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Zehn Schafe totgebissen: Mögliche Folgen für Killer-Huskys und Halter

Zwei streunende Huskys hatten in Marktredwitz zehn Therapie-Schafe gerissen. Die Behörden eruieren, ob von den Hunden weitere Gefahr ausgeht.



Huskys. Symbolfoto.
Huskys. Symbolfoto.   Foto: Jens Kalaene/dpa-Archiv

Marktredwitz - Bei den Mitarbeitern und Bewohnern des Luisenhofs in Thölau ist der Schock noch nicht verdaut. Zwei streunende Huskys hatten zehn Therapie-Schafe totgebissen. Die Schafe haben die Bewohner, die am Prader-Willi-Sandrom leiden, zum Teil eigenhändig großgezogen. Sie hatten einen engen emotionalen Bezug zu den Tieren. Noch ist nicht absehbar, ob und wann die Einrichtung neue Schafe anschafft.

Doch was geschieht mit den beiden Huskys? Die Polizei wird in diesem Fall nicht ermitteln. "Wir bewegen uns hier in einem rechtlichen Grenzbereich", sagt ein Beamter der Polizeiinspektion Marktredwitz auf Nachfrage. Da Hunde keine Straftat begehen können, liege auch keine vor. Es gebe den Fall der Körperverletzung durch Unterlassung, der aber nur dann eintrete, wenn ein Mensch gebissen werde, obwohl der Halter anwesend sei und nichts dagegen unternehme. Auch bei einer Sachbeschädigung - hierzu zählen rein rechtlich die getöteten Schafe - sei Vorsatz die Voraussetzung. Dies wäre aber nur dann der Fall, wenn der Hundebesitzer die Huskys auf die Schafe gehetzt hätte. Dies treffe hier nicht zu.

Die Polizei könnte erst dann wieder Ermittlungen aufnehmen, wenn die Hunde zum Beispiel erneut streunend gesehen würden und sich Menschen dadurch bedroht fühlten. Daher ist das Ordnungsamt die zuständige Behörde. Wie Birgit Schelter, die Leiterin des Marktredwitzer Ordnungsamtes, mitteilt, gibt es genau festgelegte Verfahrensschritte. Demnach werde zunächst der Halter der Hunde angehört. Dies geschehe schon in den nächsten Tagen in schriftlicher Form.

Auch wenn Birgit Schelter erst das Ergebnis der Anhörung abwarten muss und daher im konkreten Fall noch nichts sagen kann, erläutert sie auf Nachfrage unserer Zeitung mögliche Folgen für den Halter und die Hunde. "Denkbar sind verschiedene Auflagen, so unter anderem ein Leinenzwang für die Hunde. Auch der Nachweis des Besuches einer Hundeschule ist möglich." Sollte der Halter die Auflagen nicht erfüllen, kann ein Zwangsgeld erhoben werden." Dies seien alles Maßnahmen auf dem üblichen Verwaltungsweg.

Dass die Hunde eingeschläfert werden, wie von vielen Bürgern derzeit diskutiert, ist laut Birgit Schelter unwahrscheinlich. "Natürlich sind Schafe auch Lebewesen. Aber das heißt ja nicht, dass die Huskys auch auf Menschen losgehen." Sollte dies dennoch geschehen, würde sich die Angelegenheit allerdings schlagartig extrem verschärfen.

Die Verantwortlichen des Luisenhofs haben den Vorfall am Freitag dem Ordnungsamt mitgeteilt.

Autor

Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
30. 10. 2019
08:30 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
30. 10. 2019
08:30 Uhr



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