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Bad Salzungen

Der lange Weg zum Fahrstuhl für Nicklas und Luca

Frühestens im Frühjahr 2020 kann der Bau des Aufzuges am Haus von Familie Barthelmäs aus Immelborn beginnen. Damit dauert die Realisierung des Projektes, für das Leser dieser Zeitung rund 14 000 Euro spendeten, länger als gedacht.



Bevor Stefanie Barthelmäs ihre Zwillinge Nicklas und Luca in den Kindergarten nach Bad Salzungen fahren kann, muss die Treppe überwunden werden. "Die Treppe hoch und runter, das wird immer schwieriger, die Jungs werden ja auch schwerer", sagt sie. Foto: Heiko Matz
Bevor Stefanie Barthelmäs ihre Zwillinge Nicklas und Luca in den Kindergarten nach Bad Salzungen fahren kann, muss die Treppe überwunden werden. "Die Treppe hoch und runter, das wird immer schwieriger, die Jungs werden ja auch schwerer", sagt sie. Foto: Heiko Matz   Foto: Heiko Matz » zu den Bildern

Immelborn - Das Schicksal der Zwillinge Nicklas und Luca hat vor etwas mehr als einem Jahr unsere Leser bewegt. Rund 14 000 Euro spendeten sie aus Anlass der Weihnachtsaktion 2018 des Hilfswerks von Südthüringer Zeitung und Freies Wort "Freies Wort hilft - miteinander füreinander". Der Verein rundete den Betrag, der für den Bau eines Fahrstuhls verwendet werden soll, auf 20 000 Euro auf .

Die vier Jahre alten Zwillinge haben spinale Muskelatrophie Typ1 - mit einer extrem kurzen Lebenserwartung, die ohne Beatmung und künstliche Ernährung bei rund zwei Jahren liegt. Einer Studie der Universität Freiburg ist es zu verdanken, dass die Krankheit der Jungs aktuell nicht weiter fortschreitet und sich ihr Gesundheitszustand sogar verbessert hat. Zur Familie gehören außerdem der zwei Jahre alte Patrick und Melissa, die die zweite Klasse besucht. Die beiden sind gesund.

Selbstständig ins Freie

Mit dem Fahrstuhl wollen Stefanie und Alexander Barthelmäs ihren Jungs ermöglichen, selbstständig von der ersten in die zweite Etage des Einfamilienhauses und ins Freie zu gelangen. Treppen begrenzen bislang den Freiraum der quirligen Zwillinge, die sich geschickt mit ihren Rollis fortbewegen. Ein Aufzug bedeutet aber auch Entlastung für die Eltern. Zum einen, weil Nicklas und Luca seit einigen Monaten den integrativen Kindergarten "Regenbogenland" in Bad Salzungen besuchen und morgens und nachmittags die Stufen zum Haus überwunden werden müssen. "Die Treppe hoch und runter, das wird immer schwieriger, die Jungs werden ja auch schwerer", sagt Stefanie Barthelmäs. Zum anderen, weil sich das Wohnzimmer der Familie in der zweiten Etage befindet.

Bis sich an dieser Situation etwas ändert, wird noch einige Zeit vergehen. "Ein Architekt hat den Fahrstuhl geplant und den Bauantrag eingereicht", berichtet die Mutter. Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf rund 86 000 Euro geschätzt. Die untere Bauaufsicht im Landratsamt habe den Antrag inzwischen genehmigt. "Jetzt sind wir dabei, für jedes Gewerk Kostenvoranschläge einzuholen." Da die Familie auf Fördermittel aus dem Dorferneuerungsprogramm hofft, sind drei Angebote pro Gewerk vorgeschrieben. "Nach wie vor ist es sehr schwierig, überhaupt Firmen zu bekommen." Oftmals gebe es bereits am Telefon Absagen, weil die Unternehmen nicht bereit seien, zu einem Vor-Ort-Termin nach Immelborn zu kommen.

Erster Antrag abgelehnt

Auch beim Sozialamt des Wartburgkreises hat die Familie einen Zuschuss für das Großprojekt beantragt. "Der Antrag wurde jedoch abgelehnt, mit der Begründung, das Erdgeschoss würde ausreichen", berichtet Stefanie Barthelmäs. Dagegen haben die Eltern Widerspruch eingelegt und dies mit der Teilhabe am Leben begründet. "Jetzt haben sie gesagt, uns steht etwas zu - einen Bescheid haben wir aber noch nicht bekommen."

Solange es nichts Schriftliches gebe, könne auch kein Auftrag ausgelöst werden, beschreibt die Mutter das Dilemma. Es sei unglaublich, "wie lange so etwas dauert", sagt Stefanie Barthelmäs. Die Familie hofft, dass im Frühjahr mit dem Bau des Fahrstuhlschachtes begonnen werden kann.

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Marie-Luise Otto

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
00:00 Uhr

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Marie-Luise Otto

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
00:00 Uhr



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