdischen Geschichte stark verbunden fühlt und der Pogromnacht 1938 gedenkt. Der Beitrag aus der Rhön wurde zu späterer Stunde gezeigt – über Annika und Markus Hundertmark, die den ehemaligen Bahnhof im Buttlarer Ortsteil Wenigentaft gekauft haben und ihn grundhaft sanieren.
 
Wachsamkeit angemahnt
 
Für Christian Hirte ist der 9. November „ein Tag deutscher Geschichte, den man fröhlich begehen kann“. Zugleich betont er, dass man sich nicht nur an die Seite der jüdischen Bürger stelle, sondern auch vor sie, wenn sie erneut angegriffen werden. „Jüdische Mitbürger müssen sich heute wieder um ihre Sicherheit sorgen, so dass wir als Politiker und Bürgergesellschaft erschüttert sein müssen. Das dürfen wir nicht akzeptieren“, betonte der Staatssekretär. Britta Steffen wünscht sich für die Zukunft, dass alle Menschen einander achten, und Thomas Nicolai meinte: „Wenn man weltoffen und neugierig ist, kann eigentlich gar nichts schief gehen. Die Welt, in de wir leben, ist bunt.“ Martin Sabrow warnte davor, aus der Geschichte Blaupausen für die Zukunft zu ziehen. „Manche denken zum Beispiel, der gegenwärtige Rechtspopulismus bewirkt eine Rückkehr der Verhältnisse in der Weimarer Republik, aber das stimmt nicht.“ Der Gesellschaft bleibe nichts weiter übrig, als ständig wachsam zu sein und sich um den Erhalt der Werte zu bemühen.
 
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Veröffentlicht am:
10. 11. 2019
18:21 Uhr

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Veröffentlicht am:
10. 11. 2019
18:21 Uhr



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