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Fahrerin rettet sich und drei Katzen: Tierheim-Auto brennt lichterloh

Eine Mitarbeiterin ist mit drei Katzen zum Tierarzt unterwegs, als das einzige Fahrzeug des Kulmbacher Tierheims Feuer fängt. Die Tiere wurden gerettet, das Auto brennt völlig aus.



Es war für die Feuerwehr nicht einfach, den Brand zu löschen. Immer wieder loderten Flammen aus dem Motorraum. Auch Reifen brannten. Fotos: Melitta Burger
Es war für die Feuerwehr nicht einfach, den Brand zu löschen. Immer wieder loderten Flammen aus dem Motorraum. Auch Reifen brannten. Fotos: Melitta Burger   Foto: Melitta Burger » zu den Bildern

Kulmbach - Es waren dramatische Minuten am Montagmorgen, als Angelika Enzmann, die stellvertretende Leiterin des Kulmbacher Tierheims in der Hardenbergstraße in Kulmbach merkte, dass mit ihrem Auto etwas nicht stimmt. Beherzt steuerte die 39-Jährige das bereits brennende Fahrzeug noch auf den Parkplatz gegenüber der Bücherei. Da drang schon dichter Rauch aus dem Motorraum und gelangte auch ins Innere des Kastenwagens. Sofort barg die Tierheim-Mitarbeiterin die drei Katzen, die in Transportkörben auf der Ladefläche untergebracht waren, aus dem brennenden Fahrzeug. Die Frau war mit ihnen auf dem Weg zum Tierarzt gewesen. Den Katzen ist glücklicherweise nichts zugestoßen. Aber das einzige Fahrzeug, das der Kulmbacher Tierschutzverein besitzt, hat nach dem Brand nur noch Schrottwert. Der bereits betagte Renault Kangoo brannte völlig aus. Der Tierschutzverein hat jetzt für Einsatz- und Transportfahrten kein Auto mehr. Die Fahrerin und auch herbeigeeilte Mitglieder des Kulmbacher Tierschutzvereins mussten hilflos zusehen, wie das für ihre Arbeit sehr wichtige Fahrzeug zerstört wurde.

Spenden erbeten

Wer dem Kulmbacher Tierschutzverein in dieser Notsituation helfen möchte, kann eine Spende auf das Konto der Sparkasse Kulmbach-Kronach, IBAN DE 31 7715 0000 0000 1072 35 überweisen oder sich unter der Telefonnummer 09221/91288 an das Tierheim wenden.

Um 10 Uhr ging der Notruf ein, dass in der Hardenbergstraße ein Auto brennt. Die Kulmbacher Feuerwehr rückte sofort zum Brandort aus. Es dauerte nur Minuten, bis die Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten beginnen konnten. "Als wir eintrafen, stand der Motorraum bereits in Vollbrand und hat gerade auf den Innenraum übergegriffen", berichtet Stadtbrandmeister Michael Weich. Auch er zeigte sich erleichtert, als er erfuhr, dass die Mitarbeiterin des Tierheims alle Tiere noch rechtzeitig aus dem Fahrzeug herausholen konnte. "Die Frau hat das super gemacht. Kein Tier ist zu Schaden gekommen", kommentiert Michael Weich das beherzte Eingreifen der Frau, die sich trotz des in hellen Flammen stehenden Fahrzeugs an die Rettungsaktion gemacht hatte.

 

Die Löscharbeiten waren für die Kulmbacher Feuerwehr nicht einfach. Immer wieder loderten Flammen auf, Reifen hatten Feuer gefangen. Der beißende Qualm hing über weiten Teilen der Hardenbergstraße. Vier Fahrzeuge und 20 Einsatzkräfte waren zum Brandort ausgerückt. Die Hardenbergstraße war für einige Zeit nur halbseitig befahrbar. Es kam deshalb immer wieder zu Stauungen.

Auch Susanne Schilling, die gerade ausgeschiedene ehemalige Tierheimleiterin, kam sofort zu Hilfe. Sie hat geholfen, die Katzen in ein anderes Auto umgeladen. Der Tierarztbesuch fand mit Verzögerung statt. Bereits am späteren Vormittag waren die Tiere wieder unversehrt zurück im Kulmbacher Tierheim. Der Kulmbacher Tierschutzverein steht jetzt allerdings vor einem Riesenproblem. Vorsitzender Wolfgang Hain sagt zwar, dass so manche Fahrt sicherlich mit den privaten Autos der ehrenamtlichen Helfer erledigt werden kann. Aber das geht bei weitem nicht in jedem Fall. Das Tierheim-Auto war speziell ausgestattet, die Ladefläche mit Gittern gesichert. Immer wieder rücken die Tierschützer aus, um zum Beispiel Hunde einzusammeln. Die sind nicht immer freundlich zu den Fremden, die sie gerade eingefangen haben. Der alte Renault war für solche Fahrten wie auch für den Transport von Futter sehr hilfreich.

"Neun Jahre hat das Auto jetzt schon auf dem Buckel, der Restwert ist sicherlich gering gewesen. Aber es hat uns bisher gute Dienste geleistet", sagt Wolfgang Hain. Er ist sich bewusst, dass jetzt so schnell wie nur möglich Ersatz gefunden werden muss. Dabei ist der Kulmbacher Tierschutzverein dringend auch auf Spenden angewiesen. Der Verein kann es sich aus eigenen Mitteln nicht leisten, spontan ein Auto zu kaufen. Der alte Kangoo sei ideal gewesen. Weil der Kastenwagen hinten keine Fenster hatte, konnte er als Lkw angemeldet werden. Das machte ihn ihm Unterhalt günstiger.

Der Tierschutzverein, sagt Vorsitzender Wolfgang Hain, sei für jede Hilfe dankbar, die nach dem Fahrzeugbrand angeboten. Vielleicht findet sich ja auch ein passendes gebrauchtes Auto, das den Tierschützern überlassen werden kann, damit sie ihre Arbeit möglichst bald wieder in vollem Umfang fortführen können.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
15:32 Uhr

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Melitta Burger

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28. 10. 2019
15:32 Uhr



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