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Eklat auf der Kirchweih: Schausteller sauer auf Starkoch

Die Schaustellerfamilie fühlt sich von Sternekoch Alexander Herrmann als "Zombies" beleidigt. Nun wollen die Schausteller nicht mehr nach Wirsberg kommen.



Die Schausteller sind stinksauer auf Fernsehkoch Alexander Herrmann.
Die Schausteller sind stinksauer auf Fernsehkoch Alexander Herrmann.   » zu den Bildern

Wirsberg - Die Kirchweih im beschaulichen Luftkurort Wirsberg war in diesem Jahr von einem Eklat überschattet. Der am Marktplatz ansässige Starkoch Alexander Herrmann hatte die Schausteller vor seiner Türe in einem Video als "Zombies" bezeichnet - sie brachen daraufhin ihre Zelte ab.

Dass Kirchweihfeste auf dem Land heute weniger Zulauf haben, als vor 40 Jahren, hat vielseitige Gründe. Sternekoch Alexander Herrmann, der gerne mal Videos ins Netz stellt, traf mit seinem neuesten Clip am Sonntag aber offenbar das Herz der Kirchweih. Nämlich die Schaustellerfamilie Schramm und ihre Kollegen.

Sie fühlten sich allesamt "diskriminiert und verschaukelt", klagte die Ehefrau des Schaustellers, Jessica Schramm auf Nachfrage. "Mein Mann sah Rot, und dann haben wir abgebaut."

Worum es genau ging? Familie Schramm fühlt sich öffentlich "beleidigt und gedemütigt. Sie seien öffentlich vorgeführt worden. Hat Herrmann den Bogen überspannt oder war sein Video ein gefundenes Fressen für den frustrierten Schausteller? Im Internet wird heiß darüber diskutiert. Denn schon vor dem Video sei das Fest mehr als schleppend gelaufen.

"Wir haben nicht die neuesten Geräte und Geschäfte. Klar würden wir uns gerne 'Besitzer neuster Fahrgeschäfte' nennen, doch die Mittel sind begrenzt", sagt Jessica Schramm. Es könne nicht jeder so reich wie Alexander Herrmann sein. "Dieser Betrieb ist unser Lebenswerk". Am meisten schmerze der Vergleich mit den Zombies und dass jeder den Familiennamen im Video habe sehen können. "Wir wollten mit Alexander Herrmann sprechen, wurden aber abgewiesen", bedauerte Schramm. Nachdem sich Bürgermeister Hermann Anselstetter eingeschaltet habe, sei das ursprüngliche Video bei Facebook entfernt und ein neues in abgeschwächter Version hochgeladen worden, erzählte Schramm. Anselstetter bestätigte das Entfernen. Weiter wollte er sich aber nicht dazu äußern.

"Humor muss Freiraum haben", rechtfertigte Herrmann seine Internetattacke. Von Einsicht offenbar keine Spur: "Habe ich jemanden tief in Seele oder Herz getroffen, der kann sich sicher sein: Das ist mir Wurst." Dass Schaustellerchef Steven Schramm tief getroffen ist, zeigte seine Reaktion. "Wir kommen nicht mehr nach Wirsberg", schimpfte er am Sonntag. Und auch am Kirchweihmontag blieben alle Stände und Fahrgeschäfte auf dem Marktplatz geschlossen.

Oliver Wirtz, Manager von Alexander Herrmann, versuchte, die Wogen zu glätten. Demnach würde es Herrmann fern liegen, andere Menschen persönlich zu verletzen oder zu beleidigen. "Das sind die Karussells meiner Kindheit", habe Herrmann wörtlich gesagt. Als "Serienfanatiker" habe er folgenschnell reagiert und schon beim Videodreh bemerkt, "das ging vielleicht zu weit". Am Sonntagabend tauchten dann in einer Facebookgruppe ein paar Zeilen auf, die zwar nicht von Alexander Herrmann stammten, aber scheinbar in seinem Sinne stehen. "Das hat wohl ein Hotelmitarbeiter verfasst", meinte Manager Wirtz. Doch sinngemäß spiegele es die Meinung des Sternekochs wider: "Es liegt und lag mir fern, jemanden zu beleidigen. Ich betonte in meinen Film, dass es sich um eine humorvolle Sichtweise geht und ging! Sollte mir das nicht gelungen sein, bitte ich um Nachsicht und entschuldige mich selbstverständlich", hieß es in dem Statement. Der Vergleich eines Schausteller mit der Optik eines Zombies sei ausschließlich der Dramaturgie geschuldet und sollte keinen persönlichen Bezug herstellen.

Die Familie Schramm reagierte gestern gelassener als zuvor auf den Wirbel. "Wir wollen uns mit Alexander Herrmann an einen Tisch setzen", bekräftigte Schaustellerehefrau Jessica Schramm. "Wir waren schon die letzten vier, fünf Jahre in Wirsberg und haben keinen Ärger gehabt", versicherte sie. mr/eng

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Peter Engelbrecht
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Veröffentlicht am:
10. 10. 2017
14:53 Uhr

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Peter Engelbrecht

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10. 10. 2017
14:53 Uhr



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