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Hygge ist die Basis für etwas Neues

Wer im Trend sein möchte, müsste alle paar Jahre neu einrichten? Das hätte die Branche gerne - gerade jetzt, wo das Hyggelige auf dem Rückzug ist. Doch schon einzelne Elemente bringen Veränderung.



Wohnlandschaft auf der Ambiente
Es ist nicht mehr alles Hygge: Der Trend zur hellen, freundlichen Einrichtung im skandinavischen Stil flaut langsam ab, lässt sich aber durch einzelne Deko-Elemente schnell neu interpretieren.   Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn » zu den Bildern

Dezente skandinavische Gemütlichkeit war für einige Jahre ein beliebter Einrichtungsstil. Aber das «Hyggelige» verabschiedet sich langsam. Sich deshalb komplett neu einrichten, das muss man nicht.

Der «Hygge»-Stil kann stattdessen die Basis für vier neue Trends bilden, die auf der Messe Ambiente in Frankfurt (7. bis 11. Februar) zu sehen waren:

1. Eine Prise Glamour und Glitzer

Ein erster neuer Trend heißt Hollywood Regency. Der Stil ist, wie schon so oft zuletzt, ein Comeback eines alten Trends. Wobei dieser bislang vornehmlich in den USA zu Hause war. In den 1940er und 1950er Jahren entwickelten Inneneinrichter den Stil für Schauspieler und Produzenten Hollywoods, die ihren Reichtum stilvoll zur Schau stellen wollten. Kurz gesagt: Er schafft eine Prise Glamour im Alltag.

Auffällige Schwarz-Weiß-Muster treffen auf satte Farben und Spiegelflächen. Man richtet sich mit Lack, Chrom, glitzernden Details und Art-déco-Elementen ein. Doch keine Sorge: «In der Reinkultur werden das nur wenige Trendsetter leben», betont die Ambiente-Messeleiterin Nicolette Naumann. «Aber Hollywood Regency lässt sich in den Hygge-Stil gut integrieren, indem man einzelne Statement-Pieces in die aktuelle Einrichtung holt.»

Zum Beispiel kann das ein glamouröserer, schicker Samt-Sessel sein, der die bestehende Sitzgruppe im Wohnzimmer ergänzt. «Damit kann man schnell die Stimmung und den Stil in einer Wohnung verändern, ohne sich komplett auf einen Spitzentrend festzulegen», erklärt Naumann.

Hollywood Regency sei kein Hygge 2.0 - keine Weiterentwicklung oder Fortführung des Trends. «Das geht ganz klar zu weit davon weg», betont Trendanalystin Naumann.

2. Kräftige Erdtöne

Die Abkehr vom skandinavischen Naturstil mit viel hellem Holz, Weiß und Beige ist deutlich erkennbar: Nun kommt einfach mehr Farbe ins Spiel. Intensives Braun, oft sogar ein starkes Rotbraun oder ein Rost-Orange sind die Grundbasis dieses Trends. «Und man sieht Blautöne - nicht ein zartes Hellblau, sondern man sieht intensives Blau», ergänzt Naumann. «Und intensives Grün, intensives Gelb.»

Der Rat der Trendexpertin: Wem die Elemente des Trends Hollywood Regency letztlich zu glamourös, gar kitschig sind, der kann allein nur mit der neuen Farbpalette sein Hygge zu Hause in einen neuen Einrichtungsstil überführen.

3. Stahl und dunkle Edelstein-Farben

Auch Elemente einer weiteren Trendwelt, die auf der Messe den Namen «precise and architectural» (etwa: Klarheit und Konstruktion) bekam, bieten sich für die Veränderung der hellen, hyggeligen Einrichtung zu Hause an. Sie bringen Industrielook und dunklere Farben hinein.

Was es dazu im Wohnraum braucht: poliertes oder geschwärztes Holz, Stahl, Bronze, matte Oberflächen. Dazu Leder, schwere Textilien wie Cord, Tweed, Bouclé und melierte Musterungen.

4. Nur Weiß und neutrale Töne

Dieser Wohntrend geht in eine ganz andere Richtung: Er beschränkt sich vollständig auf Weißtöne und andere neutrale Nuancen. Also Off-Whites (angegrautes Weiß), Beige, Greige - eine Mischung aus Grau und Beige - und maximal noch Pfirsichrosa. Da die weißen und neutralen Nuancen wenig Aufmerksamkeit beanspruchen, stehen bei den so gehaltenen Gegenständen die Form und das Material im Vordergrund.

Übrigens, diesen Einrichtungsstil propagieren gerade keine geringeren Trendsetter als Kim Kardashian und ihr Mann Kanye West: Sie präsentierten kürzlich in der US-Einrichtungszeitschrift «Architectural Digest» ihre Villa - ein minimalistischer, man mag auch sagen, fast leer gefegter Tempel in Weiß und Grau.

Veröffentlicht am:
10. 02. 2020
13:38 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
10. 02. 2020
13:38 Uhr



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