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Fünf IMM-Trends: Wie wir wohnen werden

Wie werden wir uns einrichten, wenn es nach den Möbeldesignern geht? Antworten hierauf gibt die Messe IMM Cologne. Manche Dinge bleiben erhalten - denn auch Gemütlichkeit und Geborgenheit sind Schlagworte der Möbelschau. Manches kommt aber neu. Ein Überblick.



Gemütlichkeit ist Trumpf
Ein kuscheliges Sofa, dazu Kissen mit Mustern nach Wahl: Gemütlichkeit und Individualität sind nach wie vor wichtige Schlagworte bei der Einrichtung.   Foto: Koelnmesse/dpa-tmn » zu den Bildern

Die Welt da draußen ist unsicher, hektisch und schnelllebig. So denken aus Sicht der Möbeldesigner wohl viele Kunden.

In Zeiten wie diesen rücken das gemütliche Zuhause und eine kuschelige Einrichtung in den Fokus. Das zeigen die Wohntrends von der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne in Köln (Publikumstage: 19. bis 21. Januar). Ein Überblick:

GEMÜTLICHKEIT: Die Möbelbranche wünscht sich längst etwas Neues, aber die Menschen mögen manches einfach weiterhin: Der große Wohntrend ist und bleibt Gemütlichkeit. Das sind Möbel zum Einsinken und Kuscheln, flauschige Stoffe, runde Formen, viel warmes Licht, zum Beispiel von Kerzen. Neu: viele kleine Leuchten mit langlebiger Akkutechnik, die wie die Handkerze in Goethes Zeiten durch die Wohnung getragen werden, erklärt Geismann.

Trends basieren darauf, was die Menschen gerade tief in ihrem Inneren anspricht, erläutert Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. «Viele Menschen trennen ihre Welt in zwei Bereiche: in ein privates Auenland und in ein äußeres Grauenland», erklärt Geismann.

In Zeiten von Terror, Angst und medialer Überforderung soll das Zuhause eine kuschelige kleine Höhle sein, in der man sich notfalls verstecken kann. Darin finden auch «gute alte Bekannte» ihren Platz: Entwürfe aus vergangenen Jahrzehnten wie dem Mid-Century-Design, Möbel im Vintage-Look und der Hippie-Look mit eleganten Anklängen, Boho genannt.

AUFGERÄUMTHEIT: «Gemütlichkeit ist nach wie vor ein Riesenthema. Aber es gibt keinen Trend ohne Gegentrend», sagt der IMM-Trendexperte Frank A. Reinhardt. Diesen Gegentrend könnte man Aufgeräumtheit nennen: In durchgestylten Wohnungen soll alles seinen Platz haben - und am besten nicht draußen herumliegen. So widmen sich die Designer Möbeln mit viel Stauraum und Vitrinen, die unter Glas Gesammeltes ausstellen. Besonders im Trend sind lange Sideboards, die Schrankwände ersetzen sollen. Sie haben zwei Funktionen: In ihnen verschwindet, was kein Fremder sehen soll. Und auf ihnen steht perfekt arrangiert, was andere bemerken sollen.

SCHLICHTHEIT: Das fällt auf: Vielen Möbeln fehlen Schnörkel, Dekorationen und Extras. Was die Designer zeichnen, entwerfen und bauen, scheint auf das Allernotwendigste reduziert. Markus Majerus, Sprecher der Koelnmesse, spricht von einem «Trend zur neuen Schlichtheit».

Hier vereinen sich gerade drei Bestrebungen der Firmen: Zunächst suchen immer mehr Menschen schlichte Möbel für kleinen Wohnraum. Zugleich erlebt das skandinavische Design ein neues Hoch - diese Möbel sind sehr reduziert und einfach gehalten. Und da ist das Thema Nachhaltigkeit: «Es geht nicht mehr darum, auch noch den 100. Stuhl zu entwerfen, sondern nachhaltige Produkte», sagt Reinhardt. Schlichte Möbel haben eher eine Chance, länger auf dem Markt zu bestehen. Vielleicht sogar zum zeitlosen Klassiker zu werden.

INDIVIDUALITÄT: Dieser Trend steht für den Wunsch der Menschen, sich auf ganz persönliche Weise anzurichten. Das Motto: Jeder Mensch ist einzigartig, jeder lebt folglich anders. Und jeder, der es sich leisten kann, kann sich einrichten, wie er will.

Doch früher war es so: War Rot die Trendfarbe, kauften alle nach und nach Möbel in dieser Farbe. Oder alle setzten auf Wohnwände. Oder alle besaßen einen Nierentisch. Heute gibt es dank moderner Produktionstechniken so viel, dass keine Wohnung der anderen auch nur im Entferntesten gleicht. Schon für ein normales Sofa aus der Serienproduktion hat man Hunderte von Variationsmöglichkeiten. Auf der IMM wird das bei nahezu jedem Hersteller deutlich: Die Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten eines einzigen Produktes sowie modulare Optionen werden beworben wie selten zuvor.

ZARTHEIT: Bei Möbeln, Tapeten und Einrichtungsgegenständen sind 2018 sanfte Töne angesagt: etwa ein Rosa mit Nuancen von Beige. Allerdings sei das keine Farbe für eine ganze Wand, betont Farbexpertin Hildegard Kalthegener. Das Rosa diene mehr als Akzent. «Man kann den Farbton etwa als Kissen oder Decke auf dem Sofa oder als halbe Wand in der Küche verwenden.» Daneben seien derzeit auch dunkle Farben angesagt - etwa ein kühles Blau oder Grau. Sie bilden einen Kontrast zu Rosa. Auf der IMM fällt aber auch viel Grün in allen möglichen Schattierungen auf, insbesondere Olivgrün. Besonders beliebt ist es bei Polstermöbeln - ebenso wie die Farben Petrol und Türkis.

Service:

Für die Öffentlichkeit ist die IMM Cologne vom 19. bis 21. Januar jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr beziehungsweise am Sonntag von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Vom 15. bis 18. Januar haben nur Fachbesucher Zutritt.

Veröffentlicht am:
18. 01. 2018
13:47 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
18. 01. 2018
13:47 Uhr



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