Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Immobilienmakler dürfen nicht zu viel versprechen

Immobilienkauf ist Vertrauenssache. Allerdings ist zu viel Vertrauen für Käufer auch nicht gut. Denn Makler müssen zwar richtige Angaben über das Objekt machen, aber sie dürfen sich dabei auf die Informationen des Verkäufers verlassen.



Oberlandesgericht Brandenburg (OLG)
Das Oberlandesgericht Brandenburg (OLG) hat entschieden: Immobilienmakler dürfen ihren Kunden keine falschen Vorstellungen vermitteln.   Foto: Nestor Bachmann

Keine Frage: Makler wollen Verkaufsobjekte immer in das beste Licht setzen. Allerdings dürfen sie ihren Kunden keine falschen Vorstellungen vermitteln, entschied das Oberlandgerichts Brandenburg (Az.: 6 U 65/17).

Die für den Kaufabschluss wesentlichen Auskünfte müssen richtig sein, erklärt die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien vom Deutschen Anwaltverein(DAV). Fehlen dem Makler erforderliche Informationen oder ist die Grundlage gegebener Informationen unsicher, muss der Makler dies offenlegen.

In dem verhandelten Fall wollte eine Käuferin Schadenersatz in Höhe von rund 45.000 Euro von einer Immobilienmaklerin. Sie wiederum wollte vor Gericht ihren Provisionsanspruch in Höhe von etwa 10.000 Euro durchsetzen. Der Grund für die Klage: Da das Objekt unweit des Flughafens lag, waren der Käuferin Schallschutzmaßnahmen sehr wichtig. Ein Mitarbeiter der Maklerin stellte entsprechende Maßnahmen in Aussicht. Tatsächlich erhielt der Verkäufer einen finanziellen Ausgleich für den Schallschutz. Das Geld behielt er aber für sich.

Vor Gericht hatte die Klägerin keinen Erfolg. Eine Verwirkung des Maklerlohns komme nur bei einer schwerwiegenden Treuepflichtverletzung in Betracht, erklärten die Richter. Hier habe sich der Makler auf die Informationen des Verkäufers gestützt. Solche Informationen müsse ein Makler grundsätzlich nicht prüfen. Denn er dürfe darauf vertrauen, dass die Angaben richtig sind. Der Kunde wiederum müsse grundsätzlich davon ausgehen, dass in dem Exposé des Maklers enthaltene Aussagen über das Objekt nur Angaben der Verkäuferseite wiedergeben. Im Zweifel müsse er selber Nachforschungen anstellen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
13:07 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Gerichtsklagen Immobilien Immobilienkauf Immobilienmakler Kläger Makler Mietrecht Schadensersatz und Schadensersatzrecht Verhandlungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Heizkosten

10.04.2019

Heizkosten nicht nach Verbrauch abrechnen

Über die Abrechnung von Heizkosten entbrennt mitunter Streit. Klar ist: Wenn die Messwerte nicht stimmen können, muss im Zweifel die Abrechnung geändert werden. Sonst besteht die Gefahr, dass einige Bewohner zu viel zahl... » mehr

Baufinanzierung

18.06.2019

Eigenkapital beim Immobilienkauf macht sich bezahlt

Die wenigsten Käufer zahlen eine Immobilie aus der Portokasse. Stattdessen wird ein Großteil der aufzubringenden Summe über einen Kredit finanziert. Dennoch lohnt sich es sich, auch Eigenkapital einfließen zu lassen. Sti... » mehr

Steuererklärung

10.06.2019

Was Privatvermieter zur Anlage V wissen sollten

Viele Eigentümer verdienen mit der eigenen Immobilie Geld, indem sie vermieten. Das Finanzamt kassiert fast immer mit. Vermieter können viele Ausgaben für die Immobilie aber von der Steuer absetzen. Außerdem gibt es steu... » mehr

Blumen an einem Balkon

12.06.2019

Balkonkästen bei Sturmwarnung in Sicherheit bringen

Bei einer Unwetterwarnung sollten Mieter hellhörig werden. Denn sie müssen sicherstellen, dass Gegenstände am Haus, die ihnen gehören, niemanden verletzen. Was diese Pflicht genau bedeutet. » mehr

Der Weg zum Notar

15.10.2018

Notare überwachen den Immobilienkauf

Von Rechts wegen managen und überwachen Notare den Erwerb von Immobilien. Die Juristen setzen den Kaufvertrag auf und haben ein Auge auf dessen Abwicklung. Ohne das Siegel der Aufpasser ist der Kauf von Haus, Wohnung und... » mehr

Betriebskosten

03.06.2019

Nebenkosten müssen klar vereinbart werden

Sind die Nebenkosten im Mietvertrag nicht genau aufgeschlüsselt, muss sie der Mieter auch nicht zahlen. Das zeigt ein Gerichtsurteil am Landgericht Saarbrücken. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
13:07 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".