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Frauenleiche auf A 73 im Kofferraum: Tatverdächtiger schweigt

Eine Frau erlebt in einer Tiefgarage ein Martyrium: Ein 22-Jähriger vergewaltigt sie erst, dann tötet er sie. Mit der Leiche im Kofferraum fährt er auf die Autobahn. Ein Prozess soll klären, ob der Mann bei der Tat schuldfähig war.



Für eine Nürnbergerin wurde ein Alptraum wahr: Auf dem Nachhauseweg wird sie nachts in der Tiefgarage ihres Wohnhauses überfallen, vergewaltigt und schließlich erdrosselt. Die Polizei fand bei einer Kontrolle auf der A73 bei Bamberg die Leiche im Kofferraum des Wagens, mit dem der Tatverdächtige unterwegs war. Von Donnerstag an steht deshalb ein 22-Jähriger wegen Totschlags vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth.

Der Mann schweigt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im November vergangenen Jahres der 57-Jährigen im Treppenhaus der Garage aufgelauert, sie überfallen und vergewaltigt zu haben. Anschließend soll er die ihm unbekannte Frau mit einer übergestülpten Plastiktüte in den Kofferraum ihres Autos gezwängt und sie mit dem Trageriemen ihrer Lederhandtasche erdrosselt und mit einem Taschenmesser auf sie eingestochen haben.

Im Wagen seines Opfers wurde der obdach- und arbeitslose Mann in derselben Nacht auf der Autobahn 73 bei Bamberg von einer Polizeistreife verfolgt, weil er in Schlangenlinien fuhr. Trotz Anhaltesignals fuhr er von der Autobahn ab und versuchte zu Fuß zu flüchten, wurde aber gefasst. Im Kofferraum entdeckten die Beamten dann die Leiche der Frau.

Vor Gericht schilderten die Polizisten, wie sich der Beschuldigte widerstandslos festnehmen ließ. Er habe dabei apathisch gewirkt. Allerdings habe er später auf der Dienststelle für sich einen bestimmten Rechtsanwalt angefordert. Sein Mandant werde sich zu der Tat nicht äußern, erklärte der Verteidiger am ersten Verhandlungstag.

Weil der Mann nach Ansicht der Staatsanwaltschaft unter einer schizophrenen Psychose leidet, sei er zur Tatzeit «nicht ausschließbar schuldunfähig» gewesen. Daher gibt es in dem Verfahren keine Anklage, sondern einen Antrag in einem Sicherungsverfahren.

Der Anwalt der 30-jährigen Tochter des Opfers sagte, es sei schwer für seine Mandantin, dem mutmaßlichen Totschläger ihrer Mutter gegenüberzusitzen. Sie erhoffe sich vom Gericht aber, dass der Ablauf der Taten aufgeklärt und die Frage beantwortet wird, ob es sich nicht um Mord handelt, um die vorangegangene Vergewaltigung zu verdecken.

Die Staatsanwaltschaft hält den Beschuldigten für gefährlich für die Allgemeinheit. Vom ihm seien weiter erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten. Der 22-Jährige war bereits wegen Drogendelikten, Diebstahls und Körperverletzung polizeibekannt. In Blutproben unmittelbar nach der Tat zeigten sich bei ihm weniger als 0,1 Promille Alkohol und keine Rückstände von Drogen oder Medikamenten.

Weil sich in einem Gutachten Zweifel an seiner Schuldfähigkeit ergaben, war der ursprüngliche Haftbefehl gegen ihn aufgehoben und stattdessen seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet worden. Für das Verfahren sind mehrere Verhandlungstage bis 13. Januar angesetzt.

Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
14:48 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
14:48 Uhr



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