Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

 

Makler muss falsche Vorstellung berichtigen

Der Bundesgerichtshof nimmt Makler in die Pflicht: Was im Wohnungs-Exposé als Wohnraum beschrieben wird, muss auch als solcher genutzt werden dürfen. Sind Angaben falsch, ist eine Korrektur fällig.



Grundriss
Ist ein Raum im Grundriss als Wohnraum eingezeichnet, muss sich der Käufer darauf verlassen können.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Makler müssen eine Immobilie wahrheitsgemäß beschreiben. Das geht aus einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor (Az.: V ZR 186/18), über den die Zeitschrift «Das Grundeigentum» (Nr. 16/2019) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet.

Sorgen sie dafür, dass der Käufer eine falsche Vorstellung hat, sind sie verpflichtet, diese eindeutig zu berichtigen. Im verhandelten Fall hatte die Maklerin eine Eigentumswohnung in einem Exposé als 4-Zimmer-Terrassenwohnung mit einer Wohnfläche von 125 Quadratmetern beworben. Vor Vertragsschluss übergab sie den Käufern einen Grundriss der Wohnung und eine Kopie der Teilungserklärung. In dieser waren - anders als im Exposé - eine Wohnfläche von 68,66 Quadratmetern mit zusätzlicher Nutzfläche im Souterrain von 55,20 Quadratmetern angegeben. Die Souterrainräume waren zu niedrig, um zum Wohnen zugelassen zu sein.

Grundriss wies Wohnbereich aus

Die Käufer verlangten die Rückabwicklung des Vertrags. Sie argumentierten, die Maklerin habe sie arglistig getäuscht. Das zuständige Landgericht wies die Klage ab, das Oberlandesgericht die Berufung zurück. Der BGH gab den Käufern dagegen schließlich in Teilen recht und verwies den Rechtsstreit zurück an das Berufungsgericht.

Nach Angaben der Käufer war das Souterrain im Grundriss als «Gäste», «Abstell», «Bad», «Arbeitszimmer/Schlafzimmer/Kinder» und damit als Wohnbereich gekennzeichnet. Außerdem habe die Maklerin bei der Besichtigung die Wohneignung der gesamten Fläche angepriesen, obwohl sie gewusst habe, dass das Souterrain bauordnungsrechtlich nicht als Wohnraum genutzt werden dürfe. Sie habe sogar vorgeschlagen, es als Einliegerwohnung zu nutzen.

Maklerin muss auf Unzulässigkeit hinweisen

Die falsche Vorstellung der Käufer habe die Beklagte aktiv hervorgerufen. Sie sei deshalb nicht allein durch die Übergabe der Teilungserklärung und der Grundrisszeichnung wieder beseitigt worden. Die Kaufinteressenten in die Lage zu versetzen, die Unrichtigkeit der Angaben zu erkennen, reiche nicht aus. Die Maklerin hätte auf die Unzulässigkeit der Wohnnutzung des Souterrains ausdrücklich hinweisen müssen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 09. 2019
10:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesgerichtshof Gerichtsklagen Vertragsschlüsse Wohnbereiche Wohnfläche Wohnungen Wohnungskauf
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Bundesgerichtshof

04.10.2019

Wenn die Miete falsch berechnet wird

Nicht immer ist klar, wie viel Prozent der Balkonfläche bei der Wohnungsgröße mitberechnet werden dürfen. Was passiert, wenn ein Gutachter in der Frage zu einem anderen Ergebnis kommt als der Vermieter, zeigt ein Urteil ... » mehr

Sofa mit Ablage

14.01.2020

Die neuen Möbel haben Mehr-Wert

Möbeldesign hat oft eine Geschichte zu erzählen. Ob von der Nachhaltigkeit der Produktion, von der Materialqualität oder davon, was das Möbelstück noch sein kann. Denn ein Sofa kann auch ein Regal sein. » mehr

Wohnungsbau

15.07.2019

Vermieter werden beim Wohnungsneubau steuerlich gefördert

Auch in ehemaligen Fabrikgebäuden oder ungenutzten Dachgeschossen können neue Wohnungen entstehen. Vermieter sollen in den Jahren nach der Anschaffung Sonderabschreibungen in Anspruch nehmen können. Was müssen sie beacht... » mehr

Hund

03.03.2020

Mieter darf Hund nicht unerlaubt frei laufen lassen

Wer in einem Mietshaus Tiere halten darf, kann in der Hausordnung geregelt werden. Mieter sollten sich an die dort aufgestellten Regeln halten. Andernfalls müssen sie mit einer Kündigung rechnen. » mehr

Bauabnahme bei Wohnungskauf

30.04.2019

Wohnungskäufer haben Recht auf Bauabnahme

Wer eine neue Wohnung kauft, sollte auf eine Bauabnahme bestehen. Diese ist zwar sehr umfangreich, kann aber spätere Instandhaltungskosten mindern. Der Bauherren-Schutzbund klärt auf: » mehr

Lärm- und Geruchsbelästigungen

12.02.2020

Abfallcontainer werten gehobene Eigentumswohnung nicht ab

Auch wenn die Eigentumswohnung teuer war - einen Abfallcontainer in der Nähe der neuen Bleibe, müssen die Eigentümer leben. Damit einhergehende Beeinträchtigungen sind laut einem Urteil unvermeidbar. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 09. 2019
10:32 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.