Lade Login-Box.
Topthemen: Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Die ersten Smart Meter werden installiert

Nach und nach werden in Deutschland die Stromzähler ausgetauscht. Intelligente Geräte sollen zur Energiewende beitragen und den Haushalten helfen, Strom zu sparen, so das Ansinnen der Gesetzgeber. Aber erst einmal müssen die Verbraucher wohl draufzahlen.



Verbrauchscheck per Smartphone
Smart Meter geben Daten in Echtzeit weiter. So kann man etwa mit dem Smartphone seinen Stromverbrauch im Blick behalten. Foto: Phil Dera/www.co2online.de/dpa  

Das Ende der üblichen Stromzähler ist eingeläutet, die Smart Meter kommen. 2017 werden die ersten Haushalte mit den neuen Messgeräten ausgestattet. Diese intelligenten Stromzähler zeigen den Energieverbrauch über den gesamten Tagesverlauf an und speichern die Daten.

Wer bekommt einen Smart Meter?

«In diesem Jahr sind davon zunächst nur zwei Gruppen von Energieverbrauchern betroffen», erklärt Andreas Feicht vom Verband kommunaler Unternehmen. «Das sind zum einen Haushalte oder - was wahrscheinlicher ist - Industrie- und Gewerbekunden, die mehr als 10 000 Kilowattstunden jährlich verbrauchen.» Zum anderen bekommen Verbraucher das Gerät, die stromerzeugende Anlagen mit mehr als sieben Kilowatt Nennleistung betreiben, etwa Solaranlagen. Ab 2020 sind dann Nutzer mit einem Verbrauch von 6000 bis 10 000 Kilowattstunden zum Einbau verpflichtet. Verbraucher mit geringeren Werten können sich mit Smart Metern ausrüsten lassen, aber auf freiwilliger Basis.

Welchen Nutzen bieten die Geräte?

«Sie sind der Einstieg in eine komplett neue Messinfrastruktur», erklärt Feicht. Statt wie bisher lediglich die Jahresverbrauchszahl zu ermitteln, misst die digitale Technik den Stromverbrauch alle 15 Minuten. «Das ermöglicht es den Verbrauchern, zu erkennen, wo bestimmte Verbrauchsspitzen auftreten», erläutert Feicht. Etwa, wenn es immer einen starken Anstieg gibt, wenn die alte Waschmaschine läuft. «Auf solche Dinge kann der Verbraucher dann reagieren.»

Lässt sich mit dem Smart Meter Geld sparen?

Mit einem Smart Meter allein spart man noch kein Geld. Aber seine Daten zeigen, wo sich sparen lässt. Es ist jedoch laut Bettina Cebulla von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fraglich, ob die Einsparpotenziale die mit einem Smart Meter verbundenen Mehrkosten überhaupt kompensieren können. «Vermutlich zahlt der Verbraucher in der Regel selbst bei einer Verminderung des Stromverbrauchs und einem bestmöglichen variablen Stromtarif beim Betrieb eines Smart Meter unter dem Strich drauf», sagt Cebulla.

Warum sollte man sich den Smart Meter vielleicht sogar freiwillig anschaffen?

In Zukunft könnte auf die Kostenfrage eine andere Antwort folgen. Da ein Smart Meter kommunizieren kann, wird es künftig möglich sein, flexible Stromtarife anzubieten und elektrische Hausgeräte automatisch einzuschalten, wenn der Strom besonders günstig ist. Auch Wärmepumpen oder Elektroautos lassen sich dann günstiger aufladen. «Die Energieversorger arbeiten zurzeit mit Hochdruck an entsprechenden Angeboten und variablen Tarifen», erklärt Feicht.

Wer baut den Smart Meter ein?

Das übernehmen Messstellen-Betreiber, in der Regel der Netzbetreiber. Die Firmen kommen auf Hausbesitzer und Verwalter zu. Mieter müssen nicht aktiv werden. «Sie können die Installation der intelligenten Zähler aber auch nicht ablehnen - und das obwohl ihnen damit zusätzlich Kosten entstehen», erklärt Corinna Kodim von Haus & Grund Deutschland.

Welche Kosten kommen auf die Verbraucher zu?

Es gibt eine gesetzliche Obergrenze. «Aktuell liegt sie bei den betroffenen Abnehmern mit mehr als 10 000 bis 20 000 Kilowattstunden Verbrauch bei 130 Euro jährlich», erläutert Kodim. Haushalte mit einem Verbrauch zwischen 6000 und 10 000 Kilowattstunden sollen nicht mehr als 100 Euro jährlich zahlen müssen. Doch kann es durchaus sein, dass aufgrund von Platzmangel für die neuen Geräte ganze Zählerschränke ausgetauscht werden müssen. «Dadurch können Kosten von mehreren Tausend Euro entstehen, die zunächst der Hauseigentümer trägt», erläutert Kodim. Die Kosten können auch an die Mieter weitergegeben werden.

Veröffentlicht am:
24. 04. 2017
04:50 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Kilowattstunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Klassische Photovoltaikanlage

08.04.2019

Wie viel Strom Photovoltaikanlagen für den Balkon liefern

Wer Strom aus erneuerbaren Energien selbst erzeugen will, musste bislang Hausbesitzer sein und teuere Anlage fest installieren können. Neue mobile Photovoltaikanlagen für den Balkon sind gerade für Mieter attraktive Lösu... » mehr

Haus mit Photovoltaikanlage

21.05.2018

Lohnen sich Photovoltaik- und Solarthermie-Investitionen?

Es gibt eine ganze Reihe Förderungen für Solaranlagen und deren Erweiterungen um Speicher oder Wärmepumpen im Eigenheim. Auch sinken die Preise der Technik. Wie sehr lohnt sich die Anschaffung aktuell? Und auf was setzt ... » mehr

Stromzähler

05.04.2018

Intelligente Stromzähler kommen später

Der Stromzähler soll intelligent werden - und die Energiekosten für Verbraucher senken. Doch der Weg dahin ist lang. Denn smarte Messgeräte müssen hohe Sicherheitsstandards erfüllen, auch gegen Angriffe von Kriminellen. » mehr

Strom vom Balkon

22.01.2018

Strom vom Balkon - Mini-Solarmodule sind nun erlaubt

Wo im Sommer die Sonne das Gesicht bräunt, lässt sich auch Strom produzieren: Für Balkone und Terrassen gibt es günstige Mini-Solaranlagen, die Sonnenenergie einfangen. Lange waren diese in Deutschland nicht erlaubt, das... » mehr

Günstigeren Anbieter finden

19.11.2017

Strom und Gas: So finden Kunden einen günstigeren Anbieter

Die Kosten für Strom und Gas belasten die Familienkasse oft ganz schön. Deshalb kann es sich für viele Verbraucher lohnen, ihren Anbieter zu wechseln. Was sie dabei beachten sollten. » mehr

Mehr Leistung

14.08.2017

Strengere Vorgaben für neue Staubsauger

Seit zwei Jahren gibt es für Staubsauger ein EU-Label, womit Käufer im Handel deren Effizienz besser vergleichen können. Ab September verschärfen sich die Vorgaben, nun dürfen nur Geräte mit noch niedrigeren Wattzahlen u... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
24. 04. 2017
04:50 Uhr



^