Lade Login-Box.
Topthemen: Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Zu viel Müll in der Wohnung kann Kündigung nach sich ziehen

Keine Frage: In der eigenen Wohnung können Mieter sich frei entfalten. So dürfen Vermieter ihnen zum Beispiel nicht vorschreiben, wie oft aufgeräumt werden muss. Wer allerdings seinen Müll gar nicht mehr runterbringt, riskiert die Kündigung.



Müll in einer Badewanne
Mieter, die zu viel Müll in ihrer Wohnung horten, riskieren die Kündigung. Das zeigt ein Urteil aus München.   Foto: Jörg D.

Zu viel Müll in der Wohnung kann eine fristlose Kündigung nach sich ziehen. Das gilt zumindest dann, wenn durch den angesammelten Unrat die Substanz des Hauses angegriffen wird.

Geht zudem eine starke Geruchsbelästigung von der betreffenden Wohnung aus und der Mieter ist nicht bereit, sein Verhalten zu ändern, ist die Kündigung auch bei einem langen Mietverhältnis gerechtfertigt. Das entschied das Amtsgericht München (Az.: 416 C 5897/18), wie die Zeitschrift «Das Grundeigentum» (Nr. 21/2018) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet.

In dem verhandelten Fall hatten sich Bewohner über eine Nachbarin beschwert. Bei einer Besichtigung wurde festgestellt, dass der Wohnungsflur und die Zimmer mit Müll, Papier und Schutt knöcheltief bedeckt waren. Der Parkettfußboden der Wohnung war teilweise stark durchnässt und verschmutzt. Die Decke des Flurs war mit Insektennestern überzogen.

Auch die Küche war vermüllt. Die Arbeitsplatte war durchfeuchtet und hinter dem Spülbecken eingebrochen. Es waren Schimmelschäden erkennbar. Im Badezimmer war der Boden feucht und verdreckt. Auf dem ebenfalls vermüllten Balkon hielten sich zahlreiche Tauben auf. Und von der Wohnung ging ein starker Geruch aus. Am Folgetag erklärte die Vermieterin die fristlose, hilfsweise ordentliche Kündigung.

Mit Erfolg: Die Mieterin müsse die Wohnung verlassen, entschied das Gericht. Durch ihr Verhalten habe sie den Hausfrieden nachhaltig gestört. Dass das Mietverhältnis seit vielen Jahren besteht, ändere daran nichts. Denn es bestünden erhebliche Zweifel, ob die Mieterin eigenverantwortlich und aus eigener Kraft in der Lage sei, den Zustand der Wohnung zu beseitigen.

Außerdem habe sie den Zutritt zur Klärung der Wasserschäden durch einen Sachverständigen verhindert. Da die Mieterin über ein Ferienhaus als Wohnraum verfüge, sei die Herausgabe der Wohnung zumutbar.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 12. 2018
10:05 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abfall Mieter Mietverhältnisse Wohnungsbesitz
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Markierungsstreifen

19.08.2019

Umzug ins Pflegeheim ist kein Grund für fristlose Kündigung

Eine Demenzerkrankung verändert den Alltag oft so sehr, dass selbst das eigene Zuhause zum Minenfeld wird. Oft ist ein Umzug ins Pflegeheim dann die bessere Option. Aber was passiert in dem Fall mit der alten Wohnung? » mehr

Wohnungsübergabeprotokoll

26.07.2019

Wohnungsübergabe mit Zeugen und Protokoll

Auch wenn es schwerfällt: Vor dem Einzug sollten Mieter schon an den Auszug denken. Damit sie später nicht für bereits vorhandene Schäden aufkommen müssen, hilft ein Übergabeprotokoll. Worauf ist zu achten? » mehr

Nebenkostenabrechnungen aufbewahren

11.07.2019

Alten Mietvertrag nach Auszug nicht gleich wegwerfen

Der Deutsche Mieterbund rät, den alten Mietvertrag nach dem Auszug einige Zeit lang aufzubewahren. Mögliche Ansprüche aus dem alten Mietverhältnis können nämlich bis zu drei Monate nach Auszug noch geltend gemacht werden... » mehr

Der Mieter ist der alleinige Besitzer der Wohnung

12.08.2019

Vermieter hat kein Recht, in der Wohnung zu fotografieren

Gerade wenn Mieter ausziehen wollen oder Reparaturen anstehen, dann bitten Vermieter häufig darum, Fotos von der Wohnung oder vom Schaden anfertigen zu dürfen. Die Entscheidung darüber liegt rechtlich gesehen aber allein... » mehr

Eigenleistungen können Mieterhöhung rechtfertigen

12.06.2019

Einbauten des Vormieters können Mieterhöhung rechtfertigen

Der Vormieter hat Stuck freigelegt, das Parkett abgeschliffen sowie Wasser- und Elektroleitungen unter dem Putz verlegt. Die Verbesserungen steigern den Wohnwert. Das hat Folgen für den Nachmieter. » mehr

Mietvertrag

20.05.2019

Bei Zeitmietverträgen ist Begründung des Vermieters nötig

Vermieter können nicht einfach so eine Befristung in den Mietvertrag schreiben. Sie müssen bestimmte Gründe angeben. Umgekehrt ist es auch möglich, dass beide Seiten für einen bestimmten Zeitraum eine Kündigung ausschlie... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 12. 2018
10:05 Uhr



^